Umbau am Bahnhof Ostkreuz

Des Bahnhofs neue Plätze

Des Bahnhofs neue Plätze
Irgendwann soll der Bahnhof Ostkreuz inklusive der neuen Vorplätze so aussehen. Auch zu erkennen: Eines der denkmalgeschützten Beamtenwohnhäuser, die "Planstraße 4" mit Straßenbahn, Berlins größte Jugendherberge und links die historische Fußgängerbrücke.
Ostkreuz - Im Jahr 2007 ging es mit dem Umbau am Bahnhof Ostkreuz los. Die Glashalle steht, trotzdem wird kontinuierlich weiter gebaut und geplant. Jetzt geht's darum, wie die vier Vorplätze rund um den Bahnhof gestaltet werden sollen. Bei einer Anwohnerversammlung in Friedrichshain haben wir uns über Planungsstand und Zeitplan informiert.

Mehr als 100 Leute quetschen sich am Abend des 4. März 2015 in den Jugenclub Skandal, in dem es für den Andrang zu wenige Sitzplätze gibt. Vom Podium aus versuchen die Gastgeber der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und die Landschaftsplaner der Gruppe F, die Hereinströmenden zu platzieren. Die Wangen glühen, die Luft ist stickig. Hier werden heute die Vorgaben für die Gestaltung der Vorplätze vom Bahnhof Ostkreuz vorgestellt.

Schon 2013 wurde die Rahmenplanung für die Vorplätze am zukünftigen Bahnhof Ostkreuz festgesetzt. Insgesamt sind das vier Plätze an den Ausgängen zum Travekiez, zum Rudolfkiez, zur Rummelsburger Bucht und zur Victoriastadt. Ausgewählte Teams aus Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern dürfen Entwürfe für die Vorplätze entwickeln und in dem Wettbewerb einreichen, den die Deutsche Bahn AG gemeinsam mit der Senatsverwaltung auslobt. Noch warten die Planer auf die Vorgaben für ihre Entwürfe. Die sollen heute schließlich noch um Anregungen der Anwohner erweitert werden. Am 9. Juli werden die besten zehn Vorschläge dann wiederrum bei einem Bürgerabend vorgestellt, am 10. Juli 2015 fällt die Entscheidung über den Sieger des Wettbewerbs.

Der Bahndamm kommt weg, die Fußgängerbrücke kommt wieder

Vieles steht schon fest: Der alte Bahndamm aus Backstein, den man beim Verlassen des Bahnhofs in Richtung Sonntagsstraße durchläuft und den viele Anwohner ins Herz geschlossen haben, muss weichen. Nur ein kleines Stück wird als Teil einer Grünfläche bleiben. Vor allem die Polizei habe davon abgeraten, den Damm stehen zu lassen, um Angsträume zu vermeiden, so die Planer.

Dafür kommt ein anderes historisches Gemäuer zurück, nämlich die denkmalgeschützte Fußgängertreppe als Verbindung zwischen Haupt- und Sonntagstraße. Die wurde abgebaut und eingelagert, wird aber inklusive ihres Eingangs wieder über die Gleise führen. Die ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Beamtenwohnhäuser im Trave- und Rudolfkiez sollen in die Vorplätze integriert werden.

 

Neue Straße und Trams ab 2017

Große Veränderungen erwarten uns auf den Straßen am Bahnhof. Die Hauptstraße, die auf der Südseite des Bahnhofs in den Markgrafendamm übergeht, wird schon ab diesem Sommer verbreitert. Auf der Nordseite des Bahnhofs entsteht eine neue Straße. Arbeitstitel: „Planstraße 4“. Die ist zwar nicht für Autos, neben Fußgängern und Radfahrern aber für Busse und Straßenbahnen gedacht. Die nötigen Schienen kommen wohl nicht vor 2017. Sicher ist also, dass trotz vieler Proteste öffentliche Verkehrsmittel durch die Sonntagstraße fahren werden.

Für Autos gilt das „Kiss and Ride“-Prinzip. Parken darf man am Bahnhof also nicht, nur kurz absetzen, Küsschen geben, weiterfahren. Stattdessen sollen viele Stellplätze für Taxen kommen. Die werden nötig sein, erklärt die Senatsverwaltung, auch weil das Ostkreuz in Zukunft der erste Bahn-Halt nach dem Berliner Flughafen sein wird. Zukunftsmusik. Und da wir schon bei vagen Vorstellungen sind: der Verlauf der U-Bahn bis hin zum Ostkreuz wird bisher nicht eingeplant.

Ein riesen Ding für Radfahrer

Ansonsten ist das Motto des Bahnhofskomplexes: Think big. Keine Spur mehr von dem alten, maroden Lotterding. 150.000 Ein-, Aus- und Umsteiger werden für das Jahr 2025 am Ostkreuz erwartet – täglich!

 

Aufregerthema für die Anwohner ist die Kompatibilität des Bahnhofes für Radfahrer. Auf der Planstraße 4 werden sie die Räder an einer engen Stelle nur schieben können, sagt die Verwaltung. Ob sich die Friedrichshainer daran halten? Außerdem kann kein Fahrstuhl in die historische Fußgängertreppe integriert werden. Hier ist also wieder Schleppen angesagt. Und wo kann man sein Rad stehen lassen? Bisher sind weniger als 1000 Stellplätze für Räder geplant. Viel zu wenig für die erwarteten 150.000 Reisenden, finden die Anwohner. Sie schlagen vor, private Gebäude, in die sonst Gewerbe ziehen könnte, als Fahrrad-Parkhäuser vorzubehalten. Mehr Platz für’s Rad zu schaffen, wird nun an den Planungsbüros hängen, die am Wettbewerb teilnehmen.
 

Bahnhof Ostkreuz, Markgrafendamm 23, 10245 Berlin

Telefon 030 29743333

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