Neues Schulzentrum für Gropiusstadt

Vorbild Rütli: Campus Efeuweg vorgestellt

Vorbild Rütli: Campus Efeuweg vorgestellt
Neuköllns Schulstadträtin Franziska Giffey und degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka bei der Vorstellung der Campus Efeuweg-Pläne. Zur Foto-Galerie
In Gropiusstadt soll ein Bildungszentrum entstehen, das Kindern den direkten Übergang von der Kita bis in die Oberstufe ermöglicht. Das Bezirksamt Neukölln kooperiert dafür mit der Wohnungsbaugesellschaft degewo und hofft auf einen 'Leuchtturm-Effekt' wie beim Campus Rütli im Norden des Bezirks.

Als vor drei Monaten in der neuen Turnhalle des Campus Rütli in Nord-Neukölln die Übertragbarkeit des erfolgreichen Konzepts auf andere Bildungseinrichtungen diskutiert wurde, bekundete Schulstadträtin Franziska Giffey (SPD) ihr Interesse, ein vergleichbares Projekt in Gropiusstadt an den Start zu bringen. Inzwischen ist der geplante Campus Efeuweg ein gutes Stück näher gerückt: Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln haben den nötigen organisatorischen und baulichen Maßnahmen einstimmig zugestimmt.

Mit dem Campus-Projekt möchten das Bezirksamt und der Kooperationspartner degewo die Gropiusstadt als moderne und soziale Großsiedlung weiterentwickeln. Bei der gemeinsamen Präsentation des Vorhabens in der Liebig-Schule wies Frank Bielka, Vorstandsmitglied der Wohnungsbaugesellschaft, darauf hin, dass sein Unternehmen Quartiere als „lebendige Organismen“ begreife und Bildung ein Standortvorteil oder -nachteil sein könne.

Campus mit Kita, Schulen, Sportanlagen und Jugendclub

Als erste Maßnahme wird dieses Jahr die Liebig-Schule mit der benachbarten Walt-Disney-Grundschule zur 4. Gemeinschaftsschule Neukölln verschmolzen. Außerdem sollen künftig die Lise-Meitner-Schule, die evangelische Kita Dreieinigkeit und der Jugendclub UFO, das Kombibad Gropiusstadt, das degewo-Stadion und spätestens 2019 die Turnhalle der Clay-Schule in den Campus integriert werden. Dessen Gelände wird von Efeuweg, Fritz-Erler-Allee, Lipschitzallee und Rudower Straße begrenzt.

Schulstadträtin Giffey untermauerte den Handlungsbedarf mit Zahlen: Im laufenden Schuljahr lagen nur 23 Anmeldungen für die Liebig-Schule vor, bei denen die Einrichtung als Erstwunsch angegeben war. Die Zielsetzung für die Zukunft formulierte Giffey so: „Wir wollen diese Schulen durch bessere Zusammenarbeit und Profilierung attraktiver gestalten.“ Durch die Einbeziehung der Lise-Meitner-Schule – ein Oberstufenzentrum (OSZ) mit dem Schwerpunkt Chemie-Physik-Biologie – soll der geplante Campus ein stark naturwissenschaftliches Profil erhalten. Für das OSZ entsteht ab 2014 ein Neubau auf dem Gelände. Die Kosten dafür, rund 46,7 Millionen Euro, werden zu 10 Prozent vom Land Berlin und zu 90 Prozent aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ getragen.

Externe Expertise gefragt

Für den weiteren Planungsprozess möchte sich das Bezirksamt externe fachliche Unterstützung ins Boot holen. Dazu beteiligt sich die Bildungsabteilung am Wettbewerb „Schulen planen und bauen“ der Montag Stiftung, die im Erfolgsfall 100.000 Euro und entsprechendes Know-How zur Verfügung stellt. Fest geplant ist die Sanierung des degewo-Stadions und des Kombibads – an letzterem wird schon gearbeitet. Für die künftige Gemeinschaftsschule soll es ein „Zentrum für Sprache und Bewegung“ geben, das die gebundene Ganztagsbetreuung ermöglichen soll. Weitere Baumaßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit Studenten und Professoren der TU Berlin entworfen. Sie könnten im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 2020 weiter geführt und erweitert werden.

Der Koordinator des bereits existierenden und umtriebigen Bildungsverbunds Gropiusstadt Eduard Heussen wird die konzeptionelle Begleitung und Projektkoordination des Campus Efeuweg übernehmen. Stadträtin Giffey zeigte sich überzeugt, in ihm den richtigen Mann für die anspruchsvolle Aufgabe gefunden zu haben. Komplett durchfinanziert ist das Projekt allerdings noch nicht – hier bietet die degewo dem Bezirk ihre Unterstützung an: „Wir stehen bereit, bei benötigten Ergänzungsbauten in Vorleistung zu gehen, diese vorzufinanzieren – damit der Bildungscampus möglichst schnell Wirklichkeit wird“, verspricht Vorstand Bielka.

Foto Galerie

Liebig-Schule, Efeuweg 34, 12347 Berlin

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