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Ein Parkhaus soll grüner werden

Ein Parkhaus soll grüner werden
Noch Beton, bald schon grün: Das verwaiste oberste Parkdeck des Schillerparkcenters soll das Projekt Himmelbeet beherbergen.
Ein Gemeinschaftsgarten über den Dächern Weddings – was sich zunächst wie eine städteplanerische Utopie anhört, wollen die Initiatorinnen des Projekts "Himmelbeet" in die Tat umsetzen. Geplanter Standort ist das oberste Deck eines Parkhauses.

Manchmal darf es eine Weisheit sein: „Das Projekt wächst mit den Menschen, die mitmachen“, sagt Jella Trenkelbach. Gemeinsam mit Hannah Lisa Linsmaier möchte sie auf dem tristen, seit acht Jahren ungenutzten oberen Parkdeck des Schillerparkcenters einen Gemeinschaftsgarten anlegen. Das klingt zunächst nicht eben naheliegend, doch die beiden Initiatorinnen haben mit dem Pächter des Centers, der Supermarktkette Real bereits Einigkeit erzielt. Das Unternehmen verlangt einen eher symbolischen Mietpreis und hilft darüber hinaus beim Marketing. „Das neue Bio ist regional“, erklärt der Rewe-Nachhaltigkeitsbeauftragte Gerald Wood in der Weddinger Ausgabe des Berliner Abendblatts. „Unsere Kunden wünschen sich Produkte, die nicht eine Weltreise hinter sich haben, sondern in der Nähe angebaut werden“.

Damit stimmen die Himmelbeet-Macherinnen überein und gehen sogar noch darüber hinaus: „Wir setzen eher auf große Artenvielfalt als maximalen Ertrag und wollen alte, fast in Vergessenheit geratene Sorten rekultivieren“, erklärte Jella Trenkelbach auf einer Infoveranstaltung in der Beuth-Hochschule. Die 37-jährige Illustratorin und Kreativ-Therapeutin rechnet damit, dass vieles zunächst ausprobiert werden muss: „Wie viele Pflanzen kommen mit den speziellen klimatischen Bedingungen auf dieser Höhe klar? Es gibt bis zu 30 % mehr Sonneneinstrahlung und spezielle Windverhältnisse auf dem Parkdeck.“ Die Vorfreude auf das Projekt ist ihr ebenso anzumerken wie die Spannung – 2013 soll es losgehen.

Blühender Beton

Doch das Parkdeck ist eine 6000 Quadratmeter große Betonfläche – wie soll hier jemals etwas wachsen? Die Lösung ist verblüffend einfach: Auf einem Fundament von Euro-Paletten werden Gemüse und Kräuter in 40 Liter fassenden Bäckerkisten aus Kunststoff und in Reissäcken angebaut, wie Jella Trenkelbach erzählt. In diesen Hochbeeten herrschen gute Wachstumsbedingungen für Gemüse und Beeren – dank mehrerer Schichten von Pflanzenabfällen und Kompost. Die Euro-Paletten sorgen außerdem für die Mobilität der Beete.

Die Kisten erinnern an ein bekanntes Vorbild, die Prinzessinnengärten am Kreuzberger Moritzplatz. Doch das Himmelbeet auf dem Weddinger Parkdeck unterscheidet sich andererseits deutlich vom Pionierprojekt. Durch die Höhenlage dürfte der Gemeinschaftsgarten ein begehrtes Studienobjekt darstellen, das von der Größe her in Europa einmalig sein dürfte. „Wir wollen das Projekt auch durch die Vermietung von Beeten finanzieren“, sagen die Initiatorinnen. Ab Frühling 2013 sollen interessierte Hobbygärtner Beete mieten können, auch ein kleines Café ist geplant. Ein Unterstand für Einkaufswagen könnte nach einigen Umbauten als Gewächshaus dienen. Schon im Sommer nächsten Jahres, nach Abschluss von Verträgen und Versicherungen, könnte sich die gewaltige Teerwüste über der Müller- und Ungarnstraße in ein grünes Paradies verwandeln.

Doch es gibt auch Einschränkungen: „Wir legen Wert auf gentechnikfreies Saatgut und den Verzicht auf Herbizide und Pestizide“, sagt Jella Trenkelbach. In einer solchen Umgebung könnten auch Bienen heimisch werden: keine Frage, dass dann ein Imker seinen Bienenstock im „Himmelbeet“ platzieren wird.

Jella Trenkelbach und Hannah Lisa Linsmaier suchen noch Unterstützer, Förderer und Sponsoren. Darüber hinaus benötigen Sie zum Beginn des Projekts im Frühjahr Europaletten, Bäckerkisten und Reissäcke. Die beiden Initiatorinnen sind unter folgender Adresse erreichbar: himmelbeet@googlemail.com. Mehr Infos unter www.himmelbeet.com    

Dieser Text entstand in Kooperation mit dem Blog Weddingweiser: weddingweiser.wordpress.com


Quelle: externe Quelle

Ein Parkhaus soll grüner werden, Müllerstraße 47, 13349 Berlin

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