Schiller Burger im Schillerkiez

Hängen wir das an die große Glocke

Hängen wir das an die große Glocke
Die Glocke ist das Markenzeichen des Schillerburgers Zur Foto-Galerie
Wer schon immer wissen wollte, wie ein Burgerladen aussehen würde, wenn Friedrich Schiller ihn geführt hätte, kommt im Schillerkiez auf seine Kosten. Der "Schiller Burger" bietet Altbewährtes in Sachen Imbiss, aber auch ein paar frische Ideen.

Dort, wo in Neukölln die Menschen noch mit dem Fahrrad fahren. Dort, wo die hippen, jungen Leute wohnen, gibt es einen Burgerladen, der die Nachfrage nach angesagtem, frischem Fast Food bedient. Der Schiller Burger in der Herrfurthstraße entstand im April diesen Jahres als erster Teil eines ganzen Schiller-Imperiums. Es folgten die Schiller Backstube sowie die Schiller Bar. Trotz einer Farbattacke selbsternannter Gentrifizierungsgegner lässt sich der kleine Laden nicht vertreiben. Die rote Farbe an der Hauswand dient als Untergrund für ein Graffiti-Herz, das die Kunden mit „Schiller liebt euch sowieso“ begrüßt.

Die Burger-Abteilung des Schiller-Gastro-Komplexes ist in modernem Stil gehalten und nicht untypisch für zeitgemäße Berliner Burgerläden. Auch der begrenzte Platz im Innenbereich ähnelt vielen Burgerspezialisten. Jedoch gibt es bei schönem Wetter weitere Sitzmöglichkeiten entlang des Gehwegs.

Eine Glocke und die Jungfrau von Orleans

Das Personal ist motiviert und arbeitet zügig. Die Brötchen sind selbst gebacken und auch das Fleisch stammt offensichtlich nicht aus der Retorte. Der Blick auf die Speisekarte über den Köpfen der Burgerbräter verrät den Clou des Geschäfts: Sämtliche Bürger und andere Hauptspeisen erinnern an den großen Dichter, der Namenspatron für den Imbiss war. Der Cheeseburger geht unter dem Namen „Glocke“ für 4 Euro über die Theke. Meine eigene Wahl, „Maria Stuart“ (4,50 Euro), ist ein Mozzarella-Burger mit Rucola und Basilikum-Pesto. Die Pommes Frites wurden auf „Kabale und Liebe“ getauft. Sie scheinen aus dem Großmarkt zu kommen, sind aber für 1,50 Euro akzeptabel. Dafür entschädigen die Süßkartoffel-Pommes (2,50 Euro) mit dem klangvollen Namen „Jungfrau von Orleans“. Die krossen Erdäpfel sind nicht nur eine interessante Abwechslung, sondern auch aus eigener Herstellung.

Hinter dem Tresen wird stilecht mit einem Tablet-PC gearbeitet, statt mit veralteter Registrierkasse. Handgeschriebene Wartenummern erinnern an Läden wie das Dolores am Wittenbergplatz. Jedoch ist das System noch etwas optimierungsbedürftig. Über die recht laute Elektro-Musik schallt es leicht genervt aus dem Laden: „Nummer eins, bitte. Nummer eins!“ Auch Schillers Glocke, die auf dem Tresen steht, eignet sich eher als Deko-Objekt. Bei dem Versuch, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter im Hinterzimmer zu erregen, scheiterte auch das Gebimmel des Glöckchens an der lauten Musik.

Die Speisen jedoch sind schmackhaft und stehen in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwar ist das Fleisch leicht pink bei meinem Besuch, aber die Komposition aus Pesto, Rucola, und Tomaten ist ausgewogen und erfrischend mediterran. Außerdem gibt es für kleine Bürgerfans den „Räuber“-Burger. So zeigen die Macher durchaus den Willen, all ihren Gästen ein angenehmes kulinarisches Erlebnis zu bereiten.

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Schiller Burger, Herrfurthstraße 7, 12049 Berlin

Telefon 030 55871716

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Sonntag bis Donnerstag von 12:00 bis 24:00 Uhr | Freitag und Samstag von 12:00 bis 01:00 Uhr

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