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Junges Paar zum Mitvögeln gesucht - unsere Singlekolumne #27

Junges Paar zum Mitvögeln gesucht - unsere Singlekolumne #27
Die App Feeld bringt Paare für Gruppensex zusammen. Eigentlich. Es geht aber auch anders ...
Mascha hat eine neue App entdeckt: Feeld bringt Paare und Experimentierfreudige zusammen, die Lust auf einen Mehrpersonen-Bettspaß haben. Bisher geht es allerdings ein wenig züchtig zu...

Überraschung: Ich bin immer noch Single. Aber ich bin nicht allein, ich umgebe mich mit jeder Menge mehr oder weniger Gleichgesinnter. Deswegen kann man auch als Single eine App ausprobieren, die sich vorwiegend an Paare richtet. Feeld. 

Feeld ist vorwiegend dazu da, das klassische „Ein Bett, zwei Menschen“-Ding auszuhebeln. Und Partner für Dreier, Vierer oder whatever zu finden. Man kann sich hier auch allein anmelden, aber das war in dem Fall nicht nötig. Denn ich habe zwar keinen Partner, dafür aber Freunde wie Dominik. Mit dem habe ich schon so ziemlich alles ausprobiert – warum also nicht gemeinsam bei Feeld anmelden und unserem Wunsch, noch mehr mit anderen Menschen den Freuden körperlicher Liebe zu frönen, nachgehen.

Ähnlich wie Tinder – nur anders

Im Grunde funktioniert das Ganze ähnlich wie Tinder. Dieselbe Like- oder Dislike-Funktion, und wenn man ebenfalls geherzt wird, kann man sich schreiben. Man lädt ein bis fünf Fotos hoch, kann ein paar Interessen, Wünsche oder total smarte/ verführerische/ kryptische Sätze formulieren – schwupps, ist das Profil erstellt. Angezeigt werden zunächst Menschen im direkten Umkreis, dann wird der Radius immer größer. Erster großer Unterschied zu Tinder: Viele Paare haben zwar Lust auf „Exploring“ oder „Sharing their Love“, aber wollen offenbar nicht vom nächstbesten Kollegen bei dieser Suche ertappt werden. Und so finden sich hier statt Tinder-tpischer Selfies und Grinsefotos jede Menge menschenleere Strand- und Landschaftsbilder oder halbnackte Beine, Brüste und Ärsche ohne Kopf.

Ein Beitrag geteilt von Feeld (@feeldco) am 1. Okt 2016 um 17:24 Uhr

Das kann ich zwar auf der einen Seite ein bisschen verstehen, denn ich habe selbst Freunde, die noch nicht einmal auf weniger sexbasierten Seiten wie Tinder ein erkennbares Profil erstellen würden – zu wichtig ist die berufliche Stellung. Aber sollen Dominik und ich uns nun jedes Mal die Mühe machen, dem Strand, Hund oder Arsch zu schreiben, um dann erst rauszufinden, welche Gesichter sich dahinter verbergen? Wir halten uns dann doch meist an diejenigen, die mutig ihre Nasen in die Kamera halten. Das sind zwar, zweiter großer Unterschied, insgesamt wesentlich weniger Menschen als bei Tinder, so dass wir schon nach ein paar Wischern in Hamburg angelangt sind – aber ein paar interessante Kandidaten waren schon dabei.

Ein langer Weg bis zum „Ziel“

Doch auch hier ist es bisweilen anstrengend: Entweder, die gelikten Paare antworten nicht auf unsere supercoolen Anfragen, die wir mal sehr direkt mit „Lust auf nen nackten Samstag im Bett“ bis zum soften „Hi, nice to meet you“ variieren. Und wenn man dann jemanden nett findet, geht der Stress erst richtig los: Vier Leute an einem Ort zusammenbringen, das hatte ich mir nicht so schwer vorgestellt. Und dann wollen die meisten, die noch nicht so abgebrüht sind wie wir, ja auch erstmal was trinken gehen. Uff. Ein sagenhaftes Mal ist es uns bisher gelungen. Ein Paar aus Frankreich, offene Beziehung, Lust auf – ja, was eigentlich? Vorwiegend darauf, sich mit Gleichgesinnten zu connecten und vielleicht mal zusammen einschlägige Clubs zu besuchen.

Aber tatsächlich war das erste Treffen in einer Bar unheimlich nett. Nicht nur, weil die beiden sehr smart, als Paar ganz faszinierend gegensätzlich und in einem spannenden Beziehungsmodell lebend sind, sondern auch, weil Dominik und ich zum ersten Mal in dieser Doppelrolle bewusst gemeinsam auf ein Paar getroffen sind. Spannend! Wir quatschten über unsere Erfahrungen, wie die beiden ihre offene Beziehung leben und was Dominik und ich so von polygamem Lifestyle halten.

Zum Sex kam es an diesem Abend leider nicht. Es war eher wie ein Treffen mit Menschen, die man mal bei einem Konzert oder bei der Arbeit kennengelernt hat und nun ein bisschen mehr voneinander erfahren will – abgesehen von den Themen. Wann sonst quatscht man mit völlig Fremden so schnell so offen über intime Beziehungsfragen, Liebe und Sex? Das hat uns gut gefallen. Und noch ein Stück weitergebracht auf unserer kunterbunten Reise zu den Möglichkeiten, die Berlin, solche Apps und ein offener Geist so mit sich bringen. Das nächste Treffen mit den beiden sowie mit einem anderen Paar ist geplant. Und, so gerne wir auch quatschen: Wir wollen nackte Körper! 

Again (heute ist Anglizismentag): Auf die Triebe!

Eure Mascha

 

Ich bin Mascha (32) und seit rund anderthalb Jahren Single. Nach einer langen Beziehung habe ich endlich Zeit mich ein bisschen auszuleben, die Sau raus und nichts anbrennen zu lassen. Insgeheim warte ich aber natürlich auf meinen bärtigen Ritter, der mit seinem Pferd in den Hinterhof meiner Neuköllner Wohnung galoppiert und mit dem ich ein, zwei Mate auch mal ohne Wodka trinken kann. Bis es soweit ist, betätige ich mich ab sofort im Auftrag aller Berliner Singles als Versuchskaninchen, teste mich durch diverse Datingportale, -events und -partys. Und lasse auch sonst nichts unversucht, um Libido und Liebe auf die Sprünge zu helfen. Ausgang ungewiss. Was soll ich als nächstes ausprobieren? Schreib an: redaktion@qiez.de

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