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Tinder im Test - Unsere Singlekolumne #1

Tinder im Test - Unsere Singlekolumne #1
Nur, wenn sich beide mögen, wird bei Tinder "gematcht". Und dann wird gechattet, gekuschelt und mehr - du und dein Match, nicht nur eure Smartphones natürlich!
Wo bleibt die Liebe? Das fragt sich auch Mascha. Unsere Singlelady testet sich ab sofort durch Datingportale, -events und Singlepartys dieser Stadt. Damit du weißt, was sich lohnt und was nicht. Im ersten Teil ihrer Kolumne widmet sie sich Tinder.

Nö. Wisch… Nöööö! Wisch… Ist das sein Ernst? Wisch… Oh, aber der… grünes Herz!
Das ist also Tinder. Lange habe ich gezögert, mir diese angeblich voll oberflächliche App runterzuladen, auf der mäßig intelligente, notgeile Typen den nächsten Betthasen suchen. Allerdings: Ich habe gar nichts gegen ein bisschen Notgeilheit. Ich muss ja schließlich auch sehen, wohin mit meiner sehr präsenten Libido.

Aber nochmal kurz für alle, die Tinder tatsächlich noch nicht kennen: Das ist diese App mit dem roten Flammenlogo, auf dem sich jeder, der bei Facebook angemeldet ist, ein Profil erstellen kann. Man gibt an, in welchem Radius, welcher Altersklasse und nach welchem Geschlecht man sucht – und schwupps, schon ortet Tinder potentielle Flirtkandidaten in deiner Umgebung.

Name und Alter werden vom Facebook-Profil übernommen, außerdem kann man bis zu sechs Fotos hochladen. Und, wer mag, einen kurzen Text. Der geht von: „Wir können ja sagen, wir haben uns im Supermarkt kennengelernt“, über „Keine ONS“ (nein, ich wusste nicht sofort, dass das für „One Night Stand“ steht) bis hin zu „1,85 Meter“. Ja, wirklich, viele Männer geben nur ihre Größe an. Das rockt. Ich entscheide mich für gar keinen Text.

Die Qual der Wahl

Die Auswahl der Fotos finde ich schwierig. Ich will natürlich total sexy, gleichzeitig aber nicht billig rüberkommen, voll souverän und lässig aussehen und den Männern auch gleich zeigen, was für einen großartigen Klamotten- und Tattoogeschmack ich habe. Daher als Starterbild: Mascha im netten Sommerkleidchen am Strand. Dann ein Mix aus: Mascha auf Berlins Straßen wandelnd, radelnd, lachend, Cocktail trinkend. Fertig. Schon kann’s losgehen mit dem Wischen. Das ist das simple Prinzip. Doof bedeutet Wisch nach links, nett Wisch nach rechts – oder wahlweise das grüne Herzchen.

Und tatsächlich bin ich positiv überrascht: Neben ganz schlimmen Fotos von Männern, die absurde Selfies in Aufzügen, vor fiesen Badfliesen oder Achtung: mit Duckface posten, sind hier wirklich ein paar gute Typen am Start. Gut im Sinne von gute Fotos, cooler Look. Understatement statt nackter Oberkörper und fette Karren, die sich hier natürlich auch tummeln. Schreiben kann man sich bei Tinder nur, wenn es matcht – also, wenn beide aufs Herzchen gedrückt haben. Deswegen kann es sein, dass der ultrahotte Typ unerreichbar bleibt, weil er mich nicht so hot findet. Deswegen ist es jedes Mal ein kleiner Nervenkitzel: Ploppt das ersehnte „Es passt!“-Banner auf? Oder schweigt Tinder?

Schnell viel Spaß

Tut es nicht. Schnell kommen die Matches. Vielleicht weil ich weiß, wer zu mir passt. Vielleicht aber auch, weil viele Männer einfach jede Frau herzen, die Sexiness erahnen lässt. Sei’s drum – ich habe Spaß. Auch, weil ich eine Frau der Taten bin und meine ersten Matches direkt selbst anschreibe. Dass jeder Match-Mann dir schreibt, weil er dich SOFORT kennenlernen will, kannst du nämlich gleich mal vergessen.

 

Manchmal wird man auch einfach wieder aussortiert. Brutal. Aber egal! Ruckzuck schreibe ich mit drei Männern. Einer – nennen wir ihn Stefan – kommt gleich zur Sache: Er will Sex. Nicht mehr, nicht weniger. Es folgen ein paar eindeutige Sätze, die die Nennung von Geschlechtsteilen und seine Vorliebe für Oralverkehr beinhalten. Da werde ich dann doch ein bisschen rot. Aber nur kurz. Dann mache ich weiter mit Dirty-Talk. Parallel ein bisschen Small Talk mit den anderen beiden. Läuft!

Perfekt für eine hohe Sexquote

Mein Fazit nach vier Wochen: Ein paar Match-Männer antworten nicht. Nie. Und ein paar sehen zwar nett aus, entpuppen sich dann aber leider als totale Vollpfosten. Aber ist das im wahren Leben nicht auch so? Vier grüne Herzen habe ich am Ende gedatet, mit zweien hatte ich Sex. Das war ja die Idee dahinter. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass jede Frau, die sich vernünftig präsentiert, selbstbewusst ist und ein Gespür für ihre Matches hat, über Tinder ihre Sexquote ordentlich nach oben schrauben kann.

Mein Tipp: Selbst aktiv werden und anschreiben. Ich beschränke mich meist auf ein mittelkreatives „Hi“. Ewig lange Chats bringen nichts. Ist man sich sympathisch, lieber schnell verabreden, sonst erlischt das Interesse von einer Seite manchmal schneller, als einem lieb ist. Und Vorsicht bei Männer mit einem Bild. Die können in echt eine Enttäuschung sein.

Wer keinen Sex will, sondern den Mann fürs Leben sucht: Auch das ist möglich, aber dann, liebe Damen, braucht ihr Geduld. Und ein dickes Fell ob der oft eindeutigen Sprüche. Bei Tinder toben sich nämlich Typen aus, z.B. die, die gerade aus einer langen Beziehung kommen und definitiv Spaß und nichts Festes wollen. Aber auch aus einer heißen Affäre sollen ja schon romantische Liebesbeziehungen hervorgegangen sein… In diesem Sinne: Auf die Triebe!

Tinder im Single-Check

Handhabung: unkompliziert. Fotos hochladen und ab geht’s. Special Features gibt es nicht.
Erfolgsquote: je nachdem; Sex: sehr hoch; was Ernstes: kann passieren, muss aber nicht.
Kosten: keine
Spaßfaktor: Naja – wenn nur noch Gurken auftauchen und man wischt und wischt, wird es irgendwann nervig. Und selbst Berlin ist irgendwann abgegrast, wenn man zu intensiv tindert. Dafür sorgt jedes Match für einen kleinen, wohligen Euphorieschauder.

 

Ich bin Mascha (31) und seit knapp einem Jahr Single. Nach einer langen Beziehung habe ich endlich Zeit mich ein bisschen auszuleben, die Sau raus und nichts anbrennen zu lassen. Insgeheim warte ich aber natürlich auf meinen bärtigen Ritter, der mit seinem Pferd in den Hinterhof meiner Neuköllner Wohnung galoppiert und mit dem ich ein, zwei Mate auch mal ohne Wodka trinken kann. Bis es soweit ist, betätige ich mich ab sofort im Auftrag aller Berliner Singles als Versuchskaninchen und teste mich durch diverse Datingportale, -events und Singlepartys. Ausgang ungewiss.
Was soll ich als nächstes ausprobieren? Schreib an: redaktion@qiez.de

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