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Die neuesten Serien und Filme im Monat Mai

Die neuesten Serien und Filme im Monat Mai
Im Mai starten wieder verdammt gute Serien! Darunter die erste dänische Netflix Serie The Rain, die Skandinavien in eine düstere und menschenleere Landschaft verwandelt.
Dieser Monat bringt so viele gute Streifen, man könnte es sich nicht besser ausdenken: Sherlock-Star Benedict Cumberbatch ist zurück als bissiger Aristokrat und Dexters Michael C. Hall wird zum britischen Dad, der seine verschwundene Tochter sucht, ach ja, tödlicher Regen wartet auch noch auf uns!

The Rain (4. Mai auf Netflix)

Hast du auch Die Wolke von Gudrun Pausewang gelesen und hattest so ein mulmiges Gefühl, wenn du Schornsteine mit Rauch gesehen hast? Die erste dänische Netflix-Serie The Rain geht genau auf solche Urängste ein, und zwar: Was ist, wenn du draußen nicht mehr sicher bist, weil der Regen mit einem tödlichen Virus verseucht ist? So geht es Simone und ihrem kleinen Bruder Rasmus. Sie fliehen mit ihren Eltern in einen Bunker in die Einöde. Ihr Vater ist Forscher und verschwindet wenig später mit einem Spezial-Anzug, doch anstatt gleich wieder zurückzukommen, bleibt er verschollen. Ganze sechs Jahre später hat sich Skandinavien in eine postapokalyptische Landschaft verwandelt – Ortschaften sind komplett verlassen. Die beiden Jugendlichen trauen sich trotzdem ins Freie und treffen dort auf eine andere Gruppe Kids, die das Land nach anderen Überlebenden absuchen. Unser erster Eindruck: Genau wie Simone wirst du als Zuschauer von einer Sekunde auf die andere vom Schulunterricht in die Katastrophe geschleudert, was die Nerven ganz schön anspannt. Außerdem hat die Serie einen weniger polierten Look als zum Beispiel Stranger Things. Es wird also ziemlich schnell klar, dass die Serie nicht aus den USA kommt. Das gerade ist aber eher positiv zu sehen, denn so kommt der dokumentarische Aspekt noch mehr zur Geltung, obwohl es Sci-Fi ist. Wir sind angefixt und werden weiter gucken!

Barry (8. Mai auf Sky)

Diese Serie hat den Hype! Es soll die stärkste Serie des Jahres sein: Mit so viel Lob im Hinterkopf haben wir uns die erste Folge reingezogen und können nur sagen – wow! Die Story ist ziemlich schräg und gerade deshalb besonders genial. Barry ist ein ehemaliger Soldat, der die Rückkehr ins normale Leben nicht wirklich hinbekommen hat. Sein Freund Fuches nimmt ihn unter die Fittiche und macht Barry zum Auftragskiller, weil so seine Fähigkeiten gut genutzt sind, aha! Fuches ist leider ziemlich auf Sparkurs aus und daher darf Barry auch seine Jobs nur in Familienautos erledigen – schicke, schwarze Flitzer mit verdunkelten Gläsern, davon träumt er nachts. Bei einem Job gerät Barry in eine Schauspielklasse und sein eigentliches Opfer hält ihn ebenfalls für einen Schüler und nimmt ihn mit auf die Bühne, um ein Stück vorzuspielen. Dort ist Barry zwar steif wie ein Stock und brummelt seine Zeilen nur raus, aber er ist sich sicher: Er hat seine große Passion gefunden. Der erste schauspielernde Killer ist geboren. In der Hauptrolle brilliert Bill Hader, der mit Alec Berg die Serie auch kreiert und produziert hat. Hader, bekannt aus Saturday Night Live oder Superbad, präsentiert dem Zuschauer mit steinerner Miene einen pechschwarzen Humor der in Punchline-Jokes und Situations-Komik in geballter Ladung auf dich einprasselt. Dabei zeigt er auch den sensiblen Teil des Charakters, der den amerikanischen Traum leben will, nämlich in Los Angeles Schauspieler zu werden. Aber mit Anspruch: Werbung ist unter seinem Niveau. Die acht Folgen mit jeweils 30 Minuten werden deinen Tag bereichern, ab 8. Mai zeigt Sky die Serie auch in der deutschen Synchronfassung. Für alle Fans: HBO hat die zweite Staffel schon bestätigt!

