Neueröffnung

Neu in Kreuzberg: Eine Shisha-Bar nur für Frauen

Neu in Kreuzberg: Eine Shisha-Bar nur für Frauen
"Zutritt nur für Ladies" steht auf der Eingangstür der Shisha-Bar Lady Hookah.
Männer sind hier unerwünscht: Das Lady Hookah in der Urbanstraße ist Berlins erste Shisha-Bar nur für Frauen. Nicht einmal der Besitzer darf den Laden betreten. Das Konzept scheint aufzugehen, dennoch gibt es Kritik.

Bordeauxrote Sessel, gedämpftes Licht und blickdichte Vorhänge: Die Wände sind mit Samt verkleidet und aus den Boxen ertönt laute Musik. Eigentlich sieht das Lady Hookah in der Kreuzberger Urbanstraße aus wie eine normale Shisha-Bar. Doch etwas macht diese Bar zu einer ganz besonderen… Hier herrscht Männer-Verbot.

„Frauen sehnen sich nach so einem Ort, an dem sie ganz entspannt und ungestört Shisha rauchen können“, meint Muhammad Armih, der Besitzer der Shisha-Bar Lady Hookah. Denn Männer würden heute gezielt in Shisha-Bars gehen, um Frauen kennenzulernen, erklärt er. Woher er das weiß? Durch seine Schwestern. Die hätten ihn auch auf die Idee zu der männerlosen Shisha-Bar gebracht.

Das Lady Hookah ist fast täglich ausgebucht

Ende Juli eröffnete Muhammad Armih dann das Café Lady Hookah, das bei den weiblichen Shisha-Fans gut anzukommen scheint: „In der letzten Zeit waren unsere 60 Plätze fast täglich ausgebucht“, sagt Muhammad. Wer nun vorurteilig meint, hier kämen nur Kopftuchträgerinnen hin, der irrt: Frauen verschiedener Nationalitäten haben die Bar für sich entdeckt und die Altersspanne reiche von 18 bis 40 Jahren.

Besonders beliebt bei seinen Gästen sei Cinderella – eine süße Tabak-Sorte die nach Beeren schmeckt. Dass es bei dem namensgebenden Märchen um ein armes Mädchen geht, dass von einem Prinzen errettet wird, muss Zufall sein. Auf der Karte stehen zudem 17 weitere Sorten für jeweils 7 Euro. Außerdem gibt es verschiedene Cocktails – alle alkoholfrei – und Snacks wie Pizza, Nachos und Bagels.

Total männerfrei

Das Café soll keine reine Anlaufstelle für muslimische Frauen sein, auch wenn auf die kulturellen Regeln besonders Rücksicht genommen wird: Damit sich diese Gäste wirklich frei von männlichen Blicken bewegen können, betritt nicht einmal Muhammad selbst seine Bar und spricht während der Arbeitszeit via Walkie-Talkie mit seinen Mitarbeiterinnen. Mit der Eröffnung von Lady Hookah kam auch Kritik auf, dass das Konzept frauenfeindlichen Strukturen nachgeben würde. Cafés, die nach Geschlechter trennen, würden doch nur verstärken, dass sich Frauen in der Gegenwart von Männern unwohl fühlen müssen. Von Gleichberechtigung fehlt auch jede Spur. Ja, vertritt das Konzept der Geschlechtertrennung nicht sogar gesellschaftliche Anschauungen, die eher ins Mittelalter als ins 21. Jahrhundert gehören? Ist es nicht viel wichtiger daran zu arbeiten, dass sich Frauen nicht mehr durch männliches Machoverhalten abgeschreckt fühlen müssen?

Der 32-Jährige Besitzer des Lady Hookah kann die Kritik nicht nachvollziehen: „Die Idee von einem Ort nur für Frauen als Rückzugsort ist nicht neu.“ Und Männercafés gäbe es ja schließlich auch: „Wir wollen Frauen ebenfalls ihren Freiraum bieten“, sagt Muhammad. Daher plane er bereits, sein Konzept auszuweiten: Bald soll es Karaoke-Partys und Live-Musik geben und im Winter will Muhammad mit seinen Mitarbeiterinnen Kinoabende veranstalten, bei denen die Gäste vorab über Instagram abstimmen können, welche Filme sie sehen möchten. Transsexuelle werden übrigens nicht der Tür verwiesen. Die Zukunft ist auch schon geplant: Muhammad kann sich vorstellen, aus dem Lady Hookah eine Kette werden zu lassen, mit weiteren Shisha-Bars in Hamburg oder Frankfurt.

Lady Hookah, Urbanstraße 50, 10967 Berlin

Festnetz 030 52102764


Täglich ab 14 Uhr

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