Top-Liste

Top 10: Kreative Corona-Songs

Auf der ganzen Welt haben Musiker eins gemeinsam, sie nutzen die Krise für passende Songs. Ob Cardi B, Drake oder Neil Diamond: Corona macht kreativ. Wir haben uns durch die Massen gehört und deutschsprachige Favoriten gewählt…

Ein Lied für Jetzt – Die Ärzte

 

Die Ärzte haben wohl den erfolgreichsten Corona-Song herausgebracht und mit Sicherheit am wenigsten damit gerechnet, wie der abgeht. Der Text ist absurd, banal und zugleich brandaktuell: ein echtes Stück Langeweile mit viel Humor verpackt. Und so zeigen die drei Berliner uns, wie man auch als Band in den Zeiten der Krise zusammensteht und weit entfernt voneinander gemeinsam kreativ ist. Ein ganzes Album soll folgen.

Zuhause – Fatoni featuring Juse Ju, Mauli und Panik Panzer

 

Schauspieler und Rapper Fatoni bringt zusammen, was zusammengehört und bleibt dabei brav zu Hause. Gemeinsam mit Juse Ju, Panik Panzer und Mauli verbindet er München, Berlin und die Welt – uns, dich und alle, die Lust auf einen Crèmant und coolen Sound haben. Gemeinsam vertreiben die Jungs den Virus für eine Weile aus deinem Kopf, versprochen. Und sie geben dir das Gefühl, falls du schon total am Rad drehst, ist das auch ok.

Hoffnung – Tocotronic

 

„In jedem Ton liegt eine Hoffnung auf einen Neuanfang“, singen die Hamburger und möchten mit diesem Song die derzeit triste Welt verbinden. Die liegt, wie das Video deutlich zeigt, momentan hoffnungslos in Schwarz-Weiß brach, egal ob am Alex, in den Kanälen Venedigs oder auf den Straßen Wiens, aber hey: Wir haben die Liebe, das Leben, die Musik und die Hoffnung, dass wir unsere schöne Welt bald wieder besuchen dürfen. Spätestens nach diesem Lied, ehrlich.

Zusammen allein – Kuult

 

Die Essener Jungs gehen es eher traurig an: Obwohl sie uns sagen wollen, dass unsere Herzen gemeinsam weiter schlagen, auch wenn wir uns nicht sehen, kommen Frontmann Chris Werner beim Singen fast die Tränen und auch die Musik tropft durch traurige Akkorde. Uns tut das gut, denn immer nur zu hören, wir sind so toll und schaffen alles mit Optimismus, geht einem in Krisenzeiten doch manchmal auf die Nerven. Egal ob Liebeskummer oder Corona: Lass uns einfach mal weinen.

Das Coronalied – Lumpenpack

 

„Der neue Bitcoin heißt Barilla und wisch dir den Arsch mit Blattgold ab.“ Genau. Und glücklich ist heute, wer sowieso kaum soziale Kontakte hat… All diese Weisheiten gibt es in nur einem Song und damit liegen Max Kennel und Jonas Meyer in unserer Gunst weit vorn: Gitarrenmusik und ein Text in bester Poetry-Slam-Manier. Die Jungs von Das Lumpenpack kommen übrigens im Herbst auch wieder nach Berlin, wenn bis dahin die Pandemie Geschichte ist.

 

Zusammenstehen – Sebel

 

Man merkt dem Song Zusammenstehen einfach an, dass sich jemand Gedanken gemacht hat und nicht nach einem schnellen Charterfolg strebte. Und das Ehrliche und Pure stecken an und so gibt es schon eine Reihe Künstler, die allein oder gemeinsam mit Sebel ihre eigene Version herausgebracht haben: darunter der Eros aus dem Pott, Riccardo Doppio, mit einer italienischen Übersetzung, Sébastian Daval singt auf Französisch und Jan Loechel und Christina Lux steuern die englische Variante bei.

 

Machen wir das Beste daraus – Silbermond

 

Ja, gut, Silbermond ist normalerweise nicht jedermanns Sache, aber Hymnen liefern die Wahlberliner wie kaum eine andere deutsche Band in aller Regelmäßigkeit ab. Normalerweise geht es da immer um die große Liebe, dieses Mal aber … geht es um die Liebe in Zeiten der Pandemie. Das öffnet uns das Herz, zumal uns das Video noch einmal vor Augen führt, dass Berlin die Menschen braucht, die die Straßen beleben. Und das machen wir bald wieder. Bis dahin: Machen wir das Beste daraus.

Nudeln und Klopapier – Danger Dan

 

Auch Danger Dan aus der Antilopen Gang musste seine Tour abbrechen, angeblich war es die Aussicht auf einen Spaziergang durch den Berliner Zoo, die ihm dabei Trost spendete. Doch weil die letzte Station Bern war und Rückkehrer aus der Schweiz eine 14-tägige Quarantäne empfohlen wurde, musste er auf den Zoobesuch verzichten. Dafür erfreut er uns nun mit dieser Ballade und dem unvergesslichen Refrain: „Aber jedes Blatt Klopapier auf dieser Welt – Cannelloni, Macaroni, Spaghetti, Spirelli & Co –  Würd‘ ich geben, würd‘ ich geben für ein Ende der Quarantäne – Für einen Frühlingsspaziergang mit dir durch den Berliner Zoo…“

Hypochonder – Edgar Wasser

 

Edgar Wasser bringt einen neuen Aspekt in die Corona-Songliste: Was, wenn ich mich angesteckt habe…? Wie viele Leute glauben, sie hätten eine Corona-Infektion, obwohl es nur ein leichter Husten ist? Tja, die Hypochonder lassen die Tests knapp werden. Aber Edgar Wasser geht noch viel weiter und rappt sich tief hinein in eine düstere Dystopie mit Plünderungen und Gewalt. Am Ende bleibt nicht nur die Frage, bin ich krank, sondern: Wie weit würdest du gehen für eine Rolle Toilettenpapier?

Klopapier – GReeeN

 

Auch GReeeN hat keine Ahnung, was die Welt mit so viel Klopapier in den eigenen vier Badezimmerwänden vorhat, aber er macht uns gute Laune mit seinem Reggae-Sound. So ist die Krise doch nicht für den Arsch, denn der ansehnliche Rapper lässt für uns sogar die Hosen runter. Keine Sorge – jugendfrei abgedeckt bleibt sein bestes Stück durch leere Rollen Klopapier und am Ende (Achtung Spoiler) kommt er sauber aus der Sache wieder raus.

 

Nicht unerwähnt lassen wollen wir an dieser Stelle, dass es auch unzählige Neudichtungen alter Hits gibt… von denen uns die SDP-Corona-Edition von Die Nacht von Freitag auf Montag am besten gefallen hat. Viel Spaß beim Hören.

 

 

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