Unterwegs im Kiez

Wie nordisch ist es eigentlich im Nordischen Viertel?

Wie nordisch ist es eigentlich im Nordischen Viertel?
Blick von der Czarnikauer auf die Driesener Straße. Noch Fragen?
Während es nördlich des S-Bahn-Rings in Prenzlauer Berg Höhe Schönhauser Allee sehr wohnlich zugeht, ist der Süden bis hin zur Eberswalder Straße schon deutlich lebhafter. Kinderwägen sieht man allerdings an jeder Ecke. Ein Spaziergang in den skandinavischen Gefilden des Prenzlauer Bergs.

Ein bisschen erinnert ein Spaziergang durchs sogenannte Skandinavische oder auch Nordische Viertel in Prenzlauer Berg an einen IKEA-Besuch. Malmö, Ystad, Alesund. So heißen schließlich auch Möbelstücke und Wohnaccessoires des schwedischen Unternehmens. Dazu gesellen sich noch Namen wie Dänenstraße, Kopenhagener oder Finnländische Straße und fertig ist der Bezug zu unseren nordeuropäischen Nachbarn. Ansonsten konnten wir aber nicht wirklich viel ausmachen, was uns in irgendeiner Form an Skandinavien erinnert hätte.

Herzstück ist sicherlich der Arnimplatz, ein kleiner Park samt Spielplatz, viel Grün und einer ordentlichen Portion Aufenthaltsqualität. Er wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts als Stadtplatz angelegt, da es in dem ehemaligen Arbeiterbezirk an Erholungsflächen mangelte. Benannt ist der Platz nach dem Dichter Achim von Arnim. Schon 1919 gab es hier einen Spielplatz, was damals in dieser Form ziemlich neu war. Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch noch die Tatsache, dass hier im Sommer 2015 – direkt gegenüber des Arnimplatzes – ein „nachhaltiger Rewe-Supermarkt der neuen Generation“ entstehen soll, wie auf einer Tafel angekündigt wird.

Ansonsten gibt sich der Prenzlauer Berg in diesem Viertel von seiner noch nicht totsanierten Seite, viele Häuser gerade nördlich der Ringbahn-Gleise haben ihre guten Jahre hinter sich, es ist auch nicht jedes zweite Haus für die Sanierung eingerüstet. Spätis, süße Cafés und individuelle Shops sucht man hier allerdings auch vergebens; erst südlicher auf der Kopenhagener oder der Sonnenburger Straße bietet sich wieder das Berlin-typische, innerstädtische Bild von einem Laden neben dem nächsten. In erster Linie geht es ruhig zu, bis auf das Kindergeschrei natürlich – der Bezirk muss schließlich auch hier seinem Klischee gerecht werden.

 

„Dieser Teil von Prenzlauer Berg ist tatsächlich noch mal ein ziemlich anderer als meiner, der an Mitte grenzt. Er wirkt irgendwie weniger geleckt, schickimickisiert, noch etwas alternativer – und ist sicherlich auch noch etwas bezahlbarer! Da checke ich doch gleich mal wieder die aktuelle Mietlage!“

Kohlenquelle, Kopenhagener Str. 16, 10437 Berlin
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