Mascha fragt nach

Das erste Mal – Sex im KitKat

Das erste Mal – Sex im KitKat
Rummachen, Sex haben, mitten im Club? Maschas Freundin Lana hat es ausprobiert.
Kolumnistin Mascha hat ja schon jede Menge Erfahrung mit Sexpartys – und Sex auf Partys. Doch wie haben andere das erste Mal Vögeln zu dröhnenden Bässen und zwischen anderen Feiernden erlebt? Das hat Mascha ihre Freundin Lana, 31, gefragt. Und bekam dieses Protokoll einer wilden Nacht ...

„Wie du weißt, Mascha, war Sex in der Öffentlichkeit nie so richtig mein Thema. Also, ich bin weder besonders schüchtern noch unerfahren, aber ich dachte immer: Wieso sollten mir andere Leute beim Vögeln zuschauen? Mir gibt das wenig bis nichts – und dass sich andere auf mich einen runterholen können, darauf kann ich auch verzichten. Deswegen habe ich auch nie geplant, unbedingt mal in einem Club Sex haben zu müssen. Du hast mir ja schon viel vom KitKat und von anderen Sexpartys erzählt. Und ich dachte immer, okay, das klingt nett, das will ich auch mal ausprobieren. Vielleicht hatte auch das Ende meiner Beziehung etwas damit zu tun, dass ich es dann in diesem Jahr tatsächlich gemacht habe. Ich wollte endlich mal diesen ach so berühmten Laden von innen sehen, und weil meine beiden besten Freunde auch Bock hatten, schmiss ich mich in einen Spitzenbody (du hast mir ja erklärt, wie das mit den Outfits und so weiter läuft) und wir gingen an einem Samstag hin. Ohne konkretes Ziel wohlgemerkt, ich wollte einfach schauen, was passiert.

Als wir drin waren, erstmal totale Erleichterung und ein bisschen Stolz, dass es geklappt hat. Nicht jeder hat den strengen Outfit-Check der Türsteher überstanden. Der nächste Gedanke an der Garderobe: verrückt, lauter Halbnackte. Und krass, tatsächlich Gäste jeden Alters und mit völlig unterschiedlichen Looks. In Clubs wie dem Berghain sind Alter und Outfits dann doch irgendwie, da machen wir uns nix vor, gleichförmiger. Der Style des KitKatClubs selbst wiederum war schon ein bisschen putzig, mit diesen handgemalten Leuchtbildern an den Wänden, ein wenig in der Zeit stehengeblieben. Aber ich fand es super, auch, weil es eben nicht aussieht wie jeder hippe Technoclub in Berlin. Und, das verdient eine extra Erwähnung: Die Klos waren vergleichsweise sauber und es gab die ganze Nacht Toilettenpapier und Seife. Die Tanzfläche war, es war so halb zwei, ziemlich voll, alle waren happy, aber auf den ersten Blick war alles weit weniger krass, als ich es mir vorgestellt hatte. Eigentlich waren nur die Barkeeperinnen wirklich nackt, und von Sex habe ich auch erstmal weit und breit nichts gesehen. Aber die Stimmung war super, selbst der Techno hatte was Fröhliches.

Erster Eindruck vom KitKat: alle happy, viele halbnackt

Nach und nach verstand ich den Club, also, wo ist was, wer macht wo was. Es gibt jede Menge Platz zum Sitzen und eben auch zum Rummachen, vorne im Eingangsbereich, am Pool, als quasi Darkroom, lernte ich, fungiert der Balkon oberhalb der Tanzfläche. Musste ich mir natürlich anschauen, und ja, da hatten Menschen Sex, vor allem Männer. Und ein paar andere saßen einfach nur da und schauten sich das Ganze an. Und dann gibt es ja noch den riesigen Kellerbereich, da stehen dann auch, ganz Klischee, ein paar Liegen und Betten herum. Da war es aber noch eher ruhig. All das nahm ich erstmal nur wahr, fand es irgendwie aufregend, aber meine eigene Lust hielt sich noch in Grenzen. Bis ich dann irgendwann aufhörte, nur zu beobachten, sondern mehr und mehr eintauchte. Das lag, zugegeben, auch an jeder Menge Sekt und Schnaps. Aber ich fühlte mich auch extrem wohl damit, nur im Body zu tanzen, und beim Tanzen kam man auch immer mehr Menschen näher. Alle hatten irgendwie Lust sich anzufassen, ihrem Gegenüber Komplimente zu machen, die Outfits der anderen zu bestaunen. Alle waren touchy, ob gay oder hetero, irgendwie war da einfach immer mehr Körperkontakt.

