Saubere Sache

Berlin geht auf die Straße

Saubere Sache: Eine Aktion des Vereins WirBerlin und der Tagesspiegel.
Saubere Sache: Eine Aktion des Vereins WirBerlin und der Tagesspiegel.
Es ist eine Rekordbeteiligung für die "Saubere Sache": Nahezu 200 Initiativen und Einzelpersonen aus der ganzen Stadt wollen sich an der Aktion beteiligen - und sie haben prominente Unterstützer.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat zur Teilnahme am Aktionstag „Saubere Sache – ein Tag für ein schönes Berlin“ aufgerufen: „Der Aktionstag verbindet Menschen, die Verantwortung für ihr Umfeld empfinden und sich für ein schönes Stadtbild einsetzen. Sie sagen: Berlin – das sind wir alle.“ Am heutigen Freitag und am Sonnabend sind sie wieder unübersehbar, die Berlinerinnen und Berliner, die für ihre Stadt auf die Straße gehen. Die Aktionslandkarte ist dicht gespickt mit grünen Fähnchen: Nahezu 200 Aktionen finden sich im gesamten Stadtgebiet.

Das Stadtbild verschönern, Spielplätze und Grünanlagen säubern, Graffiti beseitigen, Klassenräume renovieren wollen Bürgerinitiativen, Vereine, Schulen und Kindertagesstätten, Firmen, Kirchengemeinden, Parteien, Wohnungsbaugesellschaften und Hausgemeinschaften. Gemeinsam aufgerufen zum „Aktionstag für ein schönes Berlin“ haben der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Verein WirBerlin und der Tagesspiegel.

Wowereit würdigte die Freiwilligen. „Wo sie Missstände erkennen, zeigen sie nicht erst auf andere, sondern packen selbst an: freiwillig, selbstbestimmt, mit Freude am sinnstiftenden Engagement. Dabei erleben sie, wie viel Gutes sich für die Lebensqualität in der Nachbarschaft bewirken lässt, wenn man sich mit anderen zusammentut, um gemeinsam den Kiez zu gestalten.“ „Jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten mithelfen, die Stadt noch schöner zu machen“, betonte auch der Innensenator und CDU-Landeschef Frank Henkel: „Das ist bürgerschaftliches Engagement im besten Sinne; also einfach mal mit anpacken. Auch ich bin dabei.“

Gemeinsam etwas gestalten

Für Gabriele Schlimper, stellvertretende Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sind die Aktionstage „ein Instrument, um noch mehr Bürgern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir gemeinsam etwas gestalten können“. Professionelle Sozialarbeit und bürgerschaftliches Engagement gehören aus ihrer Sicht zusammen und ergänzten sich hervorragend. Schon heute kommen auf die 55 000 hauptberuflichen Helfer in den 700 Mitgliedsorganisationen rund 30 000 Ehrenamtliche. „Dass über 200 Aktionen angemeldet wurden, zeigt, dass sich der Gedanke des bürgerschaftlichen Engagements langsam in unserer Stadtgesellschaft setzt“, sagt WirBerlin-Sprecherin Beate Ernst. „Die Menschen wollen sich wohlfühlen im öffentlichen Raum und sind bereit, dafür viel zu investieren.“

Von Heiligensee bis Lichterfelde, von Staaken bis nach Grünau, im gesamten Stadtgebiet krempeln engagierte Mitbürger die Ärmel hoch und packen an, um Spielplätze und Grünanlagen zu säubern, Parkbänke zu streichen, Graffiti zu beseitigen, Klassenräume zu renovieren und vieles mehr. Der Fantasie bei der Gestaltung der einzelnen Aktionen waren kaum Grenzen gesetzt.

Die Möglichkeit mitzuhelfen gibt es auch für Kurzentschlossene noch bei zahlreichen Aktivitäten. Dazu gehören heute unter anderem Pflege- und Säuberungsaktionen im Lietzenseepark, in den Pallasgärten und in der Wuhlheide, die Gestaltung der Mittelinsel auf dem Vorplatz des Bahnhofs Lichterfelde Ost sowie die Klassenzimmerrenovierung in der Kreuzberger Salomon-Grundschule. Einer der drei Kandidaten um die Nachfolge von Wowereit, Stadtentwicklungs- und Umweltsenator Michael Müller, wird heute Nachmittag auch mit zupacken. Gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins Parkring und weiteren engagierten Bürgern wird er den Grünzug Achenbachpromenade zwischen Bayernring und Dudenstraße von Unrat befreien. Sein Wahlkreisbüro als Mitglied des Abgeordnetenhauses befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Immer mehr Kids sind dabei

„Wir stellen fest, dass sich immer mehr Kinder und Jugendliche beteiligen“, sagt Beate Ernst. So gibt es mehrere Ufersäuberungen, bei denen die Kids gleichzeitig lernen, was Verschmutzung für die Ökologie bedeutet. Es sei eine „gewollte Stoßrichtung“, die Eigen- und Mitverantwortung der jungen Menschen nicht nur an den Aktionstagen, sondern ganzjährig zu fördern.

Am Sonnabend stehen dann wiederum die Säuberung diverser Plätze und Parkanlagen sowie beispielsweise eine Pflanzaktion am Marheinekeplatz sowie Renovierungsarbeiten in der Kita am Griechischen Park auf dem Programm.


Quelle: Der Tagesspiegel

Berlin geht auf die Straße, Bernadottestraße 6, 14193 Berlin

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