Nachhaltiges Integrationsprojekt in Neukölln

Roma-Schüler pflanzen Bio-Knoblauch

Roma-Jugendliche bei der ersten Pflanzung "ihres" Bio-Knoblauchs am 16. November.
Roma-Jugendliche bei der ersten Pflanzung "ihres" Bio-Knoblauchs am 16. November.
Im Rahmen des internationalen Projektes "Bio-Knoblauch Romanes" - mit dem die Initiatoren vor allem die Situation von Roma in Südosteuropa verbessern wollen - werden auch Roma-Schüler aus Neukölln zu Knoblauch-Bauern.

Die Sprachkompetenz steigern und gleichzeitig alternative Berufswege erschließen – das sind die primären Ziele der Neuköllner Arbeitsgruppe von „Bio-Knoblauch Romanes“. Roma-Jugendliche aus der Hermann-von-Helmholtz-Schule, der Schule am Zwickauer Damm und der Walter-Gropius-Schule pflanzen im Rahmen des Projekts in der August-Heyn-Gartenarbeitsschule Knoblauchknollen an. Auch für Pflege, Ernte und Weiterverarbeitung des Knoblauchs sind die SchülerInnen selbst verantwortlich.

Der Startschuss für das ungewöhnliche Projekt, mit dem die Jugendlichen auch die Gelegenheit erhalten sollen, die Natur fernab vom Klassenraum mit allen Sinnen zu erleben, fiel Mitte November. Aus diesem Anlass begutachteten die Neuköllner Bildungsstadträtin Franziska Giffey und die Grazer Gemeinderätin Sissi Potzinger gemeinsam mit den SchülerInnen die 3,3 Hektar große Anbaufläche für den künftigen Bio-Knoblauch.

Europäisches Modellprojekt

Die Neuköllner Arbeitsgruppe ist ein zusätzlicher Pfeiler des europäischen Modellprojekts „Bio-Knoblauch Romanes“, das auf eine Initiative der europäischen Menschenrechtsstadt Graz und des österreichischen Vereins European Neighbours zurückgeht. Durch die langfristige Zusammenarbeit europäischer Nachbarn wollen die Initiatoren die soziale Situation von Roma-Familien vor allem in Südosteuropa stärken. Finanziert wird das Projekt durch das EU-Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“.

Mit dem ökologisch verträglichen Anbau von Knoblauchpflanzen, die derzeit noch zu etwa 80 Prozent aus China nach Europa importiert werden, sollen sich die Roma eigenständig eine – vermutlich – lukrative Einnahmequelle erschließen können und zugleich langfristig besser in die Europäische Gemeinschaft integriert werden. Geschult werden sie dabei von jungen Roma, die sich in einer landwirtschaftlichen Fachschule bei Graz zu Projektleitern ausbilden lassen können. „Da sich Knoblauch nicht als Monokultur eignet, sind die Themen Fruchtfolge und Mischkultur wesentliche Elemente der Projektarbeit“, betont Bernd Spiegl, Vorstandsvorsitzender des Vereins European Neighbours.

Zu den Ländern, in denen das Projekt in den kommenden Jahren erprobt werden soll, gehören Kroatien, Rumänien und Ungarn. „In der nordostkroatischen Stadt Koprivnica und in der zentralslowakischen Stadt Banska Bystrica geht das ökosoziale Zukunftsprojekt Bio-Knoblauch Romanes sehr erfolgreich in das zweite Projektjahr“, so Spiegl.

Weitere Infos unter www.european-neighbours.net

 

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August-Heyn-Gartenarbeitsschule Neukölln, Fritz-Reuter-Allee 121, 12359 Berlin

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