Pufferimbiss am Hermannplatz

Der Goldene Gral der Kartoffel

Der Goldene Gral der Kartoffel
Wer den ganzen Traum von einem Kartoffelpuffer nicht schafft, kann ihn sich auch einpacken lass. Wär doch schade drum.
Da soll noch einer sagen, in Neukölln gäbe es keine frischen Ideen, wenn es ums Essen geht. Die Kartoffelpuffer und Eierkuchen im Pufferimbiss am Hermannplatz sind so frisch, dass einem ganz warm ums Herz wird.

Es gibt Gerichte, die kaum jemand so gut zubereiten kann wie Mama oder Omi. Wenn sich jemand anderes daran versucht, endet das ganze Unterfangen meist enttäuschend. Zu diesen speziellen „Mit-Liebe-gemacht-Gerichten“ zählen meiner Meinung nach definitiv Kartoffelpuffer. Oft probierte ich bei der Schulspeisung oder in der Mensa den Snack mit dem erhofften Heimatgefühl. Doch was auf meinem Teller landete, war eine pappige, fettig triefende und unförmige Kartoffelmatsche.

Als ich mal wieder am Hermannplatz umher irrte, weil ich auf das Fast-Food-Ketten-Einerlei keine Lust hatte, verschlug mich meine kulinarische Entdeckungstour auf den Weg in Richtung Hasenheide. Auf 250 Metern reihen sich ein paar kleine, feine Läden, in denen der Hunger der Neuköllner gestillt wird. Ein Pizzabäcker, ein indisches Restaurant und Vietnamesische Spezialitäten locken mit exotischen Gerichten. Aber auf meiner Suche nach Hausmannskost sticht ein Laden definitiv hervor: der Pufferimbiss, schon seit über 25 Jahren DIE Adresse für Puffer-Freunde.

Ein Wagenrad von einem Kartoffelpuffer

Der kleine, unauffällige Pufferimbiss gehört Georg Wojatzis. Der Stand sieht einer Currywurstbude zum Verwechseln ähnlich. Aber auf dem Grill brutzeln eben keine Schweine, sondern Kartoffelpuffer in Wagenradgröße sowie Eierkuchen. Die freundliche Mitarbeiterin Eleonore Nowak berät Unentschlossene: „Die Eierkuchen sind mit Kirschen und Vanillesoße, aber die Kartoffelpuffer sind herzhaft, da passt das nicht. Wie wär es mit Kräuterquark?“ Der Puffer mit Quark für 2,70 Euro ist so riesig, dass er fast nicht auf den Teller passt. Und noch viel wichtiger: Seine Konsistenz ist perfekt. Außen knusprig und innen noch ein wenig weich, aber schön warm und leicht zwiebelig.

Ob mir wohl jemand das Geheimrezept verrät? „Den Teig rührt der Chef jeden Morgen frisch an“, sagt Eleonore Nowak. Sie arbeite schon seit zehn Jahren in dem Imbiss und könne doch nicht umhin, jeden Tag ein wenig davon zu naschen, gibt sie mit einem Lächeln zu.

So ein Kartoffelpuffer ohne alles für 2,20 Euro reicht übrigens auch locker für zwei Leute mit mäßigem Hunger. Sollte es dabei Entscheidungsschwierigkeiten geben, dann ist ein 2-Gänge-Menu vielleicht die bessere Alternative. Zum herzhaften Kräuterquark-Puffer passt als Nachspeise ein Eierkuchen mit fruchtiger Marmelade (30 Cent extra) oder schokoladiger Nutella (50 Cent). An alle Omas dieser Welt: Ihr habt Konkurrenz bekommen.

Pufferimbiss am Hermannplatz, Hasenheide 1-4, 10967 Berlin

Telefon 030 6929494


Monatag bis Freitag von 10:30 Uhr bis 20:00 Uhr
Samstag von 10:30 Uhr bis 17:00 Uhr

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