Schöneberg, Tempelhof
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Neue Fußgängerbrücke eingeweiht

Neue Fußgängerbrücke eingeweiht
Ein Brückenschlag über die Dresdner Bahn.
Mit 14 Monaten Verspätung wurde der Alfred-Lion-Steg zwischen Schöneberg und Tempelhof - ein wesentliches Teilstück des Stadtumbaus West - feierlich eingeweiht.

Etwas komisch schauten die Mitarbeiter des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg schon drein, als Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) die pünktliche und schnelle Fertigstellung des Alfred-Lion-Stegs rühmte. Denn eigentlich hätte dieser schon vor über einem Jahr fertig sein sollen. In Berlin gehen 14 Monate Bauverzögerung inzwischen wohl noch als „pünktlich“ durch.

Feierliche Eröffnung des Alfred-Lion-Stegs

Bei der Eröffnungszeremonie der neuen Wegeverbindung zwischen Neu-Tempelhof und der Roten Insel am Donnerstag, den 8. November fand Müller, der hier seinen Wahlkreis hat, ein paar nette Worte. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) hatte ihre Rede etwas leiernd vom Blatt abgelesen. Beide freuten sich über den Grünzug, der im Rahmen des Stadtumbaus West als erstes größeres Projekt im Bereich Südkreuz fertig gestellt wurde.

Sibyll Klotz (Grüne), die Stadträtin für Stadtentwicklung, mahnte anschließend in ihrer Ansprache den Kollegen vom Senat, die Finanzierung der weiteren Planungen der Schöneberger Schleife sicherzustellen. Dann überreichte sie einige überdimensionierte Puzzle-Teile – zusammengefügt ergaben diese eine Karte von Schöneberg.

Schöneberger und Tempelhofer promenieren

Der Stadtrat für Bauwesen Daniel Krüger (CDU) durfte den Namen enthüllen, den der gesamte 600 Meter lange Grünstreifen von der Gontermannstraße bis zum Leuthener Platz trägt: Hertha-Block-Promenade. Bislang promenierte man eher an der Riviera oder auf Sylt – nun können Tempelhofer und Schöneberger dieser Tätigkeit auch direkt vor der Haustür frönen.

Die Namensgeberin Hertha Block war eine Bibliothekarin und NS-Gegnerin, die im benachbarten SA-Gefängnis in der General-Pape-Straße gefoltert wurde. Der Rad- und Fußgänger-Steg wurde nach Alfred Lion benannt, der 1909 in der Gotenstraße 7 auf der Insel geboren wurde. Lion sah in Nazi-Deutschland als Jude keine Zukunft, emigrierte 1936 rechtzeitig in die USA und gründete dort das legendäre Musik-Label Blue Note Records.

Wenigstens ein Teilstück des Stadtumbaus West

Nach den Reden spazierten Politiker, Journalisten und Schaulustige gemeinsam von Tempelhof über den Steg, der die Dresdener Bahn überbrückt, auf die Schöneberger Seite. Dort ging es weiter durch das Gewerbegebiet Naumannstraße bis zum Leuthener Platz, wo sich auch Senator Müller davon überzeugen konnte, dass dieser nicht wie versprochen fertiggestellt wurde.

Einige Kiefern warten hier noch darauf, einen Hain zu bilden… Nach monatelangem Bau-Stillstand wurden wenigstens noch Zebrastreifen an der Wilhelm-Kabus-Straße sowie der General-Pape-Straße angelegt und Laternen entlang des Grünstreifens zur Beleuchtung aufgestellt. Immerhin, nach drei Jahren Bauzeit und knapp fünf Millionen Euro Kosten, wurde ein wesentliches Teilstück des Stadtumbaus West zu Ende gebracht – und das werden Schöneberger und Tempelhofer sicher mit Freude nutzen.

Dieser Text entstand in Kooperation mit dem Rote Insel-Blog: http://roteinsel.blogspot.de/


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