Safe (10. Mai auf Netflix)

Tom (Michael C. Hall) lebt mit seinen beiden Töchtern in einer britischen Kleinstadt, in der vor allem etwas wohlhabendere Menschen leben. Highlights sind Gartenpartys mit den Nachbarn und seine Affäre mit der hiesigen Polizeibeamtin Sophie (Amanda Abbington). Zu seiner älteren Tochter Jenny hat er ein angespanntes Verhältnis, schließlich macht sie ihn mitverantwortlich für den Tod der Mutter vor einem Jahr. Eines Nachts verschwindet Jenny nach einer Party spurlos und Tom findet sich in einer atemlosen Suche durch die Nachbarschaft wieder. Wer weiß mehr? Die Eltern von Jennys Freund, die reichen Nachbarn mit Pool oder doch Toms Freund, der ein etwas zweifelhaftes Interesse an Jenny hat. Zugegeben es ist sehr merkwürdig, Michael C. Hall mit britischem Englisch sprechen zu hören, doch er ist nun mal so ein guter Schauspieler, dass man das hinnimmt. Die Story scheint noch viele Leichen im Keller hervorzubringen (im wahrsten Sinne des Wortes): Von Kindesmissbrauch bis Drogenhandel und Mordvertuschung ist alles dabei. Eigentlich, gerade wegen Michael C. Halls Paraderolle in der Serienmörder-Serie Dexter, ein Stoff, der passt. Seltsam ist nur, dass der Zuschauer so schnell Mitwisser wird, das schlägt auf das Spannungsbarometer. Wir geben der Serie aber noch eine Chance.

Patrick Melrose (29. Mai auf Sky)

Schwarzer Humor, eine autobiografische Romanreihe und einer der besten britischen Schauspieler – die Miniserie Patrick Melrose hat alles um zu einem Serienhit zu werden. Die neue Serie mit fünf Episoden basiert auf der Romanreihe von Edward St. Aubyn – darin verarbeitet der Autor mitunter auch seine eigenen Erlebnisse als Mann aus gutem Hause, der irgendwann im Drogen- und Alkoholsumpf landet. Die Serie beginnt in Patricks (Benedict Cumberbatch) Jugend und zeigt, wie ihn sein Vater, gespielt von Hugo Weaving (Matrix, Der Herr der Ringe), misshandelt. Davon fürs Leben geprägt, entwickelt sich Patrick zu einem Lebemann, der den Exzess liebt und die 80er in New York auf den Kopf stellt, jedoch eine tiefe Trauer und Schwere mit sich herumträgt, die er mit Drogen abtöten will. Doch dann wird Patrick selbst Vater und sieht sich in dem Konflikt, nicht die gleichen Fehler seines Vaters zu begehen. Der Trailer ist schon ziemlich vielversprechend, mit einem Lebemann, der dem Wolf of Wallstreet-Leonardo DiCaprio-Charakter  Konkurrenz machen kann. Aber auch die Dämonen dieses Mannes, der doch alles hat, verkörpert Cumberbatch mit viel Elan und Hingabe. Dazu hat das Cast wirklich was zu bieten: Neben Cumberbatch und Weaving sind auch Jennifer Jason Leigh (The Hateful Eight) und Allison Williams (Get Out) mit dabei.

Maybe Baby (im Kino ab 26. April)

Und jetzt noch was aus der Hauptstadt! Was tun, wenn du die 30 schon überschritten hast, deine Freundinnen ein Kind nach dem anderen bekommen und über nichts anderes als Stillen und Dammrisse sprechen, während du partout dein Leben als cooles Berliner Girl, dass jede Party durchtanzen kann – nicht aus dem Auge verlieren willst? Dazu bist du schon seit Jahren in einer festen Beziehung, dein Partner wünscht sich nichts mehr als ein Kind, deshalb habt ihr einen Sex-Kalender und du machst regelmäßig die Kerze, damit das auch sicher was wird mit dem Nachwuchs. Dieses Szenario ist das Leben von Marie (Julia Becker) und ihrem Freund Sascha (Mark Ben Puch), sie leben gemeinsam ein scheinbar idyllisches Leben mit kleinen Unterschieden, wie das Sascha nichts wichtiger findet als seine Pflanzen zu gießen, was Marie als Spießertum verteufelt. Ein Urlaub auf einer Berghütte lässt diese kleinen Reibereien hinter sich und zeigt die tiefen Risse. Maybe Baby ist der Debütfilm der Schauspielerin und Regisseurin Julia Becker aus Neukölln – das du im Film auch siehst – und beschäftigt sich stimmig ohne künstliche Dramatisierung mit der Problematik der Entfremdung zwischen Paaren, die sich was anderes vom Partner wünschen und vorstellen. Visuell zwar etwas eindimensional und der Humor manchmal auch schleppend, ist es ein gelungenes Debüt, weil es zugleich Frau und Mann zeigt, die sich in ihren Rollen in der Beziehung nicht wohl fühlen.

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