Verein Gaslicht-Kultur organisiert Menschenkette

Protest gegen Gaslaternen-Aus

Mehrere hundert Teilnehmer unterstützten am 17. November die Protestaktion gegen den Abriss der Berliner Gaslaternen.
Mehrere hundert Teilnehmer unterstützten am 17. November die Protestaktion gegen den Abriss der Berliner Gaslaternen.
Am 17. November demonstrierten zahlreiche Bürgerinitiativen und Anwohner auf dem Amtsgerichtsplatz in Charlottenburg für den Erhalt der traditionellen Berliner Gaslaternen. Eine Menschenkette sollte ihrem Anliegen Nachdruck verleihen.

Mit einer großangelegten Protestaktion wendeten sich Anwohner, Bürgervereine und traditionsbewusste Hauptstädter am Samstag gegen den voranschreitenden Abriss der Gas-Straßenleuchten. Noch in diesem Monat soll die Abrisswelle, die vom Berliner Senat seit 2008 vorangetrieben wird und der bis 2014 8400 Gasleuchten zum Opfer fallen sollen, auch die inneren Bereiche Charlottenburgs erreichen. Mit einer Menschenkette wollten die gemeinnützigen Vereine „Gaslicht-Kultur“ und „Denk mal an Berlin“ auf die Forderungen der Gaslicht-Befürworter aufmerksam machen.

„Für uns stellt die Gasbeleuchtung ein einzigartiges Kulturgut und ein schützenswertes Alleinstellungsmerkmal für die Hauptstadt dar“, so Bertold Kujath, erster Vorsitzender des Vereins Gaslicht-Kultur. „Solange noch nicht hinlänglich geprüft ist, ob die Umstellung auf elektrische Beleuchtung tatsächlich einen Kostenvorteil darstellt und inwieweit die Gaslaternen unter Denkmalschutz stehen, werden wir uns gegen den Abriss stark machen.“

Ein schützenswerter Kiez

Mit der Menschenkette wollten die Freunde des Berliner Gaslichtes dabei vor allem gegen den Beginn der Abrissarbeiten rund um das Charlottenburger Amtsgericht mobil machen. „Der Amtsgerichts-Kiez ist ein aus städtebaulicher Sicht hochgradig schützenswertes Areal“, so Kujath. Solange das Landesdenkmalamt noch nicht abschließend über den Status des Wohnviertels entschieden habe, dürfe daher nicht mit dem Abriss der Gaslaternen begonnen werden.

Eine Petition, in der sich 20.822 Menschen für den Erhalt der Berliner Gasbeleuchtung ausgesprochen hatten, konnte bisher nicht den gewünschten Erfolg erzielen. „Bisher wurde uns noch kein Termin bei Herrn Wowereit eingeräumt – und das, obwohl die Übergabe der Petition nur einige Minuten in Anspruch nehmen dürfte“, bedauert Kujath. Mit der Menschenkette am Amtsgericht wollen sich die Unterstützer der Gasbeleuchtung trotzdem Gehör verschaffen.

Weitere Infos unter gaslicht-kultur.de

Protest gegen Gaslaternen-Aus, Amtsgerichtsplatz 1, 14057 Berlin

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