Herthas Abstieg rückt näher

Schneckenrennen gegen Köln?

Unglücklicher Nicht-Torschütze: Pierre-Michel Lasogga nach dem 1:2 seiner Hertha gegen den SC Freiburg.
Unglücklicher Nicht-Torschütze: Pierre-Michel Lasogga nach dem 1:2 seiner Hertha gegen den SC Freiburg.
Statt der erhofften Wende brachte das Dienstagabend-Spiel für Hertha BSC vor allem Tragik mit sich. Denn ein Spieler avancierte bei der 1:2-Niederlage gegen Freiburg nicht ganz freiwillig zur Hauptfigur.

Als Roman Hubnik in der siebten Minute der gestrigen Partie das Bein hochriss, zeigte er die natürliche Reaktion eines Innenverteidigers, der eine gefährliche Flanke entschärfen will. Dass sein Abwehrversuch in einem Eigentor mündete, war kein gutes Vorzeichen für den weiteren Abstiegskampf der Hertha. Wenn selbst ehrliches Bemühen so tragisch endet, ist den Berlinern womöglich nicht mehr zu helfen. Die von Trainer Otto Rehhagel als „Entscheidungsschlacht“ titulierte Begegnung stand schon früh unter keinem guten Stern und die persönliche Tragik für Hubnik sollte sich fortsetzen. Mitte der zweiten Halbzeit sah der Defensivmann bei einem schnellen Abschlag des Freiburger Keepers Baumann und der folgenden Kopfballverlängerung erneut schlecht aus – es folgte das 0:2.

Knapp zehn Minuten vor Spielende traf der Tscheche noch zum Anschlusstreffer ins richtige Tor, doch die aufkeimende Hoffnung war umsonst, da sich andere Herthaner weniger treffsicher zeigten. Zu allem Überfluss vertrat sich Hubnik kurz vor Schluss noch den Knöchel und musste das Spielfeld verlassen. Da Rehhagel bereits dreimal gewechselt hatte, beendeten die Berliner das Spiel in Unterzahl.

Die Bürde, zum Siegen verdammt zu sein

Die 90 Minuten zuvor hatten die nicht ganz unerwarteten Probleme einer Mannschaft offenbart, die um jeden Preis gewinnen muss. Der gleichen Elf, die ein achtbares 0:0 in Mönchengladbach errungen hatte, fiel gegen die selbstbewussten Freiburger wenig ein. Der Spielaufbau wirkte umständlich, war geprägt von Querpässen und hohen Bällen. Bedeutend zielstrebiger traten die Gäste auf. Bei ihnen erreichten die langen, hohen Bälle häufig ihr Ziel und ihre wendigen Offensivkräfte fielen auch durch gepflegtes Kurzpassspiel auf.

Gezwungen zum Sieg spielten die Berliner viel zu umständlich. In der ersten Halbzeit gelang ihnen kaum ein Torschuss – der Stimmung der 45.778 Zuschauer im Olympiastadion war das nicht zuträglich. Nach dem Seitenwechsel kam Pierre-Michel Lasogga für Rukavytsa, Raffael rückte nach rechts. Hertha BSC wurde nun agiler und bestimmte das Spiel, doch die Abschlussschwäche konnten sie nicht abstellen. Der ehemalige Hoffnungsträger Lasogga vergab zwei erstklassige Gelegenheiten – was die Gäste zwischendrin mit dem 0:2 bestraften.

Die Fans hatten „die Schnauze voll“ – erst der Anschlusstreffer mobilisierte bei ihnen und den Spielern die letzten Kräfte. Umsonst. Als das Spiel abgepfiffen war, sanken die Berliner auf den Boden, wie Krieger, die gerade eine entscheidende Schlacht verloren haben. Eine Heimniederlage und unglückliche Gegentore lassen für den Abstiegskampf nichts Gutes erwarten. Und doch bleibt die Hoffnung beim Blick auf die Konkurrenz erhalten. Denn die ersten Fußballclubs aus Köln und Kaiserslautern präsentieren sich derzeit noch deutlich desolater als Hertha BSC.


Quelle: Der Tagesspiegel

Olympiastadion Berlin, Olympischer Platz 3, 14053 Berlin

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