Pokerturnier im Hyatt

Rückkehr an den Ort des Überfalls

Rückkehr an den Ort des Überfalls
2011 fand die European Poker Tour aus Sicherheitsgründen in der Spielbank statt. Mancher Spieler ließ sich zwischendurch massieren. In diesem Jahr kehrt das Turnier ins Grand Hyatt-Hotel zurück.
Vor zwei Jahren überfielen Räuber das bestdotierte deutsche Pokerturnier im Hotel Hyatt und erbeuteten 250.000 Euro. Die Täter wurden später gefasst und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Nun treffen sich die Zocker am ehemaligen Tatort wieder, um unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen erneut um Millionen zu spielen.

Alles ist bereit für die Neuauflage: 50 ovale Spieltische stehen im Ballsaal des Grand-Hyatt-Hotels am Potsdamer Platz. Ab heute wird dort bei der „European Poker Tour“ ums große Geld gezockt. Zehn Teilnehmer wetteifern an jedem Tisch um das beste Blatt. „Rund 500 Spieler können zugleich im Saal pokern“, sagt Hyatt-Sprecherin Kerstin Riedel. Unter ihnen weit verbreitet sind Sonnenbrillen und Kapuzen, um die eigene Miene vor dem prüfenden Blick der Gegner zu verbergen. Sieht immer ein wenig nach Gangstersyndikat aus, meint Kerstin Riedel schmunzelnd. In diesem Jahr müssen die Spieler die Verkleidung beim Verlassen des Ballsaals ablegen. Die Gesichter der Spieler müssen identifizierbar sein.

Die Maßnahme ist Teil des neuen Sicherheitskonzepts, mit dem ein Raubüberfall beim größten deutschen Pokerturnier künftig verhindert werden soll. Im März 2010 stürmten vier bewaffnete Männer während des Turniers das Luxushotel am Marlene-Dietrich-Platz, bedrohten Wachleute und Spieler und drangen zum Eingang des Pokersaals im ersten Stock vor. Dort raubten sie aus der Kasse 250.000 Euro an Teilnahmegebühren. Danach gelang den Räubern unerkannt die Flucht, sie wurden jedoch nach einigen Wochen gefasst und später zu Haftstrafen verurteilt. Der Großteil ihrer Beute blieb allerdings verschwunden.

Mehr Sicherheit, noch mehr Spieler

Letztes Jahr fand das Turnier in der benachbarten, gründlich gesicherten Spielbank statt. Doch nun treffen sich die 1300 aus ganz Europa stammenden Spieler wieder am gewohnten Austragungsort im Hyatt. Die Sicherheit wurde dort „in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt deutlich verbessert“, lässt die Hotelleitung verlauten. Das beginnt bei der Startgebühr von 5300 Euro, die jeder Spieler entrichten muss, um überhaupt am Wettkampf um Gewinne in Höhe von insgesamt 6,5 Millionen Euro teilnehmen zu können. Die Summe soll in diesem Jahr nicht mehr bar, sondern per Kreditkarte bezahlt werden. Das hätten die meisten Teilnehmer auch befolgt, heiß es. Wer dennoch Bares mitbringt, muss es nebenan an der Spielbankkasse einzahlen, wo es sofort im Tresor eingeschlossen wird.

Die Personalien aller Pokerspieler werden zudem registriert. Die Turnierteilnehmer erhalten Ausweise, die sie an einem eigenen Hoteleingang vorzeigen müssen. Dort stehen Sicherheitsleute, denn nur auf diesem Wege gelangt man zum Turniersaal. Zusätzlich stellten Arbeiter gestern am Pokereingang Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren auf, wie sie an Flughäfen üblich sind. Jeder Spieler wird kontrolliert.

Bis Dienstag finden die Vorrunden statt. Im Anschluss geht es noch bis Samstag um das „Royal Flush“, das wertvollste Blatt beim Pokern. Trotz des Überfalls vor zwei Jahren ist die Nachfrage riesig, in der Spielbank stehen 20 zusätzliche Pokertische bereit. Experten der Szene sprechen von einem regelrechten „Zockerboom“. Auch Ex-Tennisstar Boris Becker ist wieder am Start, genauso wie der 22-jährige Pius Heinz, der 2011 als erster Deutscher Pokerweltmeister wurde. In Las Vegas räumte er beim Showdown im Finale umgerechnet 6,3 Millionen Euro ab.


Quelle: Der Tagesspiegel

Grand Hyatt Hotel, Marlene-Dietrich-Platz 2, 10785 Berlin

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