Kieztour durch Neu-Venedig

Idylle am Rande Berlins

Idylle am Rande Berlins
Der Eingang zum Kiez und somit zur Kleingartensiedlung Neu-Venedig ist nicht zu übersehen. Hier beginnt meine Kieztour. Zur Foto-Galerie
Neu-Venedig – In einem kleinen Kiez, der direkt zwischen zwei Seen liegt, sollte man sich besonders gut erholen können. An einem heißen Sommertag machte ich mich auf den Weg, um dieses schöne Fleckchen Erde in Wilhelmshagen zu erkunden.

Das Bestehen Neu-Venedigs geht auf das Jahr 1890 zurück. Damals gehörte das Gebiet zu den sumpfigen Spreewiesen, die durch ein Kanalsystem entwässert wurden. Heute ist dort ein idyllischer Rückzugsort entstanden. Die sechs Inseln werden von einem fünf Kilometer langen Kanalsystem voneinander getrennt. Zehn der 13 Brücken sind extra für den Autoverkehr erbaut worden.

Obwohl man bei einem Spaziergang viele riesige Villen entdecken kann, gilt im Inneren von Neu-Venedig bis heute kein Dauerwohnrecht. Die Grundstücke gehören alle zum Flutgelände von Berlin und sollen diese vor Hochwasser schützen, die Flächen können im Notfall also geflutet werden.

Mein Spaziergang

Bei meiner Tour durch Neu-Venedig fiel mir eines sofort auf: Es ist absolut ruhig. Als geborene Berlinerin ist man den Krach gewohnt und merkt gar nicht, wie laut die Großstadt sein kann, bis man die völlige Ruhe hat. Als ich aus der S-Bahn stieg, war es so still, dass ich das Knacken des Bahnhofdachs ganz deutlich hören konnte. Weil das für mich schockierend war, machte ich mich sofort auf den Weg Richtung Fürstenwalder Allee.

Angekommen am Rialtoring fühlte ich mich zurückversetzt in die Zeit, als ich meine Sommerferien bei Oma und Opa in der Gartenkolonie verbracht habe. Die Straßen und Gärten sahen nicht nur genauso aus, sondern rochen auch sehr ähnlich, eben dieser typische Kleingarten-Geruch. In der Hoffnung, irgendwann ans Wasser zu kommen lief ich immer weiter der Müggelspree entgegen.

Als ich an die erste Brücke kam, fiel mir sofort auf, dass jeder, ob Wassergrundstück oder nicht, in seinem Garten oder der Garage ein Boot hat. Von Yachten bis zum Schlauchboot ist am Kanalsystem alles vertreten. Gerade im Sommer muss es unheimlich entspannend sein, sich einfach ins Boot schwingen zu können, um ein paar Runden zu drehen. Außerdem kann man vom Garten aus sofort ins kalte Nass springen, ohne noch weit fahren zu müssen, wie die Städter. Selbst wer kein Wassergrundstück besitzt, hat es nicht sonderlich weit bis zum nächsten See. Der Müggelsee und der Dämeritzsee sind quasi in Laufnähe.

Wie in jeder Kleingartensiedlung gibt es auch in Neu-Venedig eine Gaststätte, wo sich die Besucher stärken können. Weil diese direkt an einem der Kanäle liegt, haben auch Kanufahrer die Möglichkeit eine kleine Pause einzulegen. Das Restaurant mit dem einfallsreichen Namen „Neu Venedig“ liegt in der nördlichen Hälfte des Kiezes. Ähnlich wie in den meisten solcher Gaststätten sollte man auch hier kein Gourmetessen erwarten. Dafür stimmt der Preis und es ist einfach schön, sich mit einem kühlen Bier auf die Wiese zu setzen, um den Sommer zu genießen.

Mein Fazit

Besonders viel zu sehen gibt es in Neu-Venedig eigentlich nicht. Außer ein paar schönen Häusern und Gärten ist mir nicht viel ins Auge gesprungen. Schade fand ich, dass nirgendwo auch nur ein kleines Plätzchen am Wasser frei war, damit man sich an heißen Sommertagen abkühlen kann. Dieser Kiez ist wirklich nur für Besucher mit Booten gemacht. Mit Kanus kann man die Landschaft deutlich besser genießen und sieht auch mehr von den kunstvoll dekorierten Gärten. Idyllisch ist es in Neu-Venedig aber auf jeden Fall.

Für einen Besuch im Kiez fährt man am besten mit der S3 bis Wilhelmshagen. Von dort aus kann man entweder laufen oder mit dem Bus 161 bis Fürstenwalder Allee / Schule fahren. Von dort aus sind es nur wenige Meter bis zum Neu-Venedig-Schild.
Man kann auch mit der Regionalbahn bis Erkner fahren und von dort aus mit dem Bus 161 bis Fürstenwalder Allee / Schule fahren.

 

Foto Galerie

Neu Venedig, Finkenweg 348, 12589 Berlin

Telefon 030 6489309

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