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Mangelware Fahrradständer am Südkreuz

Mangelware Fahrradständer am Südkreuz
Fahrräder unerwünscht, Radständer Fehlanzeige.
Rote-Insel-Kiez -  Eigentlich könnte alles so schön sein. Doch vor allem Radler müssen am Bahnhof Südkreuz noch immer ziemlich starke Nerven haben.

Ich mag das Südkreuz. Es ist ein nicht allzu hässlicher Zweckbau, man kann in alle Himmelsrichtungen mit der S-Bahn fahren (die ich nicht mag), sogar in den Urlaub mit Regionalbahn oder ICE und Sonntags noch schnell Milch oder Nasentropfen kaufen. Ich mag das Südkreuz, auch wenn es eigentlich immer noch nicht fertig gestellt ist. Die geplanten Parkhäuser wurden nie verwirklicht (nicht so schlimm), eine ganze Bahnstrecke fehlt (schon schlimmer), das Bahnhofsviertel existiert nur auf glänzendem Papier (nun ja) und für den Flughafenexpress fehlt ein Flughafen. Was die Planer für den „Autofahrerbahnhof“ nicht bedacht haben, ist offensichtlich der Fahrradverkehr.

Zwar wurde letztes Jahr auf der Tempelhofer Seite eine große Abstellanlage mit einigem Medienrummel hingeklotzt (durch die General-Straße-Pape vom Bahnhof getrennt), auf Schöneberger Seite sind die Zustände aber weiterhin miserabel. Eine Reihe von Fahrradständern am Hildegard-Knef-Platz ist ständig überbelegt, eine weitere Reihe wurde gut versteckt südlich am Parkhaus hingestellt, weit entfernt vom Bahnhofseingang, in entgegengesetzter Richtung jeglicher Wohnbebauung und somit weitgehend ungenutzt. 

Veraltete Beschilderung

Der eigentliche Ausgang zur Roten Insel ist weiterhin mit „kein Öffentlicher Durchgang“ beschriftet, auch wenn auf dem „Vorplatz“ längst der Nord-Süd-Grünzug endet. Entlang des Bahndamms führt ein unbeleuchteter, verdreckter Weg, auf dem sich nachts auch gerne die Ratten tummeln. Die Bundespolizei hat hier ein paar Parkplätze, auch Bahnarbeiter stellen ihre Autos ab und zudem werden zahlreiche illegale Parker geduldet, die die Fußgänger gerne mit überhöhter Geschwindigkeit und Gehupe verscheuchen. Nicht geduldet werden hier allerdings Fahrräder, mehrere Schilder warnen vor schnellem Abtransport, wenn man versucht, sein Zweirad kurz abzustellen.

Platz für Fahrradständer wäre genug vorhanden, gerüchteweise plant die Bahn, den Platz umzugestalten und den Eingang hochoffiziell zu öffnen – aber die Erfahrung besagt, dass es bis dahin wohl ein sehr, sehr langer Weg sein wird. Umso ärgerlicher ist der geschilderte Umstand, dass hier der sogenannte „Radfernweg Berlin-Leipzig“ entlangführt oder führen soll. Radler haben die Möglichkeit abzusteigen, durch die Halle zu laufen, auf den Hildegard-Knef-Platz zu treten, hier die Räder durch die auf die Busse wartende Menge zu schieben und erst auf Höhe des Parkhauses wieder aufzusteigen. Die Alternative der Fehlplanung wäre, einen Bogen um den Bahnhof zu schlagen, entlang des Bahndammes zu rollen, mehrere Ampeln zu überqueren, auf der schmalen Wilhelm-Kabus-Straße sich in den Autoverkehr einzureihen und durch die schmale Brückenöffnung zu zittern, um anschließend auf einen häufig zugeparkten Radweg geführt zu werden.

Von wirklichen Innovationen wie einem Radparkhaus (auch dafür wäre Platz vorhanden), kann in Berlin nur geträumt werden. Die Zukunft am „Zukunftsbahnhof“ Südkreuz wird mit Windrädern, Elektroautos und Fernbussen bestückt, einfache Fahrradständer scheinen zu teuer zu sein. 

Aber halt: Einen Lichtblick gibt es doch! In der Wilhelm-Kabis-Straße wurden einige illegale Parkplätze durch Fahrradbügel blockiert. Eine sinnvolle, kostengünstige Maßnahme zugunsten der Radfahrer – und das in Schöneberg! 

 

Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt vom Rote Insel Blog: roteinsel.blogspot.com.

Bahnhof Berlin-Südkreuz, General-Pape-Str. 1, 12101 Berlin

Telefon 08001507090

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