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Tinder-Dates – Unsere Singlekolumne #3

Tinder-Dates – Unsere Singlekolumne #3
Mit einem Tinder-Date kann man Start-Schwierigkeiten, aber auch schnell jede Menge Spaß haben. Zur Foto-Galerie
Wo bleibt die Liebe? Das fragt sich auch Mascha. Unsere Singlelady testet sich ab sofort durch Datingportale, -events und Singlepartys dieser Stadt. Damit du weißt, was sich lohnt und was nicht. Im dritten Teil ihrer Kolumne wagt sie ein Tinder-Date.

Ich habe mich ein bisschen in Tinder verliebt und meine Beziehung zur App ein bisschen intensiviert. Weil es so spannend und skurril ist und ich immer wieder danach gefragt werde, ist es Zeit für ein paar Date-Details. Denn: Schreiben kann man ja den lieben langen Tag, schön entspannt und unbeobachtet auf dem Sofa. Aber das, was man da aufgeregt ins Smartphone tippt, das muss man dann auch erstmal in der Realität zustande bringen. Und da führen viele Wege nach Rom.

Anlaufschwierigkeiten trotz Knutsch-Motto

Zum Beispiel ist es recht beliebt, fürs erste Date eine Art Motto zu setzen. So wie Stefan. Er wollte sich auf ein Knutschdate treffen. Weil er eben so gerne knutsche. Er hätte sich auch schon Mal zum Enten füttern verabredet. Dass seine Sprüche ein wenig vorgekaut wirken, geschenkt. Und dass er, als er mich abholte, wesentlich aufgeregter war, als seine betont lässigen Nachrichten vermuten ließen, fand ich eigentlich ganz sympathisch. Wir gingen in die erste Bar, rauchten, tranken Wein, erzählten uns von den Erfahrungen mit Tinder, von unseren Jobs, Berliner Clubs. Kurzum, es war nett. Aber knutschen? Fehlanzeige. Wir hatten beide offenbar nicht die geringste Ahnung, wie wir das Thema wieder auf die Tagesordnung holen sollten, zu relativ früher Stunde und nur mäßig angetrunken.


 

Also weiter in die nächste Bar. Diesmal in eine etwas dunklere, lauschige Ecke mit Couch. Hier druckste er rum, von wegen, naja, das würde sich ja ganz gut eignen zum Knutschen. Ich rutschte näher, und schwupps, da musste er auf die Toilette. Zurück kam er mit Schnaps. Alles klar! Was folgte, war ein seltsames Gespräch über Dates im Allgemeinen, über Dates mit Sex und so weiter – nur wir rührten uns nicht. Klar hätte ich ihn einfach küssen können. Aber hey, ich bin auch irgendwie schüchtern! Und wer groß rumposaunt: ‚Hier, Baby, treffen und knutschen‘, der soll bitteschön auch den ersten Schritt machen!

Als endlich genug Wodka durch Stefans Körper rauschte, verkündete er: Irgendwie ginge das hier nicht mit dem Knutschen, da sei ihm nicht privat genug. Ob wir nicht einfach zu mir gehen wollten. Okay, warum nicht? In meiner Küche herrschte bei Stefan erneut kurze Irritation ob der nächsten Schritte. Beherzt griff er deshalb … in meine Minibar und schenkte uns einen weiteren doppelten Wodka ein. Dann wollte er mich umarmen und endlich wurde geknutscht. Am Ende landeten wir im Bett.

Schnell zur Sache kommen

Trotzdem bleibe ich dabei, dass der erste Schritt bei Tinder manchmal komplizierter ist als bei einem klassischen Date, oder wenn man sich im Club abschleppt. Deshalb gibt es wohl geübte Tinderuser, die den ersten Schritt einfach überspringen – und sich direkt in der eigenen Wohnung verabreden. Zum Sex. Das mag für viele Tinder-Profis Usus sein. Für mich war das eine geradezu kühne Idee, die mir erstmal nur feuchte Hände und etwas wackelige Knie bereitete. Er, nennen wir ihn Carlos, hatte null Bock auf langes Geschreibe. Schon nach drei, vier Sätzen fragte er mich, ob ich zu ihm kommen wolle. Irgendwie wollte ich, er sah gut aus, wusste genau, was er wollte. Und, auch wenn das natürlich im Ernstfall wenig bringt, dass er mir seine Adresse samt Nachnamen schickte und ich immerhin diverse Fotos und seine Telefonnummer hatte (was ich gesammelt sofort an zwei Freundinnen verschickte), gab es mir ein gewisses Sicherheitsgefühl. Und tatsächlich: Dieser Mann hielt, was er versprach: Er grinste, sagte Hallo und küsste mich schon im Treppenhaus. Kein Gedruckse, keine weiteren Fragen, dafür frisch geduscht und offenbar mit ein, zwei Entspannungsbier im Blut. Da blieb mir weder Zeit noch Luft, um weiter nervös zu sein oder über meine feuchten Hände nachzudenken. Sogar der Sex war super, natürlich angeheizt durch die Aufregung und den Reiz des Unbekannten (in diesem Fall nun WIRKLICH Unbekannten!).

 

Ein von Tinder (@tinder) gepostetes Foto am

Dazu muss ich sagen: Das war ein echter Glücksfall. Das Risiko ist hoch, dass man sich trotz netter Nachrichten nicht riechen kann, es im Bett nicht fluppt oder man sich schlicht und ergreifend unwohl fühlt. Deshalb gilt immer liebe Mädels: Gute Freunde einweihen und sich nicht an dunklen, namenlosen Orten treffen. Habt ihr ein mulmiges Gefühl? Dann lasst es unbedingt sein. Es macht Spaß? Super! Lust auf Sex zu haben – auch ohne langes Kennenlernen, Kerzenschein und Kuschelrock – ist nichts, wofür man sich schämen muss. In diesem Sinne:

Auf die Triebe!

Eure Mascha

PS: Im nächsten Text habe ich wieder etwas neues ausprobiert, abseits von Tinder. Versprochen.

Mascha heißt in Wirklichkeit vielleicht anders...
Ich bin Mascha (31) und seit knapp einem Jahr Single. Nach einer langen Beziehung habe ich endlich Zeit mich ein bisschen auszuleben, die Sau raus und nichts anbrennen zu lassen. Insgeheim warte ich aber natürlich auf meinen bärtigen Ritter, der mit seinem Pferd in den Hinterhof meiner Neuköllner Wohnung galoppiert und mit dem ich ein, zwei Mate auch mal ohne Wodka trinken kann. Bis es soweit ist, betätige ich mich ab sofort im Auftrag aller Berliner Singles als Versuchskaninchen und teste mich durch diverse Datingportale, -events und Singlepartys. Ausgang ungewiss.
Was soll ich als nächstes ausprobieren? Schreib an: redaktion@qiez.de

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