Rund um die Maccabi Games

Jüdisches Leben im Kiez

Jüdisches Leben im Kiez
Bei jungen Israelis ist Berlin gerade ziemlich angesagt. Wir finden: Die Makkabiade ist die perfekte Gelegenheit, um sich umgekehrt auch mal ein paar jüdische Orte in der Hauptstadt genauer anzuschauen. Zur Foto-Galerie
Vom 27. Juli bis zum 5. August lenken die Maccabi Games, die größte jüdische Sportveranstaltung Europas, die Aufmerksamkeit nicht nur auf den Sport, sondern auch auf das jüdische Leben in der Hauptstadt. Aus diesem Anlass stellen wir euch ab sofort täglich besondere Orte und Angebote in der Hauptstadt vor, die das Judentum auf ganz verschiedene Art und Weise lebendig werden lassen.

Tipp #1: Besuch im U-Bahnhof Bayerischer Platz

Blick ins Café Haberland. (c) Trieba
Seit Herbst 2014 strahlt der Schöneberger U-Bahnhof in neuem Glanz. Aushängeschild des Ganzen ist das Café Haberland, mit seiner großen Dachterrasse, die einen schönen Blick über den Bayerischen Platz eröffnet. Aber das Beste: Hier kommen nicht nur Kaffee- und Kuchenbegeisterte auf ihre Kosten, sondern auch diejenigen, die sich für die Geschichte der jüdischen Bevölkerung im Kiez interessieren. Eine moderne Multimedia-Ausstellung informiert im ersten Obergeschoss zwischen gemütlichen Kaffeehaus-Sesseln, Kronleuchtern und den großen Fenstern über das jüdische Leben in Schöneberg vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Großformatige Zeitungen, Film- und Tondokumente sowie ein riesiger Stadtplan machen deutlich, wie sehr der Kiez bis heute von seiner jüdischen Vergangenheit geprägt ist. Bei weitergehenden Fragen stehen außerdem ehrenamtliche Ansprechpartner zur Verfügung und im Café-Museum finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt. Zum Programm geht es hier.

Tipp #2: Essen im Djimalaya Hummus & Grill

Djimalaya Hummus & Grill
Jüdisch, lecker und gesund essen kann man in Berlin nicht allzu häufig und wenn, dann vor allem in Wilmersdorf und Schöneberg. Die wahrscheinlich hipste Variante des israelischen Genusses gibt es aber im Djimalaya in Mitte. Zugegeben, man kocht hier nur fast koscher. Der Wahl von Sahnedessert und Grillfleisch an einem Abend steht darum nichts im Wege. Viele Gerichte sind trotzdem von Hause aus vegan. Schakschuka und Tabouleh bieten einen authentischen Eindruck in jüdischer Kochkultur, Kebab und Co. brutzeln auf dem Lava-Grill der einsehbaren Küche und der Hummus in sieben verschiedenen Varianten ist jeden Cent wert. Wer großen Hunger hat, muss hier ein paar Euro mehr auf einen der Holztische legen, die drinnen wie draußen von internationalem Publikum bevölkert werden. Mitte halt. Am Abend empfehlen wir einen der fruchtig-schweren Rotweine aus den Golan Bergen, zum preiswerteren Lunch frischgepressten Saft. Mehr Infos zum Restaurant findest du hier.

Tipp #3: Theater auf der deutsch-jüdischen Bühne

Die Bühne Bimah in der City West ist deutsch-jüdische Theatertradition. Zu ihrer Gründung im Jahr 2001 war sie das erste jüdische Theater in Berlin seit über 60 Jahren. Trotzdem sind bis heute verschiedene Religionen und Nationalitäten im Ensemble vertreten. Auf dem Programm stehen scharfsinnige Satire und jüdischer Witz, das Team um den in Israel geborenen Dan Lahav vermittelt aber auch Kultur – zum Beispiel beim gemeinsamen Shabatfeiern. Das Theater wirkte schon am Hohenzollerndamm, in Neukölln oder im Admiralspalast. Im Sommer hat es sich am Ku’damm niedergelassen und trägt seither den Namen „Theater Größenwahn“. Dort kannst du zurzeit Sketche und Kurzgeschichten von Ephraim Kishon bestaunen, ein Stück über Kurt Tucholsky sehen oder die „jüdische Miss Marple“ Esther Glick und ihre mörderisch guten Rezepte kennenlernen. Für mehr Infos zum Theater klick hier.

Tipp #4: Essen im Hummus & Friends

Alles koscher bei Hummus & Friends.
„Make Hummus, not Walls“ ist das Motto der neuen Adresse für Liebhaber der israelischen Küche. In Tel Aviv gibt es seit 1983 das Bahadunes, das dort für das beste Hummus der Stadt bekannt ist. Dessen Erfolgsrezept hat jetzt in Mitte eine zweite, neue Anlaufstelle. Tatsächlich dreht sich im Hummus & Friends alles um die Kichererbsenspezialität. Aber auch Ful, ein Bohnengericht, und geschmortes Gemüse wie Blumenkohl und Aubergine, schmecken hier ganz wunderbar zum warmen Pitabrot. Sämtliche Gerichte sind laut Inhaber hausgemacht, vegetarisch und koscher. Dazu probieren Malzbierfreunde am besten das alkoholfreie „Nesher Malt“. Aus Israel. Woher auch sonst? Mehr Infos zum Restaurant findest du hier.

Tipp #5: Besuch im jüdischen Bildungszentrum Chabad Lubawitsch

Das Chabad bietet mehr als „nur“ Bildung. Zwischen den vier Synagogen, der Bücherei und einer Schule wird auch der Spaß nicht vergessen. Denn die Einrichtung ist als Familienzentrum bekannt, das viele Veranstaltungen, Ferien- und Freizeitprogramme organisiert. Jeden Tag sind die Türen geöffnet. Für alle, die mehr über jüdisches Leben erfahren wollen – aber auch für diejenigen, die sich bloß für einen einmaligen Besuch im koscheren Restaurant interessieren. Mehr Infos zum Bildungszentrum gibt es hier.

 

Tipp # 6: Backwaren der Bäckerei Kädtler

Alles koscher? Hier schon. Seit 80 Jahren wird im familiengeführten Traditionsunternehmen gebacken. Seit 2001 offiziell auch koscherzertifiziert unter Aufsicht eines Rabbis. Und das auch ausgesprochen lecker. Nicht umsonst wurde den Kädtlerschen Backwaren auf der Grünen Woche die goldene Brezel verliehen. In den Ofen kommen jüdische Klassiker wie Chanukkastollen, Bagel und Challe (koscherer Hefezopf). Und für Veganer liegt hier auch einiges im Regal. Denn abgesehen von Eiern verzichtet die Bäckerei komplett auf tierische Produkte, ebenso auf nicht natürliche Inhaltsstoffe, Quellemehle und Rohstoffe. Mehr Infos gibt es hier.

Foto Galerie

Djimalaya Hummus & Grill, Invalidenstraße 159, 10115 Berlin

Telefon 030 60935113

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Täglich von 12:00 bis 23:00 Uhr

Djimalaya Hummus & Grill

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