Britz, Neukölln
Der Britzer Tunnel in Neukölln

Britzer Tunnel: Berlins längster Autobahntunnel

Britzer Tunnel: Berlins längster Autobahntunnel
Im Britzer Tunnel in Neukölln.
Runter vom Gas im Britzer Tunnel: Hier wird mit der „Hightech“ der Verkehrsüberwachung geblitzt: Schwarzblitzer machen Bußgeldbescheide im heimischen Briefkasten zur Überraschung.

Ein kostenloser Schnappschuss in der Post, auf den man gar nicht vorbereitet war? Das könnte an einer Tempoüberschreitung im Britzer Tunnel in Neukölln liegen. Zu dessen Ausstattung nämlich gehören seit April 2009 gleich zwölf Schwarzblitzer. Sie sorgen dafür, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80km/h nicht überschritten wird. Interessanterweise hatten sie diesen Effekt schon kurz nach der Montage, als sie noch gar nicht dauerhaft im Einsatz waren, sondern erst einmal getestet wurden.

Inzwischen aber ist der Testlauf im längsten Autobahntunnel Berlins längst vorbei. Mehr als 100.000 Fahrzeuge rollen täglich durch die 1.713 Meter langen Tunnelröhren der Stadtautobahn A100. Das hohe Verkehrsaufkommen birgt viele Gefahren. An fast jedem Werktag im Jahr müssen Autofahrer am und im Britzer Tunnel mit Behinderungen rechnen. 2009 registrierte die Polizei hier 22 Unfälle – Tendenz steigend. Der Grund dafür ist oftmals überhöhte Geschwindigkeit.

Schwarzblitzer für mehr Sicherheit

Normale Blitzer sind in einem Tunnel viel zu gefährlich. Ihr grelles Licht könnte die Autofahrer blenden und Unfälle provozieren. Das Infrarotlicht der neuen Spezial-Blitzer dagegen ist für das menschliche Auge unsichtbar. Insgesamt 1,4 Millionen Euro hat der Berliner Senat in die Installation der neuen Blitz-Anlage investiert. Ein Zufallsgenerator bestimmt, welcher der zwölf Schwarzblitzer gerade aktiv ist. Die Geschwindigkeit der vorbeirauschenden Fahrzeuge messen Sensoren in der Fahrbahn.

Anders als bei Radar-Überwachungen in Deutschland üblich, wird im Britzer Tunnel nicht nur von vorn, sondern auch von hinten fotografiert. Damit können erstmals sogar Motorradfahrer zur Kasse gebeten werden. Nach Polizeiangaben dient die Anlage einzig und allein der Verkehrssicherheit. Doch Berlins erster Schwarzblitzer im Britzer Tunnel scheint sich auch finanziell für die Stadt auszuzahlen. Bereits im ersten halben Jahr nach Inbetriebnahme der Anlage konnten mehr als 100.000 Bußgeldverfahren eingeleitet werden.

Daten und Fakten zum Britzer Tunnel

Der Britzer Tunnel wurde im Juli 2000 eröffnet. Alten Entwürfen zufolge sollte der Tunnel ursprünglich als Hochstrecke geführt werden. Doch erst nach der Wiedervereinigung im Jahr 1989 gab es konkrete Planungen. Um den Ortsteil Britz nicht in zwei Teile zu spalten, entschied man sich für die Tunnel-Lösung. Der längste Autobahntunnel Berlins hat zwei Tunnelröhren mit einer Breite von jeweils 14,5 Metern. In jeder Röhre verlaufen drei Fahrstreifen mit je 3,5 Metern Breite.

Lage des Britzer Tunnels:

A100 zwischen den Ausfahrten Gradestraße und Buschkrugallee

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