Trotz Insolvenz soll es weitergehen

Prime Time Theater: "Wer oder was kämpft? Wir!"

Prime Time Theater: "Wer oder was kämpft? Wir!"
Das Programm im Prime Time Theater ist bunt und kultig, das Ensemble vielseitig...
Gerade wurde noch 15-jähriges Jubiläum gefeiert, nun ist das Prime Time Theater insolvent. Doch wie der Weddingweiser berichtet, zeigt das Team der Weddinger Institution Kampfgeist und hofft auf Unterstützung.

Trotz Insolvenz arbeiten das Team und das Ensemble des Prime Time Theaters weiter unter Hochdruck daran, dass es mit der Weddinger Kiezbühne weitergeht. „Das Team ist überwältigt von der Solidarität vieler (…) und bittet alle, die das Theater unterstützen möchten, jetzt ins Prime Time Theater zu kommen und die aktuellen Vorstellungen zu besuchen“ schreibt das Theater in einer Pressemitteilung. Die Spielzeit wurde sogar bis zum 30. Juni verlängert, Sondervorstellungen werden anberaumt. Außerdem sind auch Spenden möglich.

Wenn der Schlussapplaus kommt, dann ist das Stück vorbei. Diese Regel gilt nicht für das Prime Time Theater. Seit 15 Jahren wird die einzige Theatersoap der Welt im Wedding aufgeführt. Jeden Monat eine neue Folge. „Prenzlberg is Petting, Real Sex ist only Wedding“ lautet seit Jahren das Motto und die zahlreichen Besucher scheinen das genauso zu sehen. Aber nun der Cliffhanger, der Moment, der in jeder TV-Soap dafür sorgt, dass man zur nächsten Folge wieder einschaltet, weil man wissen möchte wie es weitergeht: Das Theater musste Insolvenz anmelden. Und das ist dieses mal nicht irgendeine Wendung in der Handlung, das ist leider real. Die Gründe seien vielfältig, erklärt Theaterleiter Oliver Tautorat. Das Theater habe zuletzt mit dem Wegfall eines Hauptsponsors und minimal rückläufigen Zuschauerzahlen kämpfen müssen, erklärte er gegenüber rbb Kultur. Nach Steuergeldern rufe man nicht, aber über eine Förderung einzelner Projekte würde er sich sehr freuen.

Oliver Tautorat hatte 2004 gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin die Idee zu der Theater-Soap. Bald wird die 123. Folge von „Gutes Wedding Schlechtes Wedding“ gezeigt.

 

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Jetzt ins Theater gehen

Auch wenn viele Berliner schon einmal zu Gast im Prime Time Theater waren: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, (wieder) einmal einen Besuch des Theaters zu planen. Denn nur mit einem kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg kann die Geschichte dieser für den Wedding so wichtigen Institution weitergehen.

Und was erwartet die Zuschauer, die sich solidarisch zeigen wollen? Am 7. Juni hat die „GWSW“-Folge 123 Der Club der toten Döner zur gewohnten Primetime Premiere. „Abitürkin“ Esra zeigt es allen, Postbote und Frauenheld Kalle wandelt sich zum Liebescoach – und Uschi Sonne zur neuen Schlagerikone. Acht Zusatzvorstellungen wurden ins Programm genommen. Schon am kommenden Sonntag (und bei allen weiteren Marktterminen in diesem Sommer) kann man das Theater auch live auf dem Leopoldplatz erleben und den Theaterleiter Oliver Tautorat ansprechen – auf dem Weddingmarkt.

Spenden helfen auch

Wer es nicht schafft, ins Theater zu gehen, kann auch finanziell helfen. Der vorläufige Insolvenzverwalter hat ein Spendenkonto eingerichtet. Das Geld kommt unmittelbar dem Spielbetrieb zu Gute.

Das ist die Bankverbindung:

RA Prof. Dr. Torsten Martini / Prime Time Theater gGmbH „Spendenkonto“

Deutsche Bank
IBAN: DE80 1007 0848 0152 4446 42
BIC: DEUTDEDB110

Dieses Konto wird gesondert vom sonstigen Vermögen geführt und dient daher nicht etwa der Bezahlung der Kosten des Insolvenzverfahrens. Höchstspannung am Ende einer Folge ist immer gut, aber in diesem Falle betrifft es das Leben auch abseits der Bühne und damit den Wedding als Ganzes. Man kann nur hoffen, dass nicht doch irgendwann der letzte Vorhang fällt.

Dieser Artikel erschien zuerst bei www.weddingweiser.de.


Quelle: Weddingweiser

Prime Time Theater, Müllerstr. 163 b, 13353 Berlin

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