• Freitag, 14. Juli 2017
  • von Yuki Schubert

Kinoevent geht in Verlängerung

Berlin Falling: Ein Auto, der Terror und zwei Männer

  • Ken Duken mit Waffe kniet neben Auto im film Berlin Falling
    Diese Autofahrt nach Berlin hat es in sich. Frank (Ken Duken) in einer brenzligen Situation. Foto: externe Quelle - ©Edith Held / GrandHôtelPictures

Ken Duken ist einer DER Charakter-Darsteller in Deutschland. Mit Berlin Falling feiert er sein Regie-Debüt. Dabei wagt er sich an einen sehr brisanten Stoff: Terror in Berlin. Die Folgen? Sieh es dir selbst an…

Zwei Männer treffen sich an der Tankstelle: Frank (Ken Duken) und Andreas (Tom Wlaschiha). Während Andreas einen sympathischen Eindruck macht, ist bei Frank von vornherein klar: er ist ein Mann mit vielen Problemen. Seine Ex-Frau traut ihm nicht zu, dass er sie und die gemeinsame Tochter rechtzeitig vom Berliner Hauptbahnhof abholen kann, geschweige denn länger auf das Kind achtzugeben. Diese Bedenken sind berechtigt, schließlich ist Frank offensichtlich alkoholabhängig. 

Obwohl er eigentlich nicht will, nimmt er den Hilfe suchenden Andreas mit. Während der Fahrt wird Franks Anti-Haltung – und sagen wir mal negativer Vibe – noch stärker. Andreas bleibt cool, isst Kekse und quatscht auch dann noch weiter, wenn Frank längst laute Metal-Mukke hört. Doch als Frank genervt eine Vollbremsung hinlegt, wendet sich das Blatt – denn Frank entdeckt, dass der nun doch sehr undurchsichtige Passagier Andreas eine Bombe dabei hat.

Was sich nun entwickelt ist ein Thriller zum Zähneknirschen. Was will der Fremde mit der Bombe in Berlin und welche Rolle spielt Frank?


Fazit: Auf engstem Raum geraten sie aneinander: Andreas, der die westliche Welt verabscheut und Frank, der vom Afghanistan-Krieg traumatisiert wurde und nicht mehr zurück in sein Leben findet. Das sorgt für nervenaufreibende Dialoge. So wirft Andreas ihm vor, die Unschuldigen im Krieg getötet zu haben. Die Intensität steigert sich auch ohne Worte und zwar gerade wegen der fast spürbaren und unangenehmen Nähe zwischen den zwei Protagonisten im Wagen.

Ken Duken weiß wie man einen Mann mit Trauma spielt, das hat er in Willkommen zu Hause (2008) mehr als bewiesen. Ihm gegenüber steht Tom Wlaschiha (Game of Thrones). Dessen Rolle Andreas schickt den Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle. Er spielt dabei grandios diese feine Linie zwischen Wahnsinn und Kontrolle. Was will er? Diese Frage hängt wie ein Damoklesschwert sowohl über Franks Kopf, als auch über dem Zuschauer. Andreas ist dabei derjenige, der die Handlung vorantreibt und die Figur Frank zur Öffnung zwingt.

Der Dreh begann ein gutes Jahr vor dem Anschlag am Breitscheidplatz . Dabei sind die Parallelen erschütternd. Die beiden Männer fahren durch die Stadt, überall Weihnachtsbeleuchtung. Sie fahren sogar an der Gedächtniskirche vorbei. Das verleiht einem zusätzlich ein flaues Gefühl im Magen.

Berlin Falling ist mitreißende Spannung pur. Wie Ying und Yang beeinflussen sich die beiden Auto-Passagiere und man selbst weiß, der Showdown wird kommen. Dabei hat der Film alles, was ein guter Thriller haben muss. Ab der 10. Minute des Films wird stark am Spannungsbarometer gedreht und so richtig durchatmen kann man dann nicht mehr. Ken Duken traut sich: Terror, Islamismus, Kundus – alles Themen, die viel Fingerspitzengefühl benötigen. Dazu droht vor allem in einem Action-Streifen das Ganze in pure Sensationslust abzudriften. Das passiert in Berlin Falling nicht. Duken bleibt ganz nah an den Figuren und schafft den Drahtseilakt zum packenden Genre-Film.

Der Film war als Kinoevent für kurze Zeit angesetzt. Mittlerweile wurde die Kinozeit aber verlängert, sodass du den Film weiterhin unter anderem im Kino in der Kulturbrauerei, im Astra-Filmpalast und im Cubix am Alex  sehen kannst. Wer den Film leider nicht die nächsten Tage sehen kann, auf Sky ist eine Veröffentlichung im Herbst diesen Jahres geplant.

Kino in der Kulturbrauerei

Schönhauser Allee 36
10435 Berlin

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Quelle: QIEZ
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