 

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Ein Beitrag geteilt von Loredana 💋 (@loredanaangeles030) am Okt 3, 2018 um 2:06 PDT

Und dann war da er, so ein großer Typ mit einer Glitzerweste, bis auf die Größe gar nicht so mein Typ auf den ersten Blick. Ich war, glaube ich, bisher einfach auf Typ Hipster gepolt, bärtig, schlank, Jeans, Shirt, aber hier war eben irgendwie alles anders. Er war eher so Typ mittelalt und Bürstenhaarschnitt, aber sah wahnsinnig nett aus und tanzte so losgelöst, das passte alles gar nicht so zusammen und war deswegen spannend. Wir stießen beim Tanzen fast zusammen, er lächelte, ich lächelte, und, das passiert mir wirklich selten, wir knutschten, bevor wir uns überhaupt unsere Namen gesagt hatten. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er irgendwas eingeworfen hatte oder einfach nur so wahnsinnig gut drauf und gleichzeitig so entspannt war. Das ganze halbnackte Getanze und die vielen knutschenden Leute um uns rum hatten dann doch eine ziemlich starke Wirkung auf mich. Und sicher war da auch irgendwie der Gedanke: Lana, jetzt trau dich mal was. Ich weiß gar nicht mehr, wer die Idee hatte, aber wir gingen an den Rand der Tanzfläche, da kann man auf Boxen klettern und im Halbdunkel von oben die ganzen Leute beobachten. Wie gut man uns sehen konnte, weiß ich ehrlich gesagt nicht, wir fingen einfach an, spontan weiter rumzumachen. Viel ausziehen mussten wir ja sowieso nicht mehr, das hat rückblickend sicher auch noch dazu beigetragen, dass die Hemmschwelle niedriger war. Und man eben nicht nur knutschte, sondern auch gleich alle anderen Körperstellen anfassen wollte. Relativ schnell schob er mit der Hand meinen Body zur Seite und zwischen meine Beine. Ich staunte, wie wenig komisch ich das alles fand. Denn, zumindest glaube ich das, saßen mindestens zwei andere Leute direkt neben uns und waren ebenfalls ineinander vertieft. Was ich schön fand war, dass wir, er hieß übrigens Marc und war tatsächlich schon Mitte 40, zwischendurch immer wieder kommunizierten und auch mal über die Situation lachten, das hab ich auf jeden Fall gebraucht, um mich wohl zu fühlen.

Sex im Club: Weniger krass als gedacht

Da ich in Sachen Safer Sex extrem vorsichtig bin und dem Kondom, das seit etwa einem halben Jahr in meiner Handtasche rumflog, kein wildes Gevögel mehr zutraute, hatten wir „nur“ Oralsex. Das war auch auf diesen komischen Sitzhockern praktikabler, er konnte stehen, ich sitzen, und umgekehrt. Er kam total schnell, ich gar nicht – aber das war okay, denn um mich so richtig drauf einzulassen war es mir dann doch zu eng, zu laut, zu unbequem. Es war spannend, es war auch irgendwie witzig, vor allem, weil ich zwischendurch immer wieder auf die tanzenden Leute da unten schaute und dachte: schon alles verrückt hier, irgendwie. Du hast mir ja mal erzählt, dass es durchaus vorkommen kann, dass andere Leute einfach dazukommen und mitmachen wollen. Ich war froh, dass wir in einer eher schmalen Ecke saßen und nicht auf diesen großen Liegeflächen auf der anderen Seite. Denn auf noch mehr Zuschauer und womöglich andere Typen, die sich einfach dazugesellten, hatte ich gar keinen Bock. Bei Gruppensex im Club würde ich auch viel zu schnell den Überblick verlieren. Wie gesagt, das ist und wird vermutlich nie mein Ding. So war das Ganze doch noch ein bisschen intim.

Süß war, dass Marc und ich danach noch ein bisschen herumtanzten wie frisch Verliebte, auch wenn irgendwie klar war, dass wir uns vielleicht nach dieser Nacht nie wiedersehen würden. Das haben wir auch gar nicht so richtig thematisiert, obwohl er mir am Ende noch seine Nummer auf ein Papier gekritzelt hat. Er hat mir dann auch ein paar Mal geschrieben, eher belanglos, für ihn war es nicht der erste Sex im Club und er war da ziemlich unaufgeregt. Für mich war es eine Erfahrung, die nett war, aufregend, aber nicht so aufregend, wie ich dachte. Was ja auch eine Erkenntnis ist. Ins KitKat werde ich auf jeden Fall nochmal gehen. Aber ich bleibe dabei: Ich gehe einfach hin und schaue, was passiert. Ohne konkretes Ziel. Denn auch ohne Sex wäre die Nacht aufregend und spannend gewesen.“

Soviel von meiner Freundin Lana.

Gut, dass ich da mal nachfragt habe!

Eure Mascha

KitKatClub, Köpenicker Straße 76, 10179 Berlin

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