• Dienstag, 05. Dezember 2017
  • von Mareile Morawietz

Moderne Thaiküche

Hausmannskost aus Bangkok mit Berlin-Twist: Kin Dee

  • Hauptspeise im Kin Dee
    Ungewöhnliche Kreationen und traditionelle Zubereitungsmethoden: Das Kin Dee muss man einfach selbst testen. Foto: QIEZ

Dass in der Lützowstraße einer der besten Thais der Stadt ist, wissen geschmackssichere Berliner längst… nur ist das nach über 30 Jahren nicht mehr das Edd’s, sondern das Kin Dee, das hier begeistert. Feinste Küche mit Tradition und frischem Mut in Schöneberg!

Eins vorweg: Wer ins Kin Dee geht, darf Chili nicht fürchten. Die schöne Köchin Dalad Kambhu hat ein Faible für das scharfe Gewürz, doch zum Glück hat sie Mitleid mit uns Europäern und bringt die thailändische Küche ihrer Kindheit in gemäßigter Form auf die Teller. Diese Teller beeindrucken übrigens fast so sehr, wie das Kochtalent der Autodidaktin in der Küche. Gestaltet hat die ein belgischer Künstler, doch leider sieht der seine Zukunft auf der Leinwand und nicht im Porzellan , so dass man die faszinierenden Stücke nur hier und jetzt bewundern kann.

An das Edd’s, das hier drei Jahrzehnte exzellente Thaiküche anbot, erinnert nur noch wenig. Der Raum wirkt befreit von Nippes und Flora. Auch an die gut gefüllte Speisekarte von einst wurde nicht angeknüpft: Serviert wird in diesem schlichten Ambiente nicht à la carte, sondern ausschließlich ein Menü für 45 Euro, das ca. zehn Gerichte zum Teilen und Wahlmöglichkeiten beim Zwischen- und Hauptgang bereithält. 

Zurück in die Küche, aus der uns drei Vorspeisen erreichen, die uns bereits zu Lobeshymnen animieren. Da teilen sich Lachsforelle und Regenbogenforelle unsere Aufmerksamkeit und gewinnen beide durch ihren einzigartigen Geschmack. Das Schwein lässt sich gekonnt von Minze begleiten und die Aubergine überrascht gebraten oder gebacken in ihrer Zartheit. Gesteigert wird dieses kulinarische Erlebnis tatsächlich noch durch den Oktopus, der uns im Anschluss als Confit mit Thai-Basilikum gereicht wird. Und während wir noch sinnieren, ob Dalad Kambhu das noch steigern kann, macht sie uns mit einem gegrillten Kabeljau und einem Wildschwein, das seine Curry -Qualitäten mehr als nur unter Beweis stellt, endgültig zu Fans.

 

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Entschuldige, wenn wir vor lauter Gaumenfreuden erst jetzt darauf kommen, dass auch der Wein und der Service sich von ihren besten Seiten zeigen. Letzterer ist bei der Suche nach dem richtigen flüssigen Begleiter zum Menü ebenso behilflich wie bei der Übersetzung der englischsprachigen Speisekarte.
Wir sind sehr froh, dass die Herren der Grill-Royal-Gruppe der Hobbyköchin eine solche Chance gegeben haben. 2016 durfte Dalad Kambhu zwei Wochen das damalige Dóttir übernehmen und konnte so ihre Idee von zeitgenössischer Thai-Küche an den Berlinern testen. Auch das Sharing-Konzept, das in Thailand selbstverständlich ist, brachte sie hier unters Volk. An ihrer Seite stand damals der Künstler Rirkrit Tiravanija. Das Pop-up-Restaurant war ein Erfolg und so erstaunt es kaum, dass die Grill-Royal-Truppe nun fest auf Dalad setzt, die zuvor in New York modelte und bis zum Summa-cum-laude-Abschluss studierte. Ihre traditionellen Hausmannskostrezepte hat sie modernisiert und regionalisiert : Statt Zutaten aus fernen Ländern einfliegen zu lassen, schaut sie, was die Bauern im Umland zu bieten haben. Die geschäftliche Seite betreut Moritz Estermann, der Pauly-Saal -erfahren ist.

Ins Kin Dee, was nicht weniger heißt als "iss gut", solte man nicht allein gehen, um das Family-Style-Prinzip voll auskosten zu können. Mit der besten Freundin oder mit der kleinen Buddy-Runde bist du hier perfekt aufgehoben. Mit deiner Familie natürlich auch. Das Restaurant, das sich durchaus mit Casual-Fine-Dining-Läden messen kann, liegt zum Glück so abseits, dass sich kaum Touristen dorthin verlaufen. Eine Reservierung empfehlen wir trotzdem!

 

Kin Dee

Lützowstraße 81
10785 Berlin

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Quelle: QIEZ
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