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Ich bin für meinen Orgasmus verantwortlich

Ich bin für meinen Orgasmus verantwortlich
Der weibliche Körper ist für Orgasmen gemacht.
Ab sofort schreiben an dieser Stelle zweimal im Monat unsere Freunde von Happy Vagina, diesmal Gastautorin Suki. Nach ihrer Schwangerschaft hat sie sich auf die lange Reise zurück zum Orgasmus gemacht und dabei selbst Hand angelegt.

Orgasmen und ich sind ein schwieriges Thema. Ehrlich. Wir haben uns spät getroffen. Erst in meinen 30ern hat es klick oder besser gesagt: ahhhhh gemacht. Dank meines Partners, der wusste, wie er mich zum Wahnsinn bringen konnte – und ich habe es sehr genossen.

Die lange Reise zurück zum Orgasmus

Als ich Mutter wurde, war es dann wieder vorbei. Küsse wie bei Anfängern, fummeln so ungelenk wie bei Teenagern. Keine Berührung passte, nichts funktionierte mehr so wie früher. Zu Beginn dachte ich: Klar, das liegt am Muttersein! Später wurde mir jedoch klar: Mein Körper ist ein anderer geworden und die Gebrauchsanleitung dafür ist jetzt veraltet.

Trotz der Erkenntnis habe ich gewartet, dass mein Partner den Dreh rausbekommt, mir wieder viele Ohhhs und Ahhhhhs schenkt. Doch es klappte nicht. Ich wurde verkrampft, rechthaberisch, es gab Anweisungen, Vorwürfe und Enttäuschungen – auf beiden Seiten.

Untenrum war Neuland

Dann wurde mir etwas klar: Ich bin für meine Orgasmen selbst verantwortlich! Kurz entschlossen habe ich den Vibrator weggeräumt und selbst Hand angelegt. Ein komisches Gefühl. Ich muss nämlich zugeben, meine Vagina und ich waren uns bis dato ziemlich fremd. Ich hatte mich noch nie selbst „untenrum“ angefasst. „Untenrum“ war Neuland. Das Anfassen hatte ich schließlich immer den Männern überlassen, von daher hatte ich keine Ahnung, wie ich mir mit meiner eigenen Hand Lust verschaffen kann.

Doch wie soll ich meinem Mann sagen, was ich mag, wenn ich es selbst gar nicht weiß? Wieso soll ich ihm den Schwarzen Peter zuschieben und erwarten, dass er mich zum Orgasmus bringt, wenn ich es selbst gar nicht kann?

Neue Ortskenntnisse

Also habe ich angefangen, mich zu streicheln. Die Innenschenkel, die Kniekehlen, den Bauch, die Brüste und schließlich die Vulva. Dabei habe ich immer in mich hinein gespürt. Welche Berührung fühlt sich gut an? Was gefällt mir gut? Was turnt mich ab? Ich wurde erregt, aber kam nicht zum Orgasmus – was mich zugegebenermaßen frustriert hat. Doch es kam Wissen und daraus wurde Kenntnis. Neue Ortskenntnisse über meine Erregbarkeit entstanden. „Untenrum“ wurde zur Vertrauten, Freundin und Gespielin. Ich merkte schnell, weniger ist mehr. Streicheln am Bauch, Innenschenkel, Brüste, Knie und Armbeugen bereitet den Weg und sanftes Zupfen der Yoni-Lippen macht heiß. Inzwischen bekomme ich so manchen prachtvollen Orgasmus hin.

Ein Nein ist ein Nein – auch mir gegenüber

Die Verantwortungslosigkeit ist vorbei. Und damit auch die Sprachlosigkeit. Ich weiß inzwischen, dass mein Körper gefragt werden will, bevor Vibrator, Penis, Instrumente des Gynäkologen oder auch nur mein Finger eindringen darf. Ein „Nein“ ist hier bindend – auch dem Liebsten gegenüber. Keine Spucke oder Gleitmittel mehr, um zu funktionieren, sondern lieber weiter mit Heavy Petting… (wie sexy das sein kann, war ein große Entdeckung bei der Forschungsreise).

Mit der Verantwortung kam auch die sexuelle Freiheit. „Der weibliche Körper ist für Orgasmen gemacht“, hat Tantra-Masseurin Veronika Aleksandra im Interview gesagt. Die „Ja“ und „Nein“ des Körpers weisen mir als Frauen nun den Weg und immer mehr erblüht meine Sexualität: wilder, tiefer und orgastischer als ich es mir vorstellen konnte – und manchmal sogar von selbst. Kürzlich bin ich ohne mich anzufassen im Lift gekommen. Irre.


Der vollständige Artikel ist zuerst auf dem Blog Happy Vagina erschienen. 


Quelle: Happy Vagina

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