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Das erste Mal im Sexclub – Unsere Singlekolumne #7

Das erste Mal im Sexclub – Unsere Singlekolumne #7
Mal ein bisschen verrucht sein - ob Mascha im KitKat auf ihre Kosten gekommen ist?
Wo bleibt die Liebe? Das fragt sich auch Mascha. Unsere Singlelady testet sich durch Datingportale, -events und Singlepartys dieser Stadt. In Ausgabe 7 wird es explizit - zumindest für die anderen: Mascha wagt sich in den KitKatClub.

Es ist ja so: Wenn ich doch mal wieder einen Partner haben sollte, wäre es ganz schön, wenn wir auch sexuell halbwegs ähnlich gepolt wären. Soll heißen: Mindestens experimentierfreudig. Und wo könnte man solche Typen finden, abseits des Berghain? Na klar: Im KitKatClub. Ein Besuch war sowieso längst überfällig, zumal ich dank diverser Erlebnisberichte schon die wildesten Fantasien von diesem Techno-Fetisch-Sex-whatever-Laden hatte. Wir entschieden uns für eine Party, die für so ziemlich alles offen zu sein schien, schmissen uns in Schale (in meinem Fall sexy Spitze und winziger Rock) und machten uns auf zur Hall of Hornyness. Oder so.

Eine echte Fetisch-Vielfalt

Erfreulich schon der Start: Keine Schlange, keine blöden Fragen seitens der Türsteher. Ein erstes Highlight dann die wohlgenährte, aber sagenhaft schlecht gelaunte unten-ohne-Lady an der Garderobe, die offenbar all der fröhlichen Fetisch-People (oder sich selbst?) überdrüssig war. Nun habe ich zwar nicht wirklich einen Plan von all den Fetischen und Unterfetischen, aber zumindest mir kam das Publikum sehr bunt gemischt vor. Lack und Leder, Strapse und Stiefel, oben-, unten- und ganz-ohne-Looks, viele Schwule, viele Paare. Und fast sämtliche Alters- und Gewichtsklassen. Gibt es auch nicht überall.

Wir wollten erstmal tanzen und wären auf dem Main-Floor fast über drei nackte Herren gestolpert, die eifrig in einer Art Blow-Job-Sandwich verkeilt waren. Oben auf der Tribüne onanierte ein Typ knapp vor der Brüstung und meine Freundin fragte sich ein wenig besorgt, ob er wohl auch sein Ejakulat auf die Tanzfläche zu schießen gedenke. Dieselbe Freundin war eine Stunde später in eine wilde Knutscherei mit einem der wenigen nicht schwulen Herren verstrickt. Bei mir wollte sich noch nicht so recht die richtige Lust einstellen, zumal ich mir, bis auf die extrem heißen Bar-Ladies, nur wenige Gäste für körperliche Interaktion vorstellen konnte.

Pool, Sauna und ziemlich viel Gevögel

Zu gucken gab es jede Menge. Oben Menschen im Pool und in der Sauna (mit Einblick natürlich), in den Ecken und auf den Tribünen mehr und mehr Gevögel und auch ein paar, äh, interessante Gespräche bahnten sich an. „Du hast ein super Taktgefühl“, bescheinigte mir ein Typ im Schottenrock, als ich mich gerade ein wenig in Techno-Ekstase getanzt hatte. Aha. Ein Tanzlehrer auf Abwegen? Hot war er aber leider auch nicht.

Irgendwie machte hier jeder sein Ding, insbesondere die Paare. Und irgendwie schienen alle einen Plan zu haben, was sie hier veranstalten möchten. Ich nicht so. Möglichkeiten, sich bei einem kopulierenden Knäuel Menschen einzuklinken, hätte es zwar gegeben. Aber für mich waren in dieser Nacht einfach nicht die Richtigen dabei.

Macht aber nix: Zumindest der Lust am Halbnacktsein konnte ich mal wieder frönen. Und es ist schön zu sehen, dass sich im KitKat offenbar jeder ausleben kann, ohne sich fehl am Platz zu fühlen. Und wer weiß, vielleicht ist ja bei der nächsten Party mein Mister (oder meine Miss) Sexy Time dabei. Ich bin ja in Sachen Sexclubs noch blutige Anfängerin und muss noch ein wenig kulleräugig staunen, bevor ich mich ins Getümmel stürze. Und vielleicht bin ich ja dann irgendwann die, die oben an der Brüstung steht und  lieber masturbierend auf die Tanzenden schaut, anstatt nach Mr. Right zu suchen.

Auf die Triebe!

Mascha heißt in Wirklichkeit vielleicht anders...

 

Ich bin Mascha (31) und seit knapp einem Jahr Single. Nach einer langen Beziehung habe ich endlich Zeit mich ein bisschen auszuleben, die Sau raus und nichts anbrennen zu lassen. Insgeheim warte ich aber natürlich auf meinen bärtigen Ritter, der mit seinem Pferd in den Hinterhof meiner Neuköllner Wohnung galoppiert und mit dem ich ein, zwei Mate auch mal ohne Wodka trinken kann. Bis es soweit ist, betätige ich mich ab sofort im Auftrag aller Berliner Singles als Versuchskaninchen und teste mich durch diverse Datingportale, -events und Singlepartys. Ausgang ungewiss.
Was soll ich als nächstes ausprobieren? Schreib an: redaktion@qiez.de

 

 


Weiteres aus unserer Singlekolumne:

Just to know: Dieser Artikel gehört zu den meistgelesenen im Jahr 2017 und das zurecht: Mermaiding ist eine tolle Sportart für alle Wassernixen. 

KitKatClub, Köpenicker Straße 76, 10179 Berlin
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