Deutsches Historisches Museum

Die RAF von Anfang bis Ende

Die RAF von Anfang bis Ende
Hier sieht man das große Plakat der Ausstellung im Deutschen Historischen Museum.
Mitte - Im Deutschen Historischen Museum widmet sich noch bis März 2015 eine Ausstellung der Roten Armee Fraktion. Welches Ziel die RAF verfolgt hat, warum sie überhaupt zur Gewalt aufrief und was nach den Attentaten passierte, sind die zentralen Themen der neuen Schau. 

Im Deutschen Historischen Museum widmet sich seit neuestem eine Ausstellung der RAF und ihrer terroristischen Gewalt, die Deutschland in Angst und Schrecken versetzte. Diese wurde ursprünglich vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg als Schau nur für den Standort Stuttgart entwickelt und als sie dann Ende November nach Berlin gekommen ist, wurde sie noch um einige Stücke ergänzt.

Unterteilung der Ausstellung

Die ganze Ausstellung ist in der Farbe rot gehalten und in mehrere zeitliche Abschnitte unterteilt. Zunächst beschäftigt sich ein Segment nur mit dem Entstehen der generellen Proteste Ende der 1960er Jahre. Erst war der Widerstand friedlich, doch einige Gruppen wollten es dabei nicht belassen und spätestens seit dem Attentat auf Rudi Dutschke kochte die Stimmung hoch. All das wird in der Ausstellung anschaulich mit Filmdokumenten und erklärenden Texten dargestellt.

Im zweiten Teil der Ausstellung wird auf die Gewalttaten eingegangen, die von der Roten Armee Fraktion begangen wurden. Insgesamt töteten sie 34 Menschen. Ihre wohl bekannteste Tat ist die Entführung und Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die nur eines der vielen Gewaltverbrechen im sogenannten „Deutschen Herbst“ war. Die Tagesschau-Ausschnitte des 5. September 1977, dem Tag, an dem Schleyer entführt wurde, geben den Besuchern einen Einblick in die Unklarheit und die Machtlosigkeit, mit der sich Polizei und Behörden, aber auch die Medien konfrontiert sahen.

Außerdem ist ein wichtiger Bestandteil des Ganzen, der Teil, in dem es darum geht, welches Ziel die RAF überhaupt verfolgt hat und warum sie zur Gewalt aufrief. Die Mitglieder wollten die Zerstörung des demokratischen Rechtsstaates erreichen und stattdessen die Errichtung eines kommunistischen Systems durchsetzen. In diesem Abschnitt wird unter anderem das Bekennerschreiben zum Buback-Attentat gezeigt.

Texte, Fotos, Videos und viele Originale

In einem anderen Teil kann man noch die damaligen Fahndungsblätter sehen und es wird gezeigt, dass die linke und alternative Jugend, die anfangs bei den Protesten dabei war, sich schnell von den Radikalen abgewandt hat und zurückgerudert ist. Im Jahr 1977 beteiligten sich tausende Menschen in der gesamten Bundesrepublik an überparteilichen Trauer- und Schweigemärschen und zeigten so ihre Verbundenheit mit dem Rechtsstaat.

Ein letzter und großer Punkt ist die Frage, was nach den Attentaten passierte. Gesondert wird auf die Geschichte von Silke Maier-Witt eingegangen, die in die DDR ausgesiedelt war und dort unter anderem Namen ein relativ unbescholtenes Leben als inoffizielle Mitarbeiterin bei der Staatssicherheit führte. Man kann dort ihren Ausreiseantrag und ihre Stasi-Akte einsehen. Nach der Wende wurde sie zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Die Ausstellung erzählt anhand von vielen Texten, Fotos, Videos und anderen Original-Dokumenten gut verständlich die Geschichte der RAF von ihrer Gründung bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1998. Noch bis zum 8. März 2015 gastiert sie im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Bis 18 Jahre ist der Eintritt frei, Erwachsene müssen acht Euro Eintritt zahlen, ermäßigt kostet es vier Euro.

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

Telefon 030 203040

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Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr

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