Roter Backstein, Stahlträger, Glas und Holz: Von außen wirkt das Gebäude des früheren DDR-Unternehmens VEB Bergmann Borsig ganz unspektakulär – wie ein typischer Industriebau in Berlin eben. Doch dass es heute wieder so schön aussieht, ist der Band Rammstein zu verdanken. Die große denkmalgeschützte Fabrikhalle in Wilhelmsruh im Bezirk Pankow stand jahrelang leer und verfiel zusehends. Warum aber fühlte sich auf einmal gerade die Band Rammstein dazu berufen, das Gelände zu retten? Dazu gibt es leider keine Info – vielleicht haben die sechs Bandmitglieder ja einfach ein persönliches Faible für Fabriken. Sie selbst präsentieren sich auf Fotos und in Musikvideos bekannterweise ja sehr gerne vor Metall- und Stahlkonstruktionen im Fabrikstil.

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Zündende Idee: Metallwalzwerk wird Rammstein-Lagerhalle

Um das Gebäude vor dem Abriss zu retten, kauften die sechs Musiker das ehemalige Metallwalzwerk also kurzerhand und ließen es von Architekten fachmännisch im Stil der Errichtungszeit um 1910 sanieren. Für ihr Engagement und den gelungen Erhalt, der laut Senat auch eine Initialzündung zur Wiederbelebung des restlichen Fabrikareals gewesen sei, bekommen Rammstein nun den Berliner Denkmalpreis 2017 verliehen. Was aber nun macht die Band mit einer Fabrikhalle? Proberaum, Konzerthalle oder gar Metallproduktion für ihre Bühnenshows? Nein, auf den 3500 Quadratmetern lagert in Zukunft ihr Bühnen-Equipment, sowie Merchandise-Artikel. Wer denkt, dass das zu viel Platz sei für ein bisschen Deko, der sollte an die Bühnenshows von Rammstein denken – sollte man das Glück gehabt haben, auf einem Konzert gewesen zu sein. Feuerwerfer, Metallbrücken, Raketen, Badewannen: Dafür braucht man schon ein wenig mehr Stauraum als den eigenen Keller.

 

Ein Beitrag geteilt von Steffen (@kopfchaos) am Jul 12, 2016 um 10:45 PDT

Schade nur für den Kultursenator Klaus Lederer, der den Preis verleiht: In Empfang nehmen wird Rammstein ihre Ferdinand-von-Quast-Medaille – benannt nach dem ersten preußischen Landeskonservator – leider wohl nicht persönlich. Die Band wird auf der Verleihung im Roten Rathaus von ihrem Manager Stefan Mehnert vertreten werden. Zwei weitere Preisträger an diesem Abend sind der Bürgerverein Hansaviertel für ihr Engagement, sowie Barbara und Hans-Dieter Jaeschke für die Sanierung des wunderschönen alten Stadtbades Oderberger.

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