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"Konstruktive Schwachstellen"

Die Stadtbahn wird 2015 für drei Monate teilgesperrt werden, weil am Hauptbahnhof beim Bau der Bahnbrücken aus Zeitgründen geschlampt wurde. Schon seit der Eröffnung des Bahnhofs weisen deren Verbindungsteile angeblich Verschleißerscheinungen auf ...

Das 2006 in Berlin eingeführte „Pilzkonzept“ für den Bahnverkehr hat, mit dem Hauptbahnhof als zentralem Umsteigedrehkreuz, seine größten Vorteile nicht nur in der besseren Anbindung des Nordens und Südens, sondern vor allem auch darin, dass es nicht mehr länger nur eine innerstädtische Hauptverkehrsachse gibt und Züge im Ernstfall auch über die neue Nord-Süd-Trasse umgeleitet werden können

Bei zahlreichen Sperrungen aufgrund von Weichenstörungen, Bauarbeiten oder Polizeieinsätzen hat dieses Konzept sich schon bewährt. Doch wird das auch für eine längere Dauer funktionieren, ohne im Chaos auszuarten? Etwa dann, wenn die Stadtbahn 2015 für drei Monate teilgesperrt werden muss, weil am Hauptbahnhof beim Bau der preisgekrönten Bahnbrücken aus Zeitgründen geschlampt wurde. Deren Verbindungsteile weisen laut Medienberichten schon seit Eröffnung des Bahnhofs Verschleißerscheinungen auf, der Versuch einer Reparatur blieb erfolglos.

Aus diesem Grunde wurde Fern- und Regionalzügen im östlichen Teil des Bahnhofs ein Tempolimit verordnet, das subjektiv jedoch gar nicht auffällt und angeblich auch keine Auswirkungen auf die Pünktlichkeit hat – schließlich werden die größten Verspätungen im Raum Berlin schon vorher auf zahlreichen Langsamfahrstellen entlang des Nadelöhrs Stadtbahn generiert. Die S-Bahn sei vom Tempolimit nicht betroffen, hieß es in den Berichten von 2012, obwohl gerade sie in letzter Zeit durch erstaunlich langsame Einfahrten in den Bahnhof auffällt, und letztendlich auch ihre Gleise saniert werden müssen. Die Vorstellung einer längerfristig blockierten Stadtbahn lässt nicht nur böse Vorahnungen von Stress und Chaos entstehen, sondern weckt auch Erinnerungen an einstige Pläne der Bahn, den Verkehr auf Berlins Ost-West-Achse auszudünnen.

2011 gab es Berichte, nach denen erwogen wurde, den gesamten Fernverkehr auf die Nord-Süd-Achse umzuverteilen und damit wichtige Knoten wie den Ostbahnhof vom Fernverkehr abzuhängen. Notwendig würde diese Maßnahme laut Bahn wegen des verstärkten Regionalverkehrs zum neuen Flughafen…

 

 

Ist es möglich, dass man bei der Brückenkonstruktion mehr Wert auf Schnelligkeit statt auf Sorgfalt gelegt hat, weil die Strecke später ohnehin entschleunigt und damit weniger ausgelastet werden sollte? Ein Plan, der möglicherweise nur wegen der Flughafenverschiebung nicht verwirklicht wurde, was nun wiederum die aufwändige, teure Sanierung erforderlich macht …

Der Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt von Berlin Hauptbahnhof Blog: http://berlinhauptbahnhof.wordpress.com

 

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