• Donnerstag, 09. August 2012
  • von Eve-Catherine Trieba

Märkisches Viertel

Startschuss für Energiespar-Projekt

  • Gesobau Energiesparen
    Energiespar-Scout Becker, Berliner-Energieagentur-Geschäftsführer Geißler, Gesobau-Vorstand Franzen, Satdtentwicklungssenator Müller und Mieterin Schechner (von links) beim Kick-Off für den Energiespar-Check. Foto: externe Quelle - ©Gesobau AG

Gestern fiel der Startschuss: Beim "Energiespar-Check" im Märkischen Viertel können sich einkommensschwache Haushalte über die Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs beraten lassen. Tipps und Anregungen geben dabei "Energiespar-Scouts" - geschulte Langzeitarbeitslose mit technischem Know-How.

Mit einem ganz besonderen Angebot wendet sich die Gesobau im Märkischen Viertel an alle Mieter, die von der Höhe ihrer individuellen Energieabrechnung überrascht wurden. "Vor der energetischen Sanierung der Gebäude wurden Heiz-, Wasser und Stromkosten pauschal abgerechnet", erklärt Kirsten Huthmann, Sprecherin der Gesobau. "Nun werden die Haushalte in den bereits modernisierten Anlagen oft von den individuellen Verbrauchskosten überrascht - obwohl sich die Gebäude selbst in einem energetisch einwandfreien Zustand befinden."

Schuld an Nachzahlungen seien Nachlässigkeiten wie das Heizen bei geöffnetem Fenster oder dauerhaft eingeschaltetes Licht. Mit dem Projekt wolle man "alle Mieter mitnehmen, die ein Problem mit hohen Rechnungen haben", so Huthmann. Dabei stehe die "Hilfe zur Selbsthilfe" im Vordergrund.

Beratung auf Augenhöhe

Von sogenannten "Energiespar-Scouts" können sich betroffene Mieter über unnötigen Energieverbrauch und seine Vermeidung informieren lassen. "Bei einer Erstberatung besichtigen die eingesetzten Scouts die Wohnungen, führen Gespräche über den Energie-Alltag und führen Messungen durch", berichtet die Sprecherin der Gesobau. Auch Rechnungen könnten die betroffenen Mieter vorlegen.

Anhand der erhobenen Daten werde nach dem ersten Besuch eine individuelle Verbrauchsanalyse erstellt und mit den Mietern ein zweiter Termin vereinbart. "Bei diesem abschließenden Besuch erhalten die Kunden einen Bericht über ihr persönliches Sparpotential und ein maßgeschneidertes Energiespar-Paket." In dieser kostenlosen Box werden dem Mieter zum Beispiel Steckerleisten oder Thermostate zur Senkung des  Energieverbrauchs zur Verfügung gestellt.

Durchschnittlich 200 Euro jährlich können durch die Tipps der Scouts gespart werden. Doch auch sie selbst profitieren von der Aktion zugunsten einkommensschwacher Haushalte: Als Berater werden Langzeitarbeitslose - meist mit Erfahrung in technischen Berufen - eingesetzt. Bevor sie ihre vergütete Beraterfunktion im Märkischen Viertel antreten, durchlaufen die Scouts eine Schulung durch den Caritas-Verband Berlin. Derzeit sind sieben Scouts für die angesprochenen 1700 Haushalte zuständig. Gefördert wird das Projekt auch durch EU-Gelder.

Sollte das Konzept erfolgreich sein und auf eine hohe Resonanz bei den Mietern stoßen, werde man laut Gesobau-Sprecherin Huthmann über eine Ausweitung des Angebots nachdenken. Derzeit ist das Projekt bis zum Ende des nächsten Jahres befristet. Doch weil sich der notwenige Modernisierungsprozess im Wohnungsbau "über Jahre" hinzieht, besteht sicher über dieses Datum hinaus Beratungsbedarf bei den Berliner Mietern.

Mieter müssen die Initiative ergreifen

Bevor sie den Service des Energiespar-Checks nutzen können, müssen die Haushalte selbst aktiv werden: "Die Scouts werden von der Berliner Energieagentur koordiniert. Da wir die Adressen unserer Mieter selbstverständlich nicht weitergeben dürfen, können wir nur mit Flyern und Anschreiben auf das Angebot aufmerksam machen - in Auftrag geben muss der interessierte Verbraucher den Energie-Check eigenhändig." Um diese "Hemmschwelle" zu überwinden, setzt die Gesobau auch auf Mundpropaganda. "Wir hoffen, dass sich die positiven Erfahrungen und Einspartipps herumsprechen werden", so Huthmann.

Allen BerlinerInnen, die nicht im Märkischen Viertel wohnen, gibt die Sprecherin noch einige Spartipps mit auf den Weg: "Im Rahmen des Projektes bin ich auf die versteckten Standby-Funktionen von Elektrogeräten aufmerksam gemacht worden - alte Waschmaschinen können dabei ebenso unsichtbar Strom verbrauchen wie neue Hightech-Geräte - obwohl sie nicht in Betrieb sind und kein Lämpchen aufleuchtet", warnt Huthmann. Außerdem könnten schon kleine Regelungen am Kühlschrankthermostat große Wirkung zeigen: "Kühlschränke machen bis zu 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts aus. Mit einem Thermometer kann man ganz leicht die ausreichende Temperatur ermitteln und damit eine Menge Kosten sparen."

Weitere Infos unter: www.gesobau.de

Adresse

Treuenbrietzener Straße
13439 Berlin

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Quelle: QIEZ
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