Rollschuhdisko in Kreuzberg

Auf Rollen in die 80er

Auf Rollen in die 80er
Im SO36 ist mindestens einmal im Monat Roller Skate Disco angesagt - auf dem Parkett wird sich gemeinsam in den Feierabend gerollt. Zur Foto-Galerie
Kreuzberg - Im SO36 kommt man auch nach der Arbeit wieder richtig in Fahrt. Das Konzept der beliebten Roller Skate Disko aus den achtziger Jahren ist zurück. Ob Rollschuhneuling oder Profi - auf diesem Parkett dreht jeder am Rad.

Zwischen Hanfhaus und Biererei liegt das SO36. Benannt nach der alten Bezirksnummerierung in Westberlin hat der Laden mindestens soviel mitgemacht wie sein Kiez. Die Mehrzweckhalle diente in ihrer Vergangenheit schon als Kino, Atelier, Supermarkt und 1.-Mai-Kulisse. Seit der Kultschuppen 1990 renoviert wurde, ist der Club im Herzen Kreuzbergs noch vielseitiger im Einsatz. Ob Bad Taste Partys, Nachtflohmarkt oder Kiezbingo: Hier ist man offen für neue, (alte)  Ideen.

Auf den Treppenstufen des Eingangs wird auch schon das erste Bier gezischt. Mit dem Stempel auf dem Handrücken führt uns der schlauchartige, dunkle Gang vorbei an der Garderobe. Dort gibt es jene Schuhe, die seit den wilden Achtzigern nur noch selten zu sehen sind: Rollschuhe. Wer selbst welche besitzt darf diese nutzen, genauso wie die neuartigeren Inline Skates.

Der frühe Standardfuß fängt den Schuh

Vor 20.30 Uhr ist noch nichts los auf der Tanzfläche. Momentan befinden sich die meisten Diskogänger noch in der stickigen Kleiderkammer. Denn zuallererst wird der (hoffentlich) passende Schuh bestellt, anprobiert und stundenweise bezahlt. Die Atmosphäre ist ausgelassen, englische Sprachfetzen fliegen umher und die unterhaltsamen Mitarbeiter beim Verleih scheinen ihren Job zu mögen. Völlig abgelenkt von ihren Späßchen fällt uns kurz die untergejubelte, kleinere Schuhgröße gar nicht auf… Eine 39 gab es anscheinend nicht mehr – also bitte merken: Standardfüße sollten früher antanzen.

Die klassischen Rollschuhe sind schwerer als gedacht, dafür hält sich das Gleichgewicht nach ein paar wackeligen Minuten leichter als gedacht. Doch kaum ist das sichere Gefühl erlangt, schwindet es auf der Tanzfläche beim Tanzkurs wieder. Auf der beleuchteten Bühne steht der Roller-Skate-Tanzlehrer und ruft enthusiastisch: „One, two, three, four, five, six, seven, eight and one…“ in einer Endlosschleife. Wer vor dem Kurs nicht auf Englisch bis acht zählen kann, beherrscht es spätestens nach diesen 40 Minuten. Darüber hinaus bringt einen der Animateur ganz schön ins Schwitzen. Die sommerlichen Temperaturen, die erforderliche Balance, Konzentration und Körperspannung nehmen einen ein.

Trotz des ansteigenden Schwierigkeitsgrades bleibt die Tanzfläche aber gut besucht. Die Rollschuhe entwickeln manchmal ihr Eigenleben, wodurch das Gruppengefühl und die familiäre Stimmung durch kleine Kollisionen immer weiter gestärkt werden. Ob das Ergebnis der Kategorie „tanzen“ zugeordnet werden kann, ist die Frage. Aber alle haben Spaß.

Die anschließende Disko ist trotz der neu erlernten „Moves“ eher ein Rundenlauf, der auf Dauer einige Stopps an der Bar einfordert. Macht man aber gerne mit dank des freundlichen Personals, der humanen Preise und der bunten Truppe. Die Rollschuhparty lohnt sich sowohl für Singles, als auch für einen romantischen Abend zu zweit. Man könnte sagen, sie ist für alle Berliner Nachtschwärmer da. Genauso wie das SO36.

Los geht’s jeden dritten Montag des Monats ab 20 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro und der Rollschuhverleih 3 Euro pro Stunde.

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SO36, Oranienstr. 190, 10999 Berlin

Telefon 030 61401306

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Club: je nach Veranstaltung

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