Brandenburg
Schloss Dammsmühle

Eine Brandenburger Ruine wird zum Märchenschloss

Eine Brandenburger Ruine wird zum Märchenschloss
Eine malerische Kulisse bezaubert Besucher des historischen Schloss Dammsmühle in Schönwalde.
Das Schönwalder Schloss Dammsmühle im Norden Berlins ist ein wunderschöner Bau mitten im Naturschutzgebiet der Mühlenbecker Seen. Nun kauften neue Investoren das Gebäude. Wird das Gebäude nun endlich wachgeküsst?

Das Schloss Dammsmühle ist wirklich eine versteckte Perle Brandenburgs – eingebettet in eine 28 Hektar große Parkanlage mit Fischteich, Obstbäumen und Weinhang, ragt das barocke Herrenhaus stolz aus einer Lichtung im dichten Wald hervor. Das Potential erkannte auch Projektmanager Gerd Matern, der 10 Jahre darum kämpfte, sein Projekt hier umzusetzen.

Doch die Kosten für eine Sanierung überstiegen schlussendlich die Möglichkeiten der Schlossgut Dammsmühle Management GmbH, die das Gelände als Kulturerlebniswelt mit freiem Zugang für die Öffentlichkeit ausbauen wollte. Im Sommer 2017 kam zwar endlich die Bauerlaubnis, doch im Winter erwarben neue Investoren das Projekt. Nach 30 Jahren Leerstand wollen diese das historische Schloss in ein gehobenes Hotel mit Gastronomie- und Wellnessbereich verwandeln.

 

Ein von @missisabellll_ geteilter Beitrag am Sep 23, 2017 um 10:58 PDT

Eine barocke Perle für Romantiker und Nostalgiker

Das Schloss wurde bereits 1786 vom Lederfabrikanten Damm auf dem Gelände einer alten Mühle errichtet – daher der Name Dammsmühle. 1894 wurde es zwangsversteigert und zu einem Herrensitz ausgebaut. Der darauffolgende Besitzer Adolf Wollank errichtete außerdem auf einer künstlichen Insel im Mühlteich ein Gebäude in Gestalt einer arabischen Moschee, in dessen Inneren sich ein großer Tanzsaal befand. Das Schloss wechselte in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer, bis 1940 der Propagandaleiter der NSDAP, Heinrich Himmler, das Anwesen erhielt.

Instandgesetzt wurde es 1943 von Häftlingen aus dem KZ Sachsenhausen. Nach Kriegsende besetzte die Rote Armee das Schloss, in der DDR nutze es die Staatssicherheit als Jagdschloss. Nach der Wiedervereinigung diente es kurz als Hotel und als Kulisse für UFA-Filme wie Haus am See, danach stand das Schloss lange Zeit leer und wartete auf sein weiteres Schicksal.

Nach einem langen Dornröschenschlaf könnte dort nun alles sehr schnell gehen – das hofft zumindest die Schönwalder Ortsvorsteherin Maria Brandt (SPD). Sie sagte auf Anfrage zu QIEZ: „Eine Investorengruppe hat das Schloss gekauft, genaueres darf ich noch nicht sagen.“ Auch der Gastronom Roland Mary vom Borchardt habe laut der Ortsvorsteherin schon Interesse bekundet, im Schloss ein Restaurant zu betreiben. „Wir wollen, dass dort endlich etwas passiert. Es gab ja schon Beschimpfungen, weil wir uns angeblich nicht ums Schloss kümmern würden, aber es gehört uns ja nicht.“

Der Landkreis habe allerdings Planungsvorbehalt, den sie auch wahrnehmen würden, wie Brandt bekräftigt: „Auf dem Gelände sollen auch Firmen angesiedelt werden, die sich damit identifizieren, zum Beispiel eine Gärtnerei.“ Neue Pläne gibt es vermutlich im Februar, das Gelände soll aber auch in Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich sein. Auch jetzt schon lohnt es sich, das Schloss zu besichtigen – der Lost-Place-Charme ist ja immerhin voll im Trend.

Schloss Dammsmühle, Schloßstraße, 16348 Wandlitz

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