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Endlich eine vierte Aufführung

Endlich eine vierte Aufführung
Das Plakat zum Theaterstück, gestaltet von Gruppenmitglied Elke Brumm.
Die Zehlendorfer Theatergruppe Schattenlichter zeigt mit "Lola" ihre 31. Aufführungsreihe.

Schon 30 Inszenierungen hat die Zehlendorfer Theatergruppe Schattenlichter seit 1985 auf die Bühne gebracht, und ungefähr genauso lange debattiert die Laiengruppe schon darüber, ob sie ihre Stücke mehr als dreimal aufführen sollte. 2013 ist es soweit: Die Schattenlichter brechen mit ihrer Tradition und spielen erstmals viermal! „Da die meisten in Beruf und Familie eingebunden sind, sind schon drei Aufführungen und die Vorbereitungen dazu eine starke Belastung, und ein Hobby soll ja keinen Stress bedeuten“, erläutert Elke Brumm, die seit 1986 zu der Laientheatergruppe gehört. „Doch nachdem wir in den vergangenen Jahren oft bereits 14 Tage vor der Premiere ausgebucht waren, werden wir es nun doch einmal mit vier Aufführungen versuchen.“

Erstmals wird gesungen und getanzt

Es gibt noch eine weitere Neuerung: Erstmals wird bei den Schattenlichtern auch gesungen und getanzt! Zwei Gruppenmitglieder, die 2011 neu dazu kamen, brachten entsprechende Erfahrungen mit, von denen nun auch das Zehlendorfer Publikum profitieren soll. Außerdem bietet sich das aktuelle Stück geradezu für Tanz und Gesang an. Es ist „Lola – eine Kleinbürgertragödie“, vielen Menschen bekannt durch die Fassbinder-Verfilmung von 1981, in der Barbara Sukowa in der Hauptrolle eindrucksvoll singt und tanzt. „Lola – Eine Kleinbürgertragödie“ erzählt von den Zeiten des Wirtschaftswunders, von hemmungslosem Profitstreben in den Gründerjahren der Bundesrepublik, von Kleinbürgern und ihren politischen Machenschaften und von der Sehnsucht nach Liebe.

1957 in der westdeutschen Provinz: Die Baubranche boomt, im örtlichen Bordell feiert der Bauunternehmer Schuckert mit den Honoratioren der Stadt den neuen Reichtum. Strahlender Mittelpunkt dieser bigotten Gesellschaft ist die Tänzerin Lola. In diesen kleinstädtischen Filz kommt ein neuer Baudezernent, ein geradliniger Mann, der eine bürgernahe Baupolitik durchsetzen will. Er verliebt sich in Lola, ohne ihren Beruf zu kennen. Als er schließlich hinter ihr Geheimnis – und das Geheimnis unzähliger Würdenträger der Stadt – kommt, will er den städtischen Sumpf trockenlegen. Wird er sein Vorhaben durchziehen? Und wer wird Lola bekommen?

Aufführungen im Paulus-Gemeindehaus

Die Inszenierung haben – wie bei den Schattenlichtern üblich – alle Gruppenmitglieder gemeinsam erarbeitet. Was dabei herausgekommen ist, kann man sich am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag, dem 6., 7., 8. und 9. März 2013, um 20 Uhr im Paulus-Gemeindehaus, Teltower Damm 4.8, in Zehlendorf-Mitte ansehen.

Der Name „Schattenlichter“ stammt aus dem Jahr 1985, als die damalige Konfirmandengruppe in der Zehlendorfer Pauluskirche ein Schattenspiel aufführte. Doch bald wandte sich die Gruppe abendfüllenden Dramen zu und zog ins Gemeindehaus am Teltower Damm. Seither werden im Jahresrhythmus anspruchsvolle Stücke namhafter Autoren wie Frisch, Dürrenmatt, Shaw, Wilde, Ionesco und Gogol gezeigt. Der Name Schattenlichter blieb. Derzeit gehören der Gruppe rund 20 Schüler, Studenten, Arbeitnehmer und Rentner an.

Karten für fünf Euro gibt es bis zum 4. März im Gemeindebüro (montags und mittwochs zwischen 10 und 13 Uhr, donnerstags zwischen 16 und 19 Uhr). Vorbestellung wird empfohlen: nicht im Gemeindebüro, sondern ab sofort unter der Telefonnummer 8 111 333, per E-Mail unter schattenlichter@gmx.de und im Internet unter www.schattenlichter.info.


Quelle: ElkeBrumm

Endlich eine vierte Aufführung, Teltower Damm 4-8, 14169 Berlin

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