Tempelhofer Feld

Was die Architekten für die Randbebauung planen

Was die Architekten für die Randbebauung planen
Es ist noch nicht klar, wie die Wohnungsbauten auf dem Tempelhofer Feld einmal genau aussehen könnten.,
Wohnschlange oder Vorbild Bergmannkiez? Der Masterplan für das Tempelhofer Feld soll konkreter werden: Sechs Architekturbüros erarbeiten für den Senat Pläne, dem Tagesspiegel liegen exklusiv Details dazu vor.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften arbeiten an einer „Konkretisierung“ des Masterplans für die Wohnungsbauten am Rande des Tempelhofer Feldes. Nach Informationen des Tagesspiegel wurden sechs Architekten- und Planungsbüros mit der Entwicklung städtebaulicher Konzepte beauftragt, um zu prüfen, wie dort eine stadtverträgliche Siedlung mit kostengünstigen Mietwohnungen aussehen könnte. Ziel war es, rund 1700 Wohnungen am Tempelhofer Damm anzuordnen und die Blöcke bis in die Details der Grundrisse zu planen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigte dies auf Anfrage: „Das städtebauliche Gutachterverfahren konkretisiert den Masterplan“, sagte Sprecherin Daniela Augenstein. Eine Festlegung auf einen der sechs Entwürfe oder eine Kombination von mehreren gebe es noch nicht. Im Sommer soll das Verfahren vorgestellt und von Bürgern bewertet werden – so das Ergebnis des Volksentscheids am Sonntag dem nicht entgegensteht. 

Das Ergebnis des Gutachterverfahrens fließt dann in die Erarbeitung des Bebauungsplans ein. Erst danach sollen die Wettbewerbe zur Auswahl der Architekten für die Bauten folgen. Eingeladen zum Gutachterverfahren waren: Cobe, Astoc, Reicher + Haase, Ortner + Ortner, Bogevischs, Hemprich Tophof. Details der drei besonders spannenden Planungen liegen dem Tagesspiegel vor.

Bebauung auf dem Tempelhofer Feld: Vorbild Bergmannkiez?

Das Büro Ortner + Ortner, in Berlin bekannt für das ARD-Hauptstadtstudio, ordnet die neuen Wohnblöcke entlang einer neuen Stadtstraße an, die im Norden am Flughafengebäude beginnt und im Süden an der geplanten Zentral- und Landesbibliothek: „Diese Haupterschließung hält zwei neue Quartiere zusammen“, sagt Berlins Bürochef Markus Penell. Östlich von der neuen Straße legt er eine Häuserzeile parallel zum Tempelhofer Damm an, die als Schallschutz gegen den Verkehrslärm dient und „Tradition und Kultur der Berliner Genossenschaftsbauten aufnimmt“.

Geförderte Wohnungen sind dort geplant, zum Teil auch westlich der neuen Straße, wo keine durchgängige Zeile geplant ist, sondern Blöcke. Penell schlägt ein Quartier vor, das die überragende Qualität des Flughafens aufnimmt. „Das Schlimmste wäre es, vor die gute Stadt eine schlechte zu bauen.“

Hemprich Tophof nahm sich gut informierten Kreisen zufolge den Bergmannkiez zum Vorbild. Dieser ist unter Mietern so beliebt, weil er ruhige Innenhöfe mit pulsierendem städtischem Leben auf den Straßen verbindet. Ähnlich sind die Herausforderungen am Tempelhofer Feld: Wer dort wohnt, muss den fröhlichen Lärm der vielen Besucher aushalten, ebenso wie den Verkehr am viel befahrenen Tempelhofer Damm. Deshalb schlägt das Büro Hemprich Tophof vor, in der Verlängerung des Airportgebäudes drei lang gezogene Blöcke mit ruhigen Innenhöfen zu schaffen.

Eine schlangenförmige Wohnungszeile, die über das Feld mäandert

Stadtplätze und Grünflächen zwischen den Blöcken sparen sich die Planer. Für sie ist das Feld der öffentliche Raum, und das schließt unmittelbar an die Wohnungen an. Die Lösung dürfte auch wirtschaftliche Gründe haben: Mieten von 6,50 Euro je Quadratmeter sind geplant, das lässt wenig finanziellen Spielraum für die Anlage aufwendiger öffentlicher Flächen. 

Die lang gestreckten Blöcke haben zudem den Vorzug, dass viele Wohnungen mit Ost-West-Ausrichtung entstehen können – mit Sonne in der Frühe und am Nachmittag. Wenn nur wenige Räume zum schattigen Norden ausgerichtet sind, ist die Fläche zudem effizienter nutzbar. So könnten mehr kleine Wohnungen von 40 bis 80 Quadratmetern entstehen – und das würde der erklärten Absicht des Senats entsprechen, ein Angebot für Menschen mit kleinerem Einkommen zu schaffen.

Ebenfalls beteiligt war die Planungsgemeinschaft „Astoc“, die mit den Landschaftsplanern Groos.max bereits den Wettbewerb für den Masterplan zum Tempelhofer Feld gewonnen hatte. Diese hat gut informierten Kreisen zufolge eine Schlange entworfen, eine lang gezogene Wohnungszeile, die über den Rand des Feldes mäandert. Deren Baukörper ist nicht ganz so rund wie die „Schlange“, die der Bund für seine Bediensteten an den Rand des Tiergartens gestellt hatte, sondern eher wie bei einer Gliederkette abgeeckt. Dadurch bringen die Planer mehr Wohnungen auf der gleichen Flächen unter.


Quelle: Der Tagesspiegel

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