Charlottenburg
Radweg erzürnt Rackow-Schule

Ein Pinselstrich gegen die Wettbewerbsfähigkeit

Ein Pinselstrich gegen die Wettbewerbsfähigkeit
Radweg oder Audi-Parkplatz? Die Rackow-Schule bezieht klare Position. Auf dem Bild zu sehen ist nicht der unfertige Radweg in der Fasanenstraße, sondern der neue entlang des Bahndamms in der Simplonstraße.
Kurfürstendamm - In der Fasanenstraße wurde kürzlich ein Radweg angelegt. Ein offener Brief der Rackow-Schule will nun deutlich machen, dass das Bauvorhaben nicht von allen Betroffenen als attraktive Lösung angesehen wird. Ohne Polemik kommt das Schreiben jedoch nicht aus.

Stein des Anstoßes: Ein entgegen der Einbahnstraße verlaufender Fahrstreifen für Radler, der von der Lietzenburger Straße zur Hardenbergstraße führt. Der in einer Nacht-und-Nebelaktion provisorisch aufgemalte Radweg kreuzt damit die Kantstraße sowie den Kurfürstendamm und führt an der Haltestelle Uhlandstraße und der Rackow-Schule vorbei. Das Problem: Die Parkplätze auf der Seite des Radweges fallen weg. Ein Interessenkonflikt entsteht – und damit die Frage, was mehr wiegt: das Fahrrad oder das Auto?

Die Rackow-Schule nimmt sich in einem offenen Brief nun dieses Dilemmas an. Spätestens am 21. September soll ein offener Brief der Rackow-Schule Berlin, den Geschäftsführer Dennis Rabensdorf und Schulleiter Tim Balzer aufgesetzt haben, im zuständigen Bezirksamt eingehen. Bürgermeister Reinhard Naumann und sein Stellvertreter Klaus-Dieter Gröhler werden darin aufgefordert, die Pläne für den Radweg umgehend zu überdenken.

Harsche Kritik

Die Argumentation des Briefes geht nicht von der fehlenden Teilhabe der Schule am Radprojekt aus. Kritik an der intransparenten Kommunikation von Bauvorhaben und den fehlenden Partizipationsmöglichkeiten wird nicht geübt. Obwohl die Geschwindigkeit, mit der ein kaum angekündigter Radweg geplant und daraufhin die ersten „falsch parkenden“ Autos abgeschleppt wurden, beeindruckend ist.

Die Wortwahl des Briefes ist teilweise polemisch: „Und warum dieser Fahrradweg? Damit die Politik beweisen kann, dass Radfahrer die besseren Menschen sind und diese durch einen Pinselstrich geschützt werden müssen. Aktuell sind in der Fasanenstraße fast keine Fahrradfahrer zu sehen. Unsere Wettbewerbsfähigkeit und die gesamte Fasanenstraße leiden unter dieser unsinnigen Maßnahme.“

Man fragt sich, ob die Gegend um den Ku’damm wirklich vor allem von Autofahrern bevölkert wird oder die Radfahrer die Fasanenstraße vielleicht gerade aufgrund eines fehlenden Radweges meiden. Der konstruktive Ansatz kommt in dem Brief dagegen eher kurz, das Erstaunen und der Unmut über die unfairerweise plötzlich ersatzlos gestrichenen Parkmöglichkeiten bestimmen den Tenor.

Rackow-Schule Berlin, Fasanenstr. 81, 10623 Berlin

Rackow-Schule Berlin

Screenshot der Website www.rackow-schulen.de

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