Kunst in Schöneweide

Hier steht der Himmel Kopf

Auf den Kopf gestellt: Gerade im Zusammenhang von Flucht und Migration verändert sich die menschliche Identität und die Sichtweise auf das eigene Ich.
Auf den Kopf gestellt: Gerade im Zusammenhang von Flucht und Migration verändert sich die menschliche Identität und die Sichtweise auf das eigene Ich.
Niederschöneweide - Was passiert mit unserer Identität im Rahmen von Migration? Mit dem Kunstprojekt We see heaven upside down wollen die Moving Poets dieser Frage auf die Spur gehen und damit einen internationalen Dialog ins Rollen bringen.

MyLoan Dinh war erst drei Jahre alt, als ihre Familie aufgrund des Krieges aus Vietnam flüchtete. Auf einem der letzten Boote, die Saigon verließen, schipperte das kleine Mädchen einer ungewissen Zukunft entgegen. Das Schiff sank, doch sie konnte gerettet und in ein Flüchtlingsheim auf die Philippinen gebracht werden. Später kam sie als Adoptivkind in die USA.

Bei dieser Geschichte ist es nicht verwunderlich, dass sich die Malerin MyLoan Dinh auch heute noch mit dem Themen Flucht und Migration auseinandersetzt. Zusammmen mit den Moving Poets, einer US-deutschen Künstlerkollektive mit Sitz in Charlotte und Berlin, hat sie nun ein neues Projekt ins Leben gerufen: Von Treptow aus soll We see heaven upside down nicht nur globale Grenzen überschreiten, sondern auch jene der menschlichen Identität erforschen.

Eine Ausstellung in der Novilla

Der Startschuss für das internationale Kunstprojekt fiel schon im Juni in der Novilla in Niederschöneweide. „Unsere Vision ist es, durch Kunst- und Kreativformen wie Zeichnung, Malerei, Musik, Fotografie, Skulptur, Dichtung, Performance, Installation, Film u.a. einen Körper von expressiven Arbeiten zu schaffen, der einen Dialog über Identität, Vertreibung, Weg und Hoffnung stimuliert“, so die Initiatorin.

Dabei soll das Projekt selbst Migrationssituationen entstehen lassen, die von einen Ort an den anderen wandern und sich stets weiterentwickeln. Bisher sind fünf solcher Migrationen geplant. Nach den ersten zwei Etappen in Berlin geht es weiter nach Charlotte in den USA. Sogar in Kalifornien und Südafrika hat man schon Interesse gemeldet.

Kunst gegen Vorurteile

Den rund 30 bisher teilnehmenden Künstlern kommt es darauf an, lokale Bürger, Einwanderer und Flüchtlinge zusammenzubringen. Denn wo Kunst verbindet, da haben Ängste und Vorurteile keinen Platz und es entsteht Raum für neue Perspektiven. Die kann Niederschöneweide sicherlich gebrauchen. 

Migration 2 läuft vom 9. bis zum 17. Juli im Rahmen von Kunst am Spreeknie. Nähere Infos zu Programm und Eintrittspreisen findest du hier

Moving Poets in der Novilla, Hasselwerderstraße 22, 12439 Berlin

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