Nachhaltige Qualität

Neu in Charlottenburg: Deutsche Küche im 1811

Das Aaalmousse ist auch optisch ein Genuss.
Wer noch trauert, weil das Lutter & Wegner in Charlottenburg aufgegeben hat, ist selber schuld. Das 1811 bringt die deutsche Küche zeitgemäß auf den Tisch. Ein Besuch lohnt sich. Immer.

„Moderne Gediegenheit“ mag wie ein Widerspruch klingen, ist aber gemütliche Realität in Charlottenburg. Hier, wo Lutter & Wegner lange Zeit an seine Anfänge von 1811 erinnerte, bringt Richard Reichelt nun neuen Schwung in traditionelle Rezepte. Das macht er so gut, dass selbst eingefleischte Lutter & Wegner-Fans schwach werden und wieder den Weg in die Schlüterstraße 55 finden. Empfangen werden sie dort mit warmen Grüntönen, dunklem Holz, Spiegeln, weißen Tischdecken, Kerzenschein, aber vor allem mit jeder Menge Herzlichkeit.

Auf den Tellern im 1811 zeigt sich, dass Richard Reichelt sein Handwerk versteht. Gelernt hat er das beim Geschmackskünstler Bernhard Grubmüller im Bielefelder Tomatissimo, verfeinert hat es der gebürtige Westfale im legendären Margeaux, eines der ersten Sterne-Restaurants der Hauptstadt, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hatte. Doch statt sich konsequent weiter Richtung Burn-Out zu arbeiten, verließ Reichelt die strengen Sterne-Pfade und erwies sich als versiert in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und beherrscht nun von Street-Food bis zur Haute Cuisine einfach alles. Das 1811 ist sein erstes eigenes Lokal.

Das 1811 Restaurant ist ein gemütlicher Wohlfühlort in Charlottenburg.

Wir starten mit der Burrata, die sich fein-cremig an Brandenburger Bete schmiegt und mit Artischocke, Feige und Walnüssen einen spannenden Twist erfährt. Auch das Aalmousse mit eingelegten Rübchen, Erbsen und Senf überzeugt. Der sonst so intensive Fisch schmeckt hier angenehm unaufdringlich und in der Kombination sogar sehr frisch. Das zarte Bavette vom Simmentaler Rind mit Sherry-Jus, geräuchertem Spitzkohl und Thymian hat die perfekte Größe, um nicht zu schwer im Magen zu liegen und kann im besten Sinne als klassisch bezeichnet werden. Neben der saisonal wechselnden Hauptkarte gibt es hier noch Dauerbrenner, die in der Rubrik „Old but Gold“ zu finden sind. Die krosse Spanferkelhaxe mit Weißbier-Sauce und Sauerkraut entführt uns gedanklich nach Bayern und ist ein guter Grund, im 1811 den ganzen Winter zu verbringen. Für ein Dessert müssen wir noch einmal wiederkommen: Wir haben nicht nur alle Teller restlos geleert, sondern uns auch nebenbei und beständig dem selbstgebackenen Brot hingegeben…

 

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Insgesamt sind wir sehr zufrieden, dass Richard Reichelt hier einen Ort geschaffen hat, der mit Sicherheit auch in Zukunft zuverlässig höchste Qualität liefert und trotz hohem Promifaktor unter den Besucher*innen herrlich unaufgeregt ist. Preislich ordnet sich das 1811 in die Charlottenburger Nachbarschaft ein und bleibt mit Vorspeisen um die 15 Euro und Hauptspeisen unter 30 Euro bodenständig. Ein heißer Tipp für Gänse-Essen-Liebhaber*innen: Am 11.11. gibt es hier ein fabelhaftes Vier-Gänge-Gänse-Menü (85 Euro pro Person). Von da an kannst du hier bis Weihnachten auf Vorbestellung und ab vier Personen Gans und gar genießen.

1811, Schlüterstr. 55, 10629 Berlin

Telefon 030 8813440

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Dienstag bis Samstag von 18:00 bis 0:00 Uhr

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