Mittendrin Berlin!

Tegel blüht auf

Schöne Altbau-Fassade, so etwas gibt es nicht nur in Mitte ...
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Die meisten Berliner kommen nach Tegel, um mit dem Flugzeug zu verreisen. Ansonsten gilt der Ortsteil im Norden Berlins als verschnarcht und überaltert. Ein Image- und Perspektivenwechsel würde gut tun. Und genau das soll der Mittendrin Berlin!-Wettbewerbsbeitrag "Tegel blüht auf" bewirken.

Der Reinickendorfer Beitrag ist eines von acht ausgewählten Konzepten, das im kommenden Jahr im Rahmen der 6. Zentren-Initiative „Mittendrin Berlin!“ Chance auf eine Umsetzung hat. Für Projektleiter Jörg Leutloff vom Reinickendorfer Tourismusverein ist Tegel in erster Linie ein Ortsteil mit viel Potential und kleineren Schwächen. Einmalig sei das umfassende Shoppingangebot mit einem Mix aus vielen kleineren Familienbetrieben, aber auch größeren Einkaufszentren wie den Hallen am Borsigturm, dem Tegel Center oder C&A.

Darüber hinaus sind hier unzählige Restaurants, Imbisse und Cafés ansässig, die für jeden Geldbeutel und Geschmack etwas böten. „Allein auf Alt-Tegel findet man innerhalb von 500 Metern um die 40 Restaurants“, weiß Leutloff. Zudem hebt er hervor, dass es einmalig sei, die Möglichkeit von Shopping und Freizeit so miteinander zu verbinden wie in Tegel: Nach dem Einkaufsbummel am Wasser entlang flanieren und das mediterrane Flair genießen, das gebe es nur in Wannsee oder am Müggelsee.

Orte der Begegnung schaffen

Nur habe sich das Angebot in den vergangenen 20 Jahren nicht verändert, sich nicht der neuen Besucherstruktur und dem Freizeitverhalten jüngerer Generationen angepasst. Für junge Menschen gibt es kaum Angebote. Seniorenheime hingegen schießen wie Pilze aus dem Boden. „Wir wollen die Alten aber nicht weg haben“, hält Leutloff fest. Mit der Aktion „Tegel blüht auf“ erhofft er sich vielmehr eine verbesserte Kommunikation zwischen den Generationen, aber auch mit Migranten, die aus Reinickendorf oder dem Wedding kommen.

Konkret ist im Juni 2013 Folgendes geplant: Sechs auserwählte, sonst relativ tote Plätze sollen für mehrere Wochen zu Orten der Begegnung werden. Mit den unterschiedlichsten Aktionen vor den Hallen am Borsigturm, entlang der Gorkistraße, auf dem Budde- und Brunowplatz sowie auf dem Platz Alt-Tegel, dem Eingangsbereich zur Greenwichpromenade und dem Kanonenplatz soll das Motto „Laufend Neues erleben“ erlebbar werden und sich nachhaltig auf die Region auswirken. Ziel sei es, den Wirtschaftsstandort Tegel sowie die Identifikation mit dem Stadtteil zu stärken und für Leute von außerhalb attraktiver zu gestalten.

Täglich eine neue Blüte

„Jeden Tag muss es sich lohnen, nach Tegel zu kommen, um etwas zu erleben“, wünscht sich  Projektleiter Leutloff. In der Gorkistraße beispielsweise können sich ortsansässige Vereine mit Kunst-, Musik-, Theater- und Sportangeboten zur Schau stellen. Auf dem relativ ruhigen Brunowplatz sind Lesungen und beschauliche Konzerte geplant. Auf den ersten Blick ist das offizielle kulturelle Angebot in Tegel bescheiden, doch beim genaueren Hinschauen gibt es eine unglaublich aktive Amateur-Musiker- und Theaterszene. Und genau die kann sich den gesamten Aktionszeitraum über präsentieren und vernetzen. Von außen würden keine Leute eingekauft, aufgesetzte Highlights werde es nicht geben. Als krönender Abschluss ist das Sechserbrückenfest geplant.

Aber auch Gewerbetreibende, Gastronomen und Dienstleister gilt es in das Projekt einzubeziehen. Mit täglich stattfindenden Sonderaktionen und Verlosungen sollen mehr und vor allem jüngere Kunden angelockt werden.

Doch bis es soweit ist, muss das Konzept aus Reinickendorf verfeinert und weitere Sponsoren akquiriert werden. Ob sich die Mühe gelohnt hat, entscheidet sich endgültig im November. Dann wird die Jury die drei Finalisten küren, die sich 10.000 Euro für die Umsetzung teilen dürfen. „Auch wenn wir nicht zu den Gewinnern gehören, werden wir uns bemühen, die Ideen durchzusetzen“, verspricht Leutloff. Mit Unterstützung des Bezirksamtes, das voll und ganz hinter „Tegel blüht auf!“ steht, dürfte das kein Problem sein.

Foto Galerie

Tegel blüht auf, Alt-Tegel, 13507 Berlin

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