Akademie der Künste

Schlingensief-Archiv wird eröffnet

Schlingensief-Archiv wird eröffnet
Am 3. November eröffnet das Archiv des 2010 verstorbenen Regisseurs Christoph Schliengensief in der Akademie der Künste.
Mit einer großen Eröffnungsfeier wird das neue Christoph-Schlingensief-Archiv von der Akademie der Künste am 3. November eingeweiht. Der 2010 verstorbene Regisseur Schlingensief übergab der Akademie selbst einen Großteil von audiovisuellen Werken, Filmmaterial und Dokumenten.

40 Regalmeter wird die Sammlung umfassen, wobei unter anderem Fotos, Programme und Filmrequisiten gezeigt werden. Das Archiv ist in zentrale Themenkomplexe und Hauptmotive des Regisseurs eingeteilt, wodurch Besucher kontextuelle Einblicke über Wirken und Interessen Schlingensiefs bekommen. Mit Querverweisen zu anderen Filmen und Regisseuren können Besucher den Charakter des Schaffensprozesses Schlingensiefs nachvollziehen.

Festlicher Rahmen und ein Operndorf in Afrika

Anlässlich der Einweihung des Archivs wird Aino Laberenz, Witwe von Schlingensief, die Autobiographie des Regisseurs „Ich weiß, ich war’s“ vorstellen. Der Schauspieler Martin Wuttke, der das Hörbuch zur Biographie als Hauptsprecher vertonte, wird einige Passagen vorlesen. Weiterhin werden Kollegen, Wegbegleiter und Schauspieler über die Arbeit mit ihm berichten. Ehrengast und verantwortlich für die musikalische Gestaltung des Abends ist die amerikanische Rocksängerin Patti Smith.

Schlingensief, 1960 in Oberhausen geboren, verstarb am 21. August 2010 nach langjähriger Lungenkrebs-Erkrankung in Berlin. Bekannt wurde Schlingensief durch die Filme „100 Jahre Adolf Hitler“ (1989) und „Das deutsche Kettensägenmassaker“ (1990), bei dem er die deutsche Wiedervereinigung veräppelte und das Porträt eines Westdeutschen zeichnete, der im Osten Amok lief. Neben seinen Filmproduktionen arbeitete er auch an Theaterstücken und kreierte 2004 die Oper „Parsifal“ in Bayreuth. Für seine provokativen Akzentuierungen in seinen Werken wurde Schlingensief einerseits gelobt, andererseits heftig kritisiert.  

Nebenberuflich engagierte sich Schlingensief für soziale Zwecke. Sein größtes Projekt ist der Bau des „Operndorfs Afrika“. In Burkina Faso, neben dem Dorf Laongo, entsteht seit der Grundsteinlegung im Frühjahr 2010 eine kulturelle und bildungsfördernde Begegnungsstätte. Auf einem Areal von rund 14 Hektar sollen ein Theater, eine Schule und ein Krankenhaus gebaut werden. 

Eröffnungsfeier am 3. November in der Akadamie der Künste, Start um 19 Uhr.

Weitere Informationen unter: http://www.schlingensief.com/

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Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

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