Monsieur Le Boeuf

Ein neuer Franzose in Schöneberg

Ein neuer Franzose in Schöneberg
Das Interieur ist ziemlich schlicht, aber gemütlich. Zur Foto-Galerie
Nollendorfkiez - Ludwig Heim, QIEZ-Experte für Essen und Trinken, geht nur selten ins Restaurant. Wenn es ihn dann aber doch mal in ein Lokal zieht, dann muss es schon etwas Besonderes sein. Diesmal hat er dem neuen Franzosen Monsieur Le Boeuf in Schöneberg einen Besuch abgestattet.

Die Nollendorfstraße in Schöneberg hat hat sich in den letzten Jahren mächtig gemausert. Zwischen den schon lange ansässigen Antiquariaten siedelten sich einige Feinkostläden, Galerien und Kneipen an. Die Menschen sitzen vor den Geschäften und Restaurants und es herrscht eine geradezu südländische Gelassenheit. Vor kurzem eröffnete Reza, der Besitzer der gleichnamigen Bar in der Maaßenstraße, hier sein neues französisches Restaurant Monsieur Le Boeuf. Es ist benannt nach einem französischen Metzger, der im gleichen Haus in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein Wohnungsrestaurant betrieb, das auf Rindfleischgerichte spezialisiert war. Reza, der viele Jahre in der Paris Bar gearbeitet hat, engagierte Philippe Deligué für seine Küche.

Das Restaurant hat hintereinander liegende Räume mit Tischen, die nicht zu dicht aufeinander stehen. Im hinteren Raum hängen Tischdecken aus der Paris Bar, auf denen Maler ihre Spuren hinterlassen haben. So findet man Zeichnungen von Peter Doig, Jonathan Meese, Daniel Richter, Michel Würthle oder Wolfgang Joop. 

Unter den Vorspeisen besticht der persische Kaviar, der beste und edelste weltweit, wie man weiß, und man isst ihn schlicht mit Blinis und gesalzener Butter. Ihn bekommt man in Gläsern zu 20 g für 27,50 Euro und 40 g für 50 Euro. Sehr frisch ist der Salat aus Wiesenkräutern für 5,50 Euro. Als Hauptspeise gibt es zur Zeit verschiedene Rindfleischgerichte vom Black Angus Rind, das mindestens vier Wochen trocken gereift ist. Ich probierte das Steak „Minute“ aus der Hüfte für 11,50 Euro. Es war zart und à point zubereitet und schmeckte sehr fein. Weiter gibt es natürlich Entrecôte, Rumpsteaks und Filetsteaks in verschiedenen Größen (200 g oder 250 g) zwischen 12,50 Euro und 28 Euro. Das Fleisch wird prinzipiell nicht gesalzen und gepfeffert, Mühlen für beides stehen auf dem Tisch bereit. In Zukunft gibt es auch ein täglich wechselndes Fischgericht. Für Vegetarier macht der Koch einen Tomaten-Kartoffel-Auflauf mit Ziegenkäse, wobei letzterer für Veganer sicherlich weggelassen werden kann. Als Dessert entschied ich mich für eine Crème brûlée mit Himbeermark (4,80 Euro); sie war wunderbar locker und hatte diesen tollen Zuckerspiegel, auf dem man Schlittschuhlaufen könnte.

Die meisten Weine kommen aus Frankreich und es gibt sie offen oder flaschenweise und natürlich auch Champagner von Moët & Chandon und Dom Pérignon.

Hier noch ein persönliches Wort zu einem guten Wein:

Gerade probierte ich den „Grünen Sylvaner“ von Hofmann in Appenheim – Rheinhessen, Jahrgang 2012. Er hat eine sehr helle Farbe, fast weiß und riecht frisch und erinnert an junge Stachelbeeren und an frühe Klaräpfel. Es ist ein sehr feiner Wein mit einer leichten, nicht beißenden Säure. Das macht ihn zu einem prädestinierten Begleiter für Edelfische, wie Steinbutt oder Seezunge. Aber er schmeckt auch solitär und taugt hervorragend als Partywein. Er hat angenehme 12,5 % vol und ich bekam ihn bei La Cave de Bacchus für 6,95 Euro.


Auf der Suche nach einem tollen Rezept? Hier geht es zu Ludwig Heims Food-Blog: Werkstattküche

Foto Galerie


Quelle: Ludwig Heim

Monsieur Le Boeuf, Nollendorfstraße 10, 10777 Berlin

Telefon 030 21964464

Monsieur Le Boeuf

Das Interieur ist ziemlich schlicht, aber gemütlich.

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