Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Annika Ernst: Warum Prenzlauer Berg besser ist als Mitte

Annika Ernst: Warum Prenzlauer Berg besser ist als Mitte
Zu den Premierengästen am 20. April im Filmtheater am Friedrichshain gehörten Schauspielerin Annika Ernst ("Zweiohrküken", "In aller Freundschaft") ... Zur Foto-Galerie
Bötzowviertel – Die Schauspielerin ("Zweiohrküken") wohnt eigentlich am Rosenthaler Platz. Uns hat sie verraten, warum sie viel lieber in Prenzlauer Berg als in Mitte unterwegs ist und wo in der Stadt sie am besten ihre Abenteuer- und Actionlust stillen kann.

„Hier ist es so schön ruhig, aber gleichzeitig ist trotzdem ist auch was los“, erklärt Annika Ernst gleich zu Beginn unseres Gesprächs im Café Spreegold im Bötzowkiez. Eigentlich hatten wir einen ausgiebigen Spaziergang geplant. Doch Ernst hat sich den großen Zeh gebrochen. Also heißt es Füße still halten und bei einem Holunderblütentee gemütlich quatschen. Das fällt der Schauspielerin sichtlich schwer – nicht das Schnacken, wohl aber das Stillhalten. Denn normalerweise ist die sportbegeisterte Powerfrau stets in Bewegung. Trotz des gebrochenen Zehs ist sie frohen Mutes, am 25.September 2016 ihren ersten ganzen Berlin-Marathon laufen zu können.

Immer in Action

Ob beim Crossfit am Moritzplatz, beim Rollerbladen im Volkspark Friedrichshain oder beim „mega-dynamischen Pilates“ im Studio der gelernten Balletttänzerin Šárka Hildebrandt, Ernst mache super gern Sport. „Eigentlich jogge ich morgens immer, aber leider geht das gerade nicht wegen des Zehs“, so das Energiebündel. Vergangenen Herbst habe sie sogar einen Tauchkurs im AS Zentrum in Moabit gemacht. „Der Kurs war zwar gut, aber trotzdem sollte man lieber bei schönem Wetter Tauchen lernen“, empfiehlt die 33-Jährige. „Sonst hat man im grauen, kalten Wasser eine so schlechte Sichtweite, dass man die ganze Zeit nur die gelben Flossen vom Ausbilder sucht“, fügt sie lachend hinzu.

Im "Spreegold" geht Annika Ernst gern Frühstücken. (c) Maaß

Überhaupt scheint Ernst, trotz Verletzung am Zeh und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, eine Frohnatur zu sein. Mit strahlenden Augen verrät sie mir ihre Geheimtipps im Viertel: das Essen im Surabi erinnere sie tatsächlich an Bali, Il Pane e le Rose sei ein super Italiener und abends gehe sie gern in die Saphire Bar. „Auf dem Spielplatz am Weinbergspark bin ich auch oft, weil meine Tochter dort so gerne Roller fährt. Oder wir gehen sonntags einen Kinderfilm im Kino in der Kulturbrauerei anschauen“, erzählt die Mutter einer Achtjährigen, die mit dem Filmproduzenten Oliver Dressnandt liiert ist.

Mit Einstein auf Mördersuche

Nicht nur privat läuft es für die abenteuerlustige Ernst, die 2016 eine Gleitschirmausbildung machen will und in deren Schauspiel-Vita bereits Fähigkeiten wie Westernreiten und Bungee Jumping gelistet sind, super. „Ich hatte Glück. Nach dem Studium musste ich nie einen Nebenjob machen. Irgendwie hat es immer mit einem Dreh oder einem Werbespot funktioniert“, so die Charakterdarstellerin, die 2016 in der Krimi-Serie „Einstein“ auf Sat.1 zu sehen sein wird. Darin spielt sie die junge, aufstrebende Kommissarin „Elena Lange“, die zusammen mit dem verschrobenen Physikprofessor „Einstein“ alias Tom Beck kniffelige Kriminalfälle löst.

 

„Das Drehen mit Tom Beck hat super viel Spaß gemacht“, berichtet Ernst, die auch schon im Kinofilm „Zweiohrküken“ auftrat. 2009 hatte sie eigentlich eher zufällig an der Castingshow „Mission Hollywood“ von Til Schweiger teilgenommen. Sie belegte den Zweiten Platz und gewann damit die Rolle in der Fortsetzung von „Keinohrhasen“. Die Kontakte, die sie damals knüpfen konnte, kämen ihr heute noch zugute, so die schöne Rothaarige.

Kiezfeeling ist wichtig

Alles in allem fühlt sich Ernst rundum wohl in Berlin. Auch wenn der gebürtigen Schleswigerin, die an der Grenze zu den Niederlanden aufwuchs, manchmal die Landluft fehlt. Dann zieht es sie an den nahegelegenen Wandlitzsee. Nur ihren Kiez am Rosenthaler Platz, den würde sie gern verlassen und gegen das Bötzowviertel eintauschen. „Meine Altbauwohnung ist sehr schön. Nur leider gibt es im Haus inzwischen mehr Airbnb-Wohnungen als normale Mietwohnungen und in der näheren Umgebung haben in den letzten Jahren sechs Hotels aufgemacht“, erklärt die Schauspielerin ihren Umzugswunsch. In Mitte seien nur noch Touris unterwegs, ständig würden neue Restaurants eröffnen, die dann wieder pleitegingen und der Einzelhandel sterbe aus. „Am Rosenthaler Platz ist jegliches Kiezfeeling verloren gegangen, aber im Bötzowviertel da gibt es das noch“, sagt Annika Ernst abschließend.

Foto Galerie

Spreegold - Hufelandstraße, Hufelandstraße 20, 10407 Berlin

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