Gastro-Tipp

Neu in Neukölln: Weinbar Sacrebleu!

Sacrebleu_Interior
Französische Bistro-Klassiker treffen auf japanische Aromen: Im Schiller-Kiez gibt es einen neuen Food-Hot-Spot. Das Sacrebleu! lässt uns dank spannender Weinauswahl und raffinierter Gerichte den grauen Winter in den stillvollen Räumlichkeiten auf höchst angenehme Weise vergessen ...

In Paris ist sie schon lange angekommen, in Berlin noch ganz frisch: die Bistronomie. Dabei trifft bodenständige Bistroküche auf kreative Hochgastronomie, um einfachen Gerichten aus regionalen und saisonalen Zutaten eine besondere Note zu verleihen. Die Atmosphäre ist hier entspannt, locker und zugänglich – das Essen soll vor allem Spaß machen! Wer nun das Sacrebleu! unweit der Hermannstraße betritt, wird vom herzlichen Gastgeber und zugleich fachkundigem Sommelier Alexandre Fleck zum Tisch begleitet. Der geborene Pariser schenkt uns gleich ein Glas Schaumwein aus Portugal ein und wir starten prickelnd in den Abend. Fleck hat zuvor unter anderem das Weinangebot des Fish Klub aufgestellt sowie im Naturweinhandel Treat gearbeitet.

„Das Sacrebleue! ist unsere persönliche Version einer Weinbar, in der wir nur Produkte anbieten, die wir lieben“, erklärt uns Alexandre Fleck: „dazu gehören low-intervention Weine, also Weine, bei den der Winzer in den Prozess kaum eingreift.“ Für die Gäste bedeutet das, es gibt eine große Auswahl an wechselnden Weinen im offenen Ausschank. „So können die Gäste vieles probieren, zudem können wir faire Preise anbieten, da wir einen großen Teil unseres Sortiments zum Preis ab Hof direkt vom Winzer beziehen“, führt Fleck weiter aus. Auch bei der Einrichtung wurde auf jedes Detail geachtet. Marmortische, Holzvertäfelung, dunkle Wände, stillvolle Lampen, ein Weinkühlschrank sowie der einladende Tresen wirken sehr schick. Durch die freundliche Art des Gastgebers, der beständig um die Tische läuft und Wein nachschenkt, fühlt man sich schnell wie bei Freunden zu Hause. Das Publikum ist durchmischt, wirkt gut gelaunt und für einen Mittwochabend ist der Laden angenehm gefüllt.

Beim Hamachi werden die japanischen Einflüsse deutlich.

Wir starten mit dem Oeuf Mayonnaise, einem Ei vom Bioland Hofgut Görlitz, das mit Kartoffelbrei, Nussbutter und Schnittlauch (7 Euro) serviert wird: unaufgeregt-angenehmes Comfort Food! Für eine gute Portion Frische sorgt der butterzarte Hamachi, also Gelbschwanzmakrele, mit Mais-XO und Kalamansi (20 Euro). Am Herd steht übrigens Küchenchef Ahmed Omer Ahmed, der sein Handwerk im 2-Sterne Restaurant Le Noir in Saarbrücken gelernt hat. Als er in der Hauptstadt ankam, ging es für ihn zunächst ins Mrs Robinson’s und später ins Tisk, für das er einen Bib Gourmand und einen Grünen Stern im Guide Michelin erkochte.

Doch zurück zum Wesentlichen: dem Essen im Sacrebleu!. Das Sauerteigbrot, das mit aufgeschlagener Butter daherkommt, tunken wir in die verbleibenden Saucen, sodass wir keinen Tropfen auf den Tellern zurücklassen. Ja, es schmeckt wirklich so gut! Im Anschluss folgt das Hühnerleber-Paté mit Brioche und Zwiebelconfit (14 Euro) sowie die Schwarzwurzel mit japanischer Hollandaise und Matcha (12 Euro): „Fusion at it’s finest“, sagen wir!  Weiter geht’s dann mit einem Klassiker der Bistro-Küche, der natürlich auch „with a Twist“ auftrumpft: Steak Tartare aus Dry Age Entrecôte mit geröstetem Sauerteigbrot, Shimeji Pilzen und Shiso (17 Euro). Pure Gaumenfreuden! Ob Frankreich, Spanien, Deutschland oder Österreich: Die Raritäten von inhabergeführten, europäischen Weingütern ergänzen diese Gerichte perfekt.

Die Speisekarte soll von Saison zu Saison wechseln, manche Klassiker wie das Tatar bleiben.

Zum Abschluss bestellen wir noch den cremigsten Käsekuchen baskischer Art, den wir je hatten: Der Basque Cheesecake (10 Euro) wird traditionell ohne Boden gebacken. Die leicht verbrannte Oberfläche – ja, das ist gewollt – verleiht dem Kuchen sein herrliches Karamell-Aroma. An der Bar kannst du übrigens auch einfach auf ein Glas Wein vorbeikommen und mit Freunden oder auch allein ein paar Snacks genießen. In der „Bar Session“ kommt jeden Samstag – auch dank eines DJs – richtig Party-Stimmung auf! Die klassische Dinnerkarte gibt es an diesen feiertauglichen Abenden nicht. Wir sind schon gespannt, was die Macher sonst noch alles mit diesem Juwel einer Weinbar vor haben. Bleibt dran!

SACREBLEU!, Kienitzer Straße 95, 12049 Berlin

Mobil 0174 1916697

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Montag bis Freitag ab 18:00 Uhr; Küche bis 22.00 Uhr
Samstag ab 18.00 Uhr (keine warme Küche, nur Snacks, DJ und Fokus auf Bar)

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