Einkaufen mit guten Gewissen

Shopping-Guide für Gebrauchtes

Shopping-Guide für Gebrauchtes
Dieses Kleid schmückt ein Blumenband, das von der isländischen Jungdesignerin Kristjana gestaltet wurde.
Die Online-Plattform secondhandguide hilft dabei, sich einen - im wahrsten Sinne des Wortes - richtig "guten" Einkaufsweg durch Berlin zu bahnen.

In den letzten Jahrzehnten galt in den meisten Haushalten das Motto: Neu ist gut und was alt oder unpassend ist, wird entsorgt. Doch seit einigen Jahren gerät dieses kapitalistische Maxime zunehmend ins Wanken. Ein neues, ökologsiches Bewusstsein führt bei vielen Käufern zu einem Hinterfragen des eigenen Konsumverhaltens. Wer einen Kinderwagen, eine schicke Klamotte oder besondere Möbel sucht, greift nicht mehr unbedingt zur Neuware von der Stange. Nicht nur der Nachhaltigkeits-Gedanke spielt beim Griff zu Secondhand-Produkten eine Rolle, auch ein günstigerer Preis, die besondere Geschichte des jeweiligen Produkts und ein gewisser Coolness-Faktor sprechen zunehmend für eine Zweitverwertung brauchbarer Güter.

Gerade die alternative Bioladen-Metropole Berlin ist bei dieser Entwicklung natürlich ganz vorne mit dabei. Auf den einschlägigen Antiquitätenmärkten drängt sich allwöchentlich ein riesiges Publikum, in angesagten Straßen reihen sich Läden für stylishe Secondhand-Klamotten aneinander, bei Möbelstücken mit Vergangenheit bricht kollektive Begeisterung aus und selbst alte Bücher und Platten finden hier ihre Abnehmer. Um in der Masse an Shops nicht den Überblick zu verlieren, lohnt ein Blick auf die Website des Niederländers Rudolf Heuveling und seines Partners Carsten Müller. Vor anderthalb Jahren haben sie begonnen, ihren gedruckten Secondhand-Stadtplan, der schon in siebenter Auflage erscheint, zu digitalisieren. Mehr als 300 Geschäfte findet man nun auf secondhandguide.eu, darunter Shops für Damenmode und Vintage, Kinder, Möbel und Design.

Dank einer virtuellen Karte sind alle Adressen leicht zu filtern und zu verorten. Außerdem stehen übersichtlich alle Infos zu Öffnungszeiten, Website und dem jeweiligen Angebot zur Verfügung. Vor allem bei Touristen sei der Service beliebt, sie würden sogar zu richtigen Secondhand-Touren aufbrechen, erzählte Heuveling gerade dem Tagesspiegel. Ein Ausbau des Online-Angebots ist in Planung.

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