Sonderausstellung

Wie die Alte Nationalgalerie die Romantik neu erfindet

Wie die Alte Nationalgalerie die Romantik neu erfindet
"Mönch am Meer" und "Abtei im Eichwald" strahlen in neuem Glanz. Zur Foto-Galerie
Museumsinsel - Dunkelheit. Schwermut. Trübsal. So haben wir die Epoche der Romantik in der Schule kennengelernt. Vielleicht ein ganz falscher Ansatz - wie zwei frisch restaurierte Gemälde auf der Museumsinsel beweisen.

In einer Zeit politischer Unruhen und gesellschaftlicher Umbrüche besannen sich die Künstler der Romantik um 1800 auf vergangene Werte. Die Natur, alte Volksmärchen und vorindustrielles Handwerk beispielsweise. Kein Wunder, dass uns die Epoche der Romantik heute – in einer Zeit politischer Unruhen und gesellschaftlicher Umbrüche – mehr denn je anrührt. Und auch ein bisschen traurig macht. Schließlich laden gerade die Werke ihres berühmtesten Vertreters Caspar David Friedrich zum Trübsal blasen ein.

Ein schwerer Himmel hängt dort über leblosen Landschaften, Nebelschwaden und trübes Licht prägen die Stimmung vieler seiner Bilder. Vor allem die „Abtei im Eichwald“ und der „Mönch am Meer“ (entstanden zwischen 1808 und 1810) standen lange für diese gemalte Form der Hoffungslosigkeit. Zu Unrecht, wie sich nun herausstellt.

Die Romantik leuchtet hoffnungsvoll

Drei Jahre lang haben zwei Expertinnen die beiden Bilder auf Grundlage eines detaillierten Konservierungs- und Restaurierungskonzepts wieder in ihren Originalzustand versetzt. Ein Zustand, der aufgrund zahlreicher fachunkundiger Übermalungen, Retuschierungen und Überarbeitungen verloren schien. Doch nun strahlen der Mönch und die Abtei in neuem Glanz. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wo früher Nebel über dem Meer hing, scheint nun gleich die Sonne hervorzukommen. die Grashalme in den Dünen sind wieder grün, 20 Möwen tummeln sich auf dem Wasser. Das Ergebnis ist ein hoffnungsvolles Bild, das man so gar nicht vermutet hätte.

Vorher / Nachher "Mönch am Meer". (c) Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger

Gleiches gilt für die Abtei im Eichwald, wo zarte Gelb- und Rosatöne den Himmel nun in ein viel freundlicheres Licht tauchen und viele liebevolle Details einer Mönchsprozession wieder zu erkennen sind. „Das ist das motivische Wiederaufscheinen von Hoffnung, von Verheißung und von Trost in dieser Landschaft, die sich eben vor der Restaurierung als so endgültig, so abgründig und eben so trostlos dargestellt hat“, erläuterte der Leiter der Alten Nationalgalerie Udo Kittelmann gegenüber dem rbb.

Anlässlich der erfolgreichen Restaurierung werden der „Mönch am Meer“ und die „Abtei im Eichwald“ bis zum 22. Mai in einer Sonderausstellung neben anderen Werken von Caspar David Friedrich und vielen Informationen zu ihrer Instandsetzung präsentiert. Eine Schau, die sicher viele Romantiker in die Alte Nationalgalerie lockt.

Vorher / Nachher "Abtei im Eichwald". (c) Nationalgalerie / Andres Kilger

Foto Galerie

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Das Reiterstandbild kennzeichnet die Freitreppe der Alten Nationalgalerie Berlin.

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