Guggenheim-Lab

Und weiter geht's am Pfefferberg

Auf dem Pfefferberg-Gelände haben die Vorbereitungen für das Guggenheim-Lab begonnen.
Auf dem Pfefferberg-Gelände haben die Vorbereitungen für das Guggenheim-Lab begonnen.
Im Prenzlauer Berg beginnen die Vorbereitungen für das Guggenheim-Lab. Am Dienstag riefen Gegner des Projektes zu einer ersten Aktion auf.

Protestiert wird auch unter widrigen Bedingungen: Die Gegner des Guggenheim Lab ließen sich am gestrigen Dienstag nicht von Regenschauern aufhalten. Sie bezogen ein Zelt vor dem Pfefferberg an der Schönhauser Allee und stellten eine improvisierte Film-Präsentation gegen das von BMW unterstützte Kreativ-Projekt auf die Beine. Am neuen Standort des Lab wurde die Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“ gezeigt. Darin wird die Ausbeutung von NS-Zwangsarbeitern durch den Familienbetrieb thematisiert. Heute ist das Unternehmen Anteilseigner von BMW – für die Protestierer ein Grund, den Automobilkonzern als Unterstützer des geplanten Kreativen-Lab abzulehnen.

Von der Ideenschmiede ist auf dem Pfefferberg-Gelände bisher wenig zu sehen. Doch Gegner des Projektes aus Mitte und Prenzlauer Berg wollen weiter gegen das Guggenheim-Lab vorgehen. Bereits am Dienstag wurden sie dabei streng kontrolliert: 70 Polizeibeamte sollten für Sicherheit und Ordnung sorgen. Zu kritischen Situationen kam es jedoch nicht.

Für die Kiezgruppe Prenzlauer Berg sei die Ideenschmiede kein tragfähiger Ort für eine ernsthafte Diskussion um die Zukunft der Stadt, so Sprecherin Claudia Müller. Fragen der Stadtentwicklung sollten im öffentlichen Raum diskutiert und nicht von komerziellen Unternehmen gelenkt werden.

Bauarbeiten beginnen

Die Arbeiten für das vom New Yorker Guggenheim Konzern initiierte Lab haben unterdessen begonnen. Die schweizer Nüssli AG soll die Bebauung des Pfefferberg-Geländes koordinieren. Das Unternehmen betreute zuletzt den Bau des Austragungsortes des Eurovision Song Contest in Baku, Aserbaidschan. Wann die temporäre Ideenschmiede genau errichtet wird, ist noch nicht bekannt. Sogar der Geschäftsführer des Pfefferbergs, Andreas Kranold, kennt den Liefertermin der Bauteile nicht. Eröffnet werden soll das Guggenheim-Lab bereits am 15. Juni.

Ein Team des New Yorker Guggenheim ist in Berlin unterdessen mit den Programmvorbereitungen beschäftigt. Das Problem der Gentrifizierung wurde nach den Kreuzberger Protesten gegen das Lab in die Themenauswahl aufgenommen. Bereits heute kann man sich via Internet an den Diskussionen beteiligen. Auf der Seite des Guggenheim-Lab werden Opfer der Gentrifizierung dazu aufgerufen, von ihren Erfahrungen zu berichten.

Der entsprechende Blogeintrag von Christine McLaren blieb bis Dienstag unbeantwortet. Geplant sind außerdem Gespräche über Do-it-yourself-Angebote „die zeigen, wie man die eigene Stadt mitgestalten kann, indem man öffentliche Räume ‚hackt‘ und umwandelt“, über „nachhaltige Mobilität“ und innovative Technologien, die „das urbane Leben, Bewusstsein und Design verändern können“.

Geringeres Gefährdungspotential

Für den neuen Standort am Pfefferberg hat die Berliner Polizei eine aktuelle Analyse des Gefährdungspotentials erarbeitet. Sie scheint besser ausgefallen zu sein als am Kreuzberger Spreeufer an der Cuvrystraße. Dort hatte es Aufrufe zu Besetzungen und Farbbeutel-Attacken gegeben und die Veranstalter hatten sich vom Gelände zurückgezogen. Nun geht auch die Polizei offenbar von einem reibungsloseren Ablauf aus. Man habe ein „gemeinsames Sicherheitskonzept“ mit den Organisatoren des Guggenheim-Lab erstellt, so Polizeisprecher Redlich. „Die Polizei beteiligt sich am Schutz des Labs.“

Die besonders vehementen Aktivisten gegen das Guggenheim-Lab hatten nach dem Rückzug aus Kreuzberg angekündigt, die Ideenschmiede überall im Stadtgebiet zu behindern. Obwohl die Initiatoren betonen, das Diskussionsforum stehe für alle offen, fühlen sich die Gegner bei der Ausarbeitung der Veranstaltung übergangen.

Der BMW-Konzern will trotz der andauernden Proteste das Projekt weiter unterstützen. „Wir stehen voll hinter dem Guggenheim Lab“, so Thomas Girst, Leiter der BMW-Kulturabteilung. Das Konzept zu der Veranstaltung sei in jahrelanger Zusammenarbeit zwischen dem Automobilkonzern und Guggenheim entstanden, nun werde man nicht kurzfristig abspringen.


Quelle: Der Tagesspiegel

Pfefferberg, Schönhauser Allee A 176, 10119 Berlin

Entscheidung gefallen: Hier zieht im Juni das Guggenheim Lab ein.

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