Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Gerlinde auf ein Schnitzel im Kollwitzkiez

Gerlinde auf ein Schnitzel im Kollwitzkiez
So wie es sein soll: ein klassisches Wiener Schnitzel, mega lecker im Restaurant Zum dritten Mann.
Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ verrät sie jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und mehr. Dieses Mal war sie im Restaurant Zum dritten Mann in Prenzlauer Berg.

Jeder Ort, jeder Mensch, wenn man sich ein bisschen mit ihm beschäftigt, hat etwas Besonderes. Ich liebe es, diese Dinge zu erforschen, die kleinen Geheimnisse zu lüften, die jemanden oder etwas wirklich ausmachen.

Kinderfreundliches Restaurant

Im Zum dritten Mann, dem österreichischen Restaurant mitten im Touristenkiez in der Kollwitzstraße im Prenzlauer Berg gibt es auch ein paar Besonderheiten. Wie zum Beispiel die leckere Rote-Beete-Butter, die vorneweg zum Brotkorb gereicht wird. Vor allem Kinder freuen sich über diese Vorspeise, weil die Butter aussieht wie eine Kugel Himbeereis. Das finden sie witzig: „Mama, können wir heute wieder dahingehen, wo es das Himbeereis gibt als Butter?“

Kinderfreundlich ist der Laden per se, alles andere wäre auch sicherlich ein Problem in einem Bezirk wie dem Prenzlauer Berg. Kinder hüpfen um mich und meine Begleitung um den Tisch herum, es wird gelacht und in verschiedenen Sprachen gerufen, erzählt und Fußball geguckt. Auch nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der WM bleiben die Fernseher vor dem Restaurant stehen, ohne Ton kann man sich die Spiele beim Essen anschauen, muss man aber nicht.

Im Zum dritten Mann wird alles selbst hergestellt

Ich bin sowieso sehr fixiert auf mein Essen, das ziemlich hochpreisig ist, aber was willste machen. Wir sind hier nun mal an einem der Hot Spots dieser Stadt. Zudem ist alles, was auf den Tisch kommt, selbst hergestellt. Alles ist frisch und wird liebevoll und ansehnlich angerichtet. Als Vorspeisen wählen wir einen frittierten Austernpilz, der mich sofort an meine Kindheit erinnert, die ich in den Ferien immer bei meiner Tante in Kärnten verbracht habe. Ich bin also fast ein Österreich-Profi. Danach gibt es gratinierten Ziegenkäse mit Bohnen und gebratener Wassermelone mit Minz-Öl, ein Gedicht für 10 Euro – aber dafür wirklich eine kleine Geschmacksexplosion.

Das Schnitzel, zu dem ich ein Glas roten Veltliner empfehle, ist das Highlight des Menüs, es wird mit lauwarmem Kartoffelsalat und Gurkensalat mit Sesam serviert. Da es frisch paniert ist, sieht es aus wie ein Ballon! Auch das finden vor allem Kinder witzig, weil sie mit ihrer Gabel in die Panade pieksen und es so hübsch „Puuuhhhf“ macht. Optisch erinnert das Schnitzel an das indische Bhatura-Brot, geschmacklich an das, was ich auch aus meiner Kindheit kenne. Ein wirklich schönes, flaches Schnitzel ohne Sehnen. Ich bin nach meinem Hauptgericht schon fast satt, das Dessert schaffe ich nicht ansatzweise. Ich lasse mir die Hälfte meines Kaiserschmarrns einpacken, der mit Einspänner serviert wird, eine klassische Wiener Kaffeehaus-Tradition.

Liebe für die Kunst

Besonders sind auch die Bilder an der Wand, ausgestellt von zwei Künstlern. Die Wilde Malerei kommt von Rose-Marie Winkler, und ich bin schwer verliebt. Sie malt die Tiere des Waldes vom Fuchs über den Wolf bis zum Hirsch und verkleidet sie als Menschen in Alltagssituationen. Besonders hat es mir der Hirsch in Lederhose auf dem Fahrrad angetan.

Bild, Fuchs auf Motorrad

Der Hirsch aufm Motorrad kann was!

Die Bilder sind teilweise haptisch, zum Beispiel ist die Uhr des Hirschen nicht gemalt sondern aufgeklebt, und die Hörner schauen aus dem Bild heraus. Bitte keine Jacken an den Hörnern aufhängen! Das ist schon passiert, wurde aber schnell vom Personal aufgeklärt. Die abstrakte Kunst an den Wänden ist auch sehr hübsch, die Bilder kosten meist knapp 400 Euro und sehen wirklich toll aus.

Auf die Frage, wer der Künstler sei – der Spüler des Restaurants hat sie gemalt! Er soll die Chance bekommen, seine Bilder zu auszustellen und eben auch zu verkaufen. Überhaupt wird hier viel fürs Personal getan. Als Deutschland spielte, wurde kurzerhand ein Fernseher in die Küche geschafft, damit die Köche nichts verpassen. Dass hier viel Liebe herrscht, schmeckt und spürt man.

Guten Appetit – oder wie der Österreicher sagt: „An guadn!“

Zum dritten Mann, Kollwitzstr. 87, 10435 Berlin

Telefon 030 40505018

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