• Dienstag, 03. September 2013
  • von Kevin Grünstein

Befragung der Direktkandidaten (2)

Über den Airport Tegel im Wahlkreis Reinickendorf

  • Flughafen Tegel
    Der TXL ist schon jetzt länger in Betrieb als letztes Jahr noch gedacht. Manche der Direktkandidaten haben eine recht genaue Vorstellung, ob der Flughafen geht oder bleibt. Foto: dapd - ©Andreas Prost

Jedem Kiez drückt der Schuh anderswo. Jeder Politiker hat andere Ideen für seinen Wahlkreis. QIEZ hat den Direktkandidaten auf den Zahn gefühlt und nach ihren Vorstellungen für die kiezige Zukunft gefragt. Bis zur vollständigen Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER dürfte es noch dauern. Solange muss der Airport Tegel in Betrieb bleiben. Was halten denn die Direktkandidaten von dem Vorschlag, den Flughafen in ihrem Wahlkreis auch darüber hinaus offenzuhalten?

CDU: Frank Steffel

Die Entscheidung über die Zukunft der Flughäfen im Großraum Berlin muss von Experten getroffen werden. Oberste Priorität muss jetzt die Entlastung der Anwohner in Berlins Norden haben. Mich stört die gestiegene Lärmbelastung durch den Flughafen Tegel, die vor allem auf das Versagen am neuen Flughafen und die unnötige Schließung des Flughafens Tempelhof durch die rot-rote Regierung zurückzuführen ist.

 

 

 

 

SPD: Jörg Stroedter

Von der dauerhaften Offenhaltung des Flughafen Tegels halte ich überhaupt nichts.

Die Schließung Tegels ist rechtlich abschließend entschieden. Auch die großen Fluggesellschaften wollen keine zweiten Standort neben dem BER.

Die Menschen in den Einflugschneisen leiden seit Jahrzehnten unter immer stärkerem Lärm und gehen zu Recht davon aus, dass damit Schluss ist, wenn der BER eröffnet wird. Durch die Verzögerungen müssen sie nun noch Belastungen ertragen, weil mehr Flugverkehr über TXL abgefertigt wird. Gemeinsam mit der Reinickendorfer SPD und verschiedenen Bürgerinitiativen setze ich mich für ein generelles Nachtflugverbot von 22-6 Uhr und die rasche Schließung von TXL ein. Glücklicherweise ist es in Tegel nie zu einem wirklich ernsten Zwischenfall gekommen. Wir wollen hoffen, dass es bis zur baldigen Schließung des Airports so bleibt.
Die längeren Anfahrtswege zum BER sind insofern vertretbar, als dass die meisten Bürgerinnen und Bürger ohnehin nur ein- bis zweimal pro Jahr fliegen.

Außerdem haben wir (anders als in Tempelhof) frühzeitig ein umfangreiches Nachnutzungskonzept erstellt. Mit der Beuth-Hochschule und anderen Investoren sind interessante Nachnutzer vorhanden. Es wäre also töricht und würde uns Arbeitsplätze kosten, wenn wir diese Chance nicht nutzen würden.

 

Bündnis 90/Die Grünen: Holger Lütge

Wir Grünen in Reinickendorf sind uns einig, mit den vielen AnwohnerInnnen:

Tegel muss sofort mit Inbetriebnahme von BER geschlossen werden!

Kein wenn und aber mehr.


Die Linke: Hakan Tas

Was ich vom Weiterbetrieb von TXL halte? Um es ganz kurz zu machen: Gar nichts.

Die Eröffnung des neuen Flughafens BER in Schönefeld ist planungsrechtlich nach wie vor unmittelbar an die vollständige Einstellung des Flugbetriebs von TXL innerhalb der sechs darauffolgenden Monate gebunden. Dies gilt.

Nach meiner Kenntnis würde eine längere oder ständige Offenhaltung von TXL eine ganz neue planungsrechtliche Situation, d.h. ein neues Planfeststellungsverfahren zur Erteilung einer neuen Betriebsgenehmigung, nach sich ziehen. Ich gehe davon aus, wie auch der weit überwiegende Anteil der Anwohner im Bereich der Anflugschneisen, dass ein innerstädtischer Flughafen aus einer Vielzahl von guten Gründen nicht mehr genehmigungsfähig sein würde. Vielmehr muss endlich sichergestellt werden, dass zumindest den Anwohnern, die am stärksten vom Fluglärm betroffen sind, entsprechende Lärmschutzmaßnahmen zu Gute kommen. Es ist ja inzwischen klar, dass sich die Eröffnung von BER, bzw. die Schießung von TXL um mindestens fünf Jahre verzögern wird. Für die Lärmgeschädigten eine fast unerträgliche Situation.

Aus umwelt- und gesundheitspolitischen Aspekten ist die Schießung von TXL längst überfällig. DIE LINKE war immer mit der "Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz" in Tegel solidarisch. Fluglärm und stark bewohnte Gebiete passen schlichtweg nicht zusammen. Nicht zuletzt kann man Havarien niemals ausschließen. In einem solchen Fall sind es dann dieselben Leute, die aus Bequemlichkeitsgründen oder einfach nur Ignoranz den Weiterbetrieb von TXL forderten und fordern, die dann irgendwelche Schuldigen suchen. An dieser Stelle plädiere ich für im Wortsinn vernünftige politische Entscheidungen.

Also, das TXL-Areal soll nach dem Ende des Flugbetriebs so genutzt werden, wie es die vorbildliche Nachnutzungsdebatte mit den "Masterplan TXL" ergeben hat. Forschung, Lehre, Entwicklung und Produktion sollen dort in einem modernen Wissenschaftscluster die Themen Energiewelten, Mobilität der Zukunft und neue Werkstoffe zusammenführen und helfen, in Zeiten des Klimawandels unsere Städte fit für die Zukunft machen. Ein Technologie- und Innovationspark für die Entwicklung von "Urban Technologies" statt Fluglärm und Unfallgefahr, das ist die Zukunft für das Areal von TXL.

 

Der Kandidat der Piratenpartei, Gerd Ralf Lindenblatt, hat sich bis Fristende nicht zur Fragestellung geäußert. Die Kandidatin der FDP, Mieke Senftleben, war bis Ende der Frist weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen.

*Die Reihenfolge der Beiträge ergibt sich aus den Wahlergebnissen der letzten Bundestagswahl im Bezirk.

QIEZ hat die Direktkandidaten aller zwölf Wahlkreise befragt und wird die Ergebnisse nach und nach online stellen.

Hier können Sie die Kommentare der Kandidaten anderer Wahlkreise lesen:

Befragung der Direktkandidaten (1)

Ideen für den Wahlkreis Mitte

Mitte

Flughafen Berlin Tegel TXL

Flughafen Berlin-Tegel, Flughafen Tegel, 13405 Berlin, Deutschland
13405 Berlin

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Quelle: QIEZ
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