Mega-Projekt in Spandau

Was du über die Siemensstadt 2.0 wissen solltest

Was du über die Siemensstadt 2.0 wissen solltest
Berlin-Siemensstadt wird schon heute vom Uhrenturm und den Werksfassaden von Siemens geprägt, die in den 1910er und -20er Jahren entstanden sind.
Berlin hat sich alle Mühe gegeben und geschafft, was nicht jeder erwartet hatte: Siemens wird an seinem traditionellen Standort in Spandau einen Innovationscampus errichten und 600 Millionen Euro investieren. Doch was soll dort genau geschehen?

1. Rund 70 Hektar Fläche im Gewerbegebiet Siemensstadt gehören dem Weltkonzern Siemens. Am dortigen Standort zwischen Nonnendammallee und Rohrdamm liegen auch seine Wurzeln. Auf diesem Gelände soll nun die Siemensstadt 2.0 entstehen. Neben dem Begriff „Innovationscampus“ spricht Siemens auch von einem „Technologiepark“ und „Inkubator“. Konkret sollen zukunftsweisende Büro-, Forschungs- und Produktionsflächen entstehen – und zwar unter anderem für die Bereiche Elektromobilität, Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Data Analytics oder dezentrale Energiesysteme und Energiemanagement.

2. Zukunftsträchtig und ganz vorne mit dabei soll das Großprojekt durch eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft sein. Die Wege von Uni oder Forschungsinstitut zu Start-ups und anderen progressiven Unternehmen will man möglichst kurz und unkompliziert gestalten. Ein erster Schritt in dieser Hinsicht: Neben der Erklärung zum Gesamtprojekt wurde noch eine weitere Absichtserklärung unterzeichnet. Beteiligte neben Siemens und der Stadt Berlin: die TU, die Fraunhofer-Gesellschaft und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Laut Tagesspiegel sind gemeinsame Projekte, drei neue Professuren für digitale Technologien und ein gemeinsames Gebäude geplant.

3. Wichtig für die Stadt insgesamt: In Siemensstadt 2.0 wird nicht nur geforscht, entwickelt und produziert. Es sollen auch rund 2000 Wohnungen entstehen, davon ein Drittel Sozialwohnungen. Siemens will damit dem Gründungskonzept des Stadtteils treu bleiben: Die Siemensstadt sollte schon 1897 Arbeiten, Forschung und Wohnen vereinen. Die Situation heute beschreibt der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Joe Kaeser so: „Arbeiten, Leben und Wohnen werden integrierter und mit der zunehmenden Vernetzung von Menschen und Dingen entstehen neue Ökosysteme.“ Im Idealfall auch lebendige Kieze – daher sind in Siemensstadt auch eine Schule, ein Hotel und Einzelhandel geplant.

 

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Ein Beitrag geteilt von Lenny Mitchell (@lenny.is.arch) am Okt 30, 2018 um 4:53 PDT

4. Siemens investiert in den Innovationscampus besagte 600 Millionen und erwartet dafür keine Förderung vom Land Berlin. Gegenleistungen aber selbstverständlich schon. Der Senat hat den Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet zugesichert. Wesentlich dürfte auch die bessere Verkehrsanbindung vor allem an den zukünftigen Flughafen BER werden. Hier ist Berlin natürlich nicht allein verantwortlich, sondern auch Bahn und Bund gefordert. Der Bezirk Spandau und der Senat setzen sich für eine Wiederbelebung der Siemensbahn ein, die einst am Bahnhof Jungfernheide von der Ringbahn abzweigte. Heute ist die über ein Viadukt führende Strecke weitgehend zugewuchert. Der Bahnhof Siemensstadt könnte reaktiviert werden und über den S-Bahn-Ring die gewünschte schnelle Verbindung zum Flughafen entstehen. Ebenfalls gewünscht ist ein Anschluss zum nicht weit entfernten künftigen „Entwicklungsgebiet Tegel“, auf dem bisher noch eifrig Flugzeuge starten und landen.

Beim Denkmalschutz haben der Senat und das zuständige Amt Siemens zugesichert, dass das Unternehmen die betroffenen Gebäude auf dem historischen Werksgelände innen nach eigenen Wünschen umbauen kann, solange Fassaden und Dächer erhalten bleiben.

5. Wie lange dauert die Fertigstellung der Siemensstadt 2.0? Siemens hat dafür einen auf den ersten Blick großzügigen Zeitrahmen bis 2030 genannt. Angesichts der zahlreichen Beteiligten ist das aber wohl eher realistisch als pessimistisch. Und ob die große Einigkeit, die zur positiven Entscheidung des Unternehmens beitrug, bestehen bleibt, muss sich zeigen. So erinnerte das Bezirksamt Spandau in seiner Presseerklärung zum Thema an die Belange der heute in Siemensstadt wohnenden Mieter und bei Siemens Beschäftigten, deren Interessen man ebenfalls vertreten wolle.

Was du über die Siemensstadt 2.0 wissen solltest, Nonnendammallee 104, 13629 Berlin